Wiener HTL-Schüler konstruieren „Wurm-Roboter“

Sieg bei Wettbewerb „Jugend Innovativ“ mit Einladung zu Erfindermesse in den USA

Wien (OTS/RK) - Eine Schