Wahlkampfversprechen vor Rechtssicherheit

Wien (OTS) - Wahlkampfversprechen vor Rechtssicherheit
Heute tagt der Stadtentwicklungsausschuss zum Thema Schutzzone für das Weißgerber- und das Radetzkyviertel. Damit soll der Abriss der Hetzgasse 8 verhindert und ein grünes Wahlkampfversprechen eingelöst werden. Gegen den Anspruch auf Rechtssicherheit für einen privaten Bauträger wird hingegen verstoßen.

Die Wiener Grünen parkten im Wien-Wahlkampf ihren aufblasbaren Miethai vor der Hetzgasse 8, eine Schutzzone für das Weißgerber- und das Radetzkyviertel wurde versprochen. Davon betroffen ist auch die Hetzgasse 8, dort wurde kurzerhand ein Abbruchstopp aufgrund einer Bausperre verhängt. Die Bausperre wurde für die Dauer von sieben Monaten verhängt, die Schutzzone soll vom Wiener Gemeinderat im Herbst beschlossen werden. Was dabei von Stadträtin Maria Vassilakou ignoriert wird, ist der Umstand, dass die Hetzgasse 8 seit Ende 2014 als Abbruch- und Neubauprojekt bei der MA 37 geführt wird. Die MA 64 kam Mitte Jänner in Form eines Interessenbescheids zu dem Schluss, dass ein Neubau im „öffentlichen Interesse“ sei. Der Abbruch des Substandardhauses wurde daraufhin am 28. Jänner bei der MA 37 angezeigt und von den Eigentümern des Hauses Hetzgasse 8, vertreten durch die Soulier Management GmbH, zügig vorangetrieben.

Vorgehen der Stadt Wien schreckt Investoren ab

Kommt die Schutzzone – wovon auszugehen ist –, dürfen die Eigentümer nur weiterbauen, wenn dem Haus eine Abbruchreife attestiert wird. „Das ist absurd: Die wirtschaftliche und technische Abbruchreife der Hetzgasse 8 wurde von der MA 37 bereits attestiert – darum wird das Haus ja seit 2014 als Abbruch- und Neubauprojekt geführt. Auch der Bezirk und die MA 64 gaben dem Neubau recht, und seit Ende Jänner brechen wir das Haus ordnungsgemäß ab. Zehn Wochen später wird eine Bausperre verhängt, weil das bereits teilabgebrochene Haus direkt neben der Bahn plötzlich schützenswert sein soll. Dabei wurden gegenüber der Hetzgasse bereits zahlreiche Neubauten entlang der Bahn errichte. Wenn die Stadt Wien die Wohnungsknappheit weiter verschärfen will, indem man private Investoren vertreibt, ist man am besten Weg dorthin“, sagt der Projektverantwortliche Clemens Bauer.

Eigentümer kämpfen für Rechtssicherheit

„Die Hetzgasse 8 besitzt keinen Denkmalcharakter. Zudem macht eine Sanierung bautechnisch und wirtschaftlich aufgrund der schlechten Bausubstanz keinen Sinn. Wir machen stattdessen aus 23 schlecht gedämmten Substandardwohnungen ein Niedrigenergiehaus mit 56 Mietwohnungen. Die Fassade wird begrünt, und im Hof wird ein Kinderspielplatz sein“, so die Eigentümerin Ingrid Soulier. Von der Soulier Management GmbH wurde bereits eine Beschwerde beim Wiener Verwaltungsgericht eingebracht. Mit allen Mietern wurde bereits Einvernehmen über deren Auszug erzielt, das Haus steht leer, der Rückbau wurde bereits begonnen. Die Eigentümer hoffen jetzt auf eine Begründung des Gerichts, aus der klar hervorgeht, dass bereits vor der Bausperre abgebrochen wurde. Zu diesem Ergebnis kommt auch das Gutachten eines Sachverständigen. „Im Sinne der Rechtssicherheit gegenüber unserem Unternehmen bauen wir darauf, dass wir so bald wie möglich weitermachen dürfen. Wir planen seit zwei Jahren an diesem Projekt und haben bis jetzt insgesamt 1,5 Millionen Euro investiert. Mit jedem Tag, an dem wir nicht bauen können, verlieren wir Geld“, sagt Clemens Bauer abschließend.

Zur Soulier Management GmbH

Die Soulier Management GmbH wurde im Jahr 2000 gegründet und hat ihren Firmensitz in der Wollzeile 16, 1010 Wien. Das Unternehmen wird von Ingrid Soulier (Eigentümerin) und Dipl.-Ing. Clemens Bauer (Geschäftsführer) geführt und hat derzeit 16 Mitarbeiter. Die Schwerpunkte der Soulier Management GmbH liegen in den Bereichen Industrie und Immobilien. Bei allen Immobilienprojekten liegt der Fokus auf Ökologie und Nachhaltigkeit sowie einem hohen sozialen Anspruch. Das erklärte Unternehmensziel sind langfristige Investments und nachhaltige, hochwertige Immobilienprojekte. Die betreuten Immobilien werden nicht verkauft, sondern ausschließlich vermietet, selbst verwaltet und im langfristigen Besitz gehalten.

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