Mission 2015 erfüllt: 5.000 Talente gecheckt

„Talente-Check“ zieht Bilanz – 82% der 7.- und 8.-Klässler getestet – Richtige Maßnahme zur richtigen Zeit

Salzburg (OTS) - Das Schuljahr 2015/16 geht in die Zielgerade. Zeit, auch für den „Talente-Check“ eine erste Bilanz zu ziehen. Im Herbst 2015 gestartet, haben in den vergangenen zehn Monaten 240 Schulklassen eingecheckt und über 5.000 Schüler den Test-Parcours durchlaufen. 82% der Schüler aus den siebten und achten Schulstufen wurden getestet.

Das große Interesse spricht dafür, dass die richtige Maßnahme zur richtigen Zeit gesetzt wurde, ist Landeshauptmann Dr. Wilfried Haslauer überzeugt. „Die Verwirklichung dieses bildungspolitischen Erfolgsprojekts, zu der das Land Salzburg die Hälfte der laufenden Kosten beiträgt, ist eine der wichtigsten Maßnahmen dieser Legislaturperiode. Jeder hat Talente, doch oft sind diese nicht auf den ersten Blick erkennbar. Der ‚Talente-Check‘ macht Fähigkeiten transparent, zeigt passende Wege auf und steigert damit die Bildungs-und Berufschancen von Jugendlichen“, betont Haslauer. Das sei für den Einzelnen genauso wichtig wie für die Gesellschaft, denn es werde ein Beitrag dazu geleistet, die derzeit relativ hohe Drop-out-Quote zu senken.

Vorreiter: Andere (Bundes-)länder ziehen nach

Von jungen Menschen, die ihre Talente kennen und leben, profitiert auch der Wirtschaftsstandort Salzburg. „Die Unternehmen suchen händeringend nach engagierten und motivierten Nachwuchskräften. Und was motiviert mehr, als seinen persönlichen Stärken und Interessen entsprechend agieren zu können“, weiß WKS-Präsident Konrad Steindl. Die Wirtschaftskammer ließ sich den über 700 Quadratmeter großen Testparcours, der als der modernste österreichweit gilt, 3 Mill. € kosten. Sie hat damit einen Stein ins Rollen gebracht. Nicht nur Schüler nahmen den „Talente-Check“ in den vergangenen Monaten in Augenschein. Auch US-Botschafterin Alexa Wesner sowie Delegationen der Handelskammern Luxemburg und Bozen zeigten sich an dem Konzept interessiert und holten sich Anregungen.

Die Wirtschaftskammer Steiermark setzt ab Herbst 2016 einen Test-Parcours nach dem Salzburger Vorbild um. „Zu sehen, dass wir hier ein Vorreiterprojekt ins Leben gerufen haben, freut mich sehr. Der ‚Talente-Check‘ ist ein Schulbeispiel für moderne Standort- und Bildungspolitik“, betont Steindl.

Landesschulratspräsident Johannes Plötzeneder nutzt die Gelegenheit, sich bei Salzburgs engagierter Lehrerschaft zu bedanken: „Die Pädagogen sind unsere wichtigsten Partner. Sie sind es, die die Termine koordinieren und die Fahrt zum Talente-Check organisieren. Ein klarer Beweis dafür, dass ihnen ihre Schützlinge und deren weiteres Fortkommen am Herzen liegt.“ Es sei absolut notwendig, hier an einem Strang zu ziehen und dazu beizutragen, dass die jungen Menschen den richtigen Weg finden. Plötzeneder will in Zukunft auch die Gymnasien noch stärker in das Testverfahren einbinden.

„Talente-Check” im Test: Note 1,1

Moderne Technologie haben neue Berufsbilder geschaffen. Steigende Mobilität führt dazu, dass Ausbildungsstätten nicht mehr im unmittelbaren Nahbereich liegen müssen. Das Bildungsangebot hat sich ausgeweitet, die vielen neuen Bildungsoptionen machen die Wahl oft nicht einfacher – im Gegenteil. Allein in Salzburg können Pflichtschulabgänger aus 60 berufsbildenden Schulen und 197 Lehrberufen wählen. Der „Talente-Check“ versteht sich als Navigator durch die Vielzahl an Ausbildungsmöglichkeiten. Die Berater geben Empfehlungen hinsichtlich der jeweiligen Interessen und Fähigkeiten ab und zeigen Optionen auf. Die Entscheidung, in welche Richtung es schlussendlich geht, liegt bei den Schülern und ihren Eltern. Die stellen dem Testcenter ein hervorragendes Zeugnis aus. „In einer Umfrage, in der Qualität, Nutzen und Verständlichkeit abgefragt wurden, schnitt der ‚Talente-Check‘ mit der Note 1,1 ab“, freut sich „Talente-Check“-Leiterin Gabi Tischler.

