Wiener Tierschutzverein: Tierversuche - Schluss mit der Voodoo-Forschung

Armutszeugnis für Österreich: Tierversuche dramatisch angestiegen. WTV-Präsidentin Petrovic: „Tierversuche dienen nur zur Absicherung der Pharma-Lobby gegen Schadenersatz“.

Vösendorf (OTS) - Die Zahlen der aktuellen Tierversuchsstatistik in Österreich sind ein Schlag ins Gesicht für die gesamte Tierschutzbewegung: Die Zahl der zu Versuchszwecken eingesetzten Tiere ist von 2014 auf 2015 um 18.134 auf insgesamt 227.317 Tiere angestiegen. Ein Wert, der seit dem Jahr 1994 nicht mehr erreicht wurde. „Wieder einmal eine typisch österreichische Situation. Es werden mehr statt wie schon vor vielen Jahren versprochen, weniger Versuchstiere „verbraucht“. Abgesehen von der Grausamkeit ist dies überdies noch rechtswidrig. Denn selbst nach der geltenden Rechtslage sind Tierversuche nur als Ultima Ratio gestattet. Das heißt, wenn es nach der Logik der Tierversucher keinen anderen Weg gibt. In der Statistik tauchen jedoch auch tausende Versuche auf, die auch von den Experimentatoren nicht mehr verteidigt werden, wie etwa der Pyrogen-Test“, sagt Madeleine Petrovic, Präsidentin des Wiener Tierschutzvereins.

Die laxe gesetzliche Lage in Österreich sowie die völlig sinnlose Einteilung nach Schweregraden tun ihr Übriges dazu, den Tierversuchen weiterhin Tür und Tor zu öffnen und nicht einen einzigen zu vermeiden. „Behörden und Tierversuchslobby scheinen sich darauf zu verlassen, dass das Leiden der zig tausend Labortiere „aus den Augen und aus dem Sinn ist“. Der WTV versteht sich auch als Stimme dieser Tiere, deren Leiden im Geheimen stattfindet. Tierversuche dienen nur den Profiten der Pharma-Konzerne. Sie sind unethisch und führen uns auf falschen Wegen der Forschung ins Abseits“, so Petrovic.

Grausame Rechtfertigung

Mittlerweile sprechen sich zudem tausende Ärztinnen und Ärzte weltweit aus wissenschaftlichen Gründen gegen Tierversuche aus. Petrovic, die diese kritischen Forschungen seit langem in diversen Gremien begleitet, sieht den Grund für das hartnäckige Beharren auf einer in ihrer Gesamtheit niemals auf ihre Zuverlässigkeit überprüften Methode, ausschließlich im rechtlich-wirtschaftlichen Bereich angesiedelt: „Tierversuche liefern eine billige und grausame Rechtfertigung für den Fall, dass sich bei Menschen oder in der Umwelt gefährliche oder schädliche Nebenwirkungen herausstellen, die man im Tierversuch nicht erahnen konnte. Contergan ist nur die Spitze eines riesigen Eisbergs an medizinischen Katastrophen und die Klimakatastrophe ist der traurige und globale Beweis, dass die Milliarden für Toxizitätstests „verbrauchten“ Tiere die größte Umweltkatastrophe nicht nur nicht verhindern, sondern geradezu erzeugt haben. Tierversuche sollen Haftungen minimieren und die Chemie- und Pharma-Konzerne letztlich vor immensen Schadenersatz-Klagen schützen“.

Tierversuchs-Voodoo

Zudem sind die Erkenntnisse aus Tierversuchen auf den Menschen schlicht nicht anwendbar und liefern keine genauen Ergebnisse. Weder die Entstehung von Krankheiten (die meist mit der menschlichen Lebensweise zu tun haben) noch die langfristigen Umwelteffekte der freigesetzten Chemikalien lassen sich hinter den abgeschirmten Mauern der Todes-Labors reproduzieren. Die erwünschten Resultate stellen sich fast immer nur durch Zufall in der klinischen Testung am Menschen und nicht bei den Tieren heraus. „Zudem sind die Unterschiede zwischen verschiedenen Menschen ebenso groß wie zwischen Tierspezies. Genetisch einheitlich erzeugte oder bereits krank gezüchtete Labortiere liefern keine tauglichen Aussagen zur Überwindung schwerer Immunschwächekrankheiten, Stoffwechselkrankheiten oder gar psychischer Erkrankungen bei Menschen. Und es ist evident, dass der Schutz der Umwelt und der Lebensgrundlagen durch tierversuchsgestützte Voodoo-Forschung nicht möglich ist“, so Petrovic.

Echte Prävention sieht anders aus

Petrovic fordert daher: „Die Erkenntnisse der Arbeitsmedizin, der Umweltmedizin und die Möglichkeit umfassender Computer-Simulationen müssen zusammen mit anderen unblutigen Methoden der Lebensforschung kombiniert und ernst genommen werden. Nur so wird echte Prävention möglich. Und das Ziel lautet sowieso: Weg vom Tierversuch“.

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