Oberhauser: Gewalt im Netz entschieden entgegenwirken

Anlaufstelle zur unbürokratischen Meldung von Hasspostings muss geschaffen werden

Wien (OTS) - Hasspostings im Internet nehmen zu, Frauen sind besonders häufig betroffen. Um diesem Problem verstärkt entgegenzuwirken, wurde heute, Dienstag, im Ministerrat auf Initiative von Staatssekretärin Muna Duzdar und Frauenministerin Sabine Oberhauser ein Ministerratsvortrag beschlossen, in dem sich die Bundesregierung zu umfangreichen Maßnahmen bekennt. „Gewalt gegen Frauen hat viele Gesichter. Eines davon ist die Cyber-Gewalt. Phänomene wie Stalking, Nötigung und sexualisierte Gewalt gibt es auch im Netz. Laut UNO Bericht aus dem Jahr 2015 haben bereits rund 75% der Frauen, die weltweit online sind, Gewalt im Internet erlebt“, erklärt Gesundheitsministerin Sabine Oberhauser. ****

Betroffene schämen sich für die Gewalt, die ihnen angetan wird. Vor allem Frauen und Mädchen machen nicht gern öffentlich, dass ihr Körper als hässlich bezeichnet, ihre sexuelle Integrität bedroht, ihr Geschlecht als minderwertig dargestellt, ihre Person abgewertet oder ihnen jegliche sexuelle Attraktivität abgesprochen wird. Ihr Selbstwert wird untergraben – und das Vertrauen zu anderen Menschen. Das macht es schwierig, sich Hilfe zu holen, sich zu wehren und sich vertrauensvoll an Außenstehende zu wenden.

„Deshalb ist es notwendig, eine Anlaufstelle zu schaffen, an die sich Betroffene unbürokratisch wenden können. Das ist auch im heute beschlossenen Ministerratsvortrag explizit festgehalten“, so Oberhauser. Weitere geplante Maßnahmen umfassen etwa die Erstellung von Leitfäden und Informationen zum Umgang mit Hasspostings, die Sensibilisierung und Fortbildung im Bereich Polizei/Staatsanwaltschaft und Gericht zur konsequenten Strafverfolgung oder etwa auch die verstärkte Sensibilisierung von ForenbetreiberInnen über ihre Pflichten, die im E-Commerce-Gesetz festgelegt sind.

Wichtig ist der Frauenministerin auch die Einbindung von Expertinnen aus dem Gewaltbereich. „Frauen- und Gewaltschutzeinrichtungen haben viel Erfahrung im Umgang mit Gewaltopfern und mit ihrer Unterstützung. Hier gibt es bereits viel Expertise, die genutzt werden kann. Die Bundesregierung bekennt sich im Ministerratsvortrag auch explizit dazu, die Einbindung aller relevanten StakeholderInnen und Parteien anzustreben. Denn gerade als Frauenministerin ist es mir wichtig, nicht über die Köpfe von Betroffenen hinweg zu entscheiden“, sagt die Frauenministerin.

Schon jetzt gibt es Enrichtungen, an die sich Frauen auch online wenden können, um Erstberatung zu erhalten – so etwa die Helpline gegen Gewalt www.frauenhelpline.at und die Online Frauenberatung www.frauenberatenfrauen.at . Auch Information bezüglich rechtlicher Möglichkeiten und Schritte, Anzeigenerstattung, Prozessbegleitung, etc. kann dort erhalten werden. Die Helpline gegen Gewalt ist rund um die Uhr besetzt und bietet Beratung nicht nur unter der Nummer 0800 222 555 an, sondern auch per E-Mail unter frauenhelpline@aoef.at . Weitere Infos unter http://www.bmgf.gv.at/home/Hilfseinrichtungen/ .(Schluss)

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