Tischler zeigt sich im Gegenzug vom hohen Engagement der Eltern begeistert. Nach Abschluss des Tests werden die Ergebnisse und deren Interpretation in Einzelgesprächen mit den Jugendlichen und ihren Erziehungsberechtigten besprochen. Die Beratungen finden - abgesehen von der Stadt Salzburg und dem Flachgau – direkt in den Schulen statt und sind kein „Muss“, sondern freiwillig. Die Nachfrage ist dennoch groß. 80% der Eltern und Schüler nahmen sich die Zeit, um sich mit den Psychologen über Talente und passende Weiterbildungswege auszutauschen. „In vielen Familien sind beide Elternteile berufstätig und müssen sich dafür freinehmen. Das spiegelt ein hohes Verantwortungsbewusstsein wider und zeigt, dass das Thema Berufsberatung wirklich ernst genommen wird“, unterstreicht Tischler. Um den Eltern die Wege zu verkürzen, touren fünf Psychologen durch das Land und machen an den Schulen halt. Allein in diesem Schuljahr haben sie insgesamt 11.300 Kilometer zurückgelegt. Das entspricht in etwa der Luftlinie zwischen Österreich und Australien.

Orientierung in Zukunftsfragen

Die Schulen nehmen das kostenlose Angebot gerne an, weil sie sehen, wie sehr die Jugendlichen davon profitieren. „Es stärkt den Selbstwert der Schüler ungemein, dass ihnen ihre Stärken aufgezeigt werden, die für sie im normalen Schulalltag oft nicht erkennbar sind. Zusätzlich motiviert es sie zu sehen, dass es Institutionen gibt -unabhängig von der Schule – die sich Gedanken über ihre Zukunft machen und sie dabei unterstützen, den richtigen Weg zu finden“, beobachtet Maria Ramsauer, Lehrerin an der Neuen Mittelschule Taxham. Sie hat bereits mit sechs Klassen den „Talente-Check“ absolviert. Sowohl der Test selbst als auch die Beratung würde von Schülern und Eltern positiv aufgenommen und extrem ernst genommen. „Die Unsicherheit, wohin es gehen könnte oder sollte, ist häufig groß. Aus der Beratung gehen beide Seiten gestärkt hinaus, das ist für uns wirklich spürbar“, ergänzt Ramsauer.

Das bestätigt auch Tanja Ebster, deren Söhne die 4. Klasse der Neuen Mittelschule Henndorf besuchen. „Ich war positiv überrascht. Meine Burschen hatten zwar schon sehr konkrete Vorstellungen, was sie nach der Hauptschule machen wollen. Aber es war gut, nochmals von professioneller Stelle die Bestätigung zu bekommen, dass der geplante Weg nicht nur einem Wunschdenken entspricht, sondern sich wirklich mit ihren Fähigkeiten und Interessen deckt“, erzählt die Unternehmerin. Sie selbst war beim Beratungsgespräch mit dabei und fand die Art und Weise, wie die Psychologen das Testergebnis vermitteln, sehr anschaulich und hilfreich.

Interessen, Intelligenz und Leistungsvermögen werden bei den Tests genauso abgefragt wie technisches Verständnis oder manuelles Geschick. Knapp vier Stunden dauert der Weg durch den Talente-Parcours. In der Pause wird Energie getankt und die Boulderwand sowie ein von der FH entwickeltes Spiel sorgen für Ablenkung und Entspannung. „Die Fragen sind zum Teil schon recht kniffelig und man muss sich wirklich konzentrieren“, erzählen die Zwillinge Peter und Leon Ebster: „Wir waren im Vorfeld schon alle recht nervös. Aber es macht Spaß und ist eine coole Erfahrung, mehr über sich selbst zu erfahren.“

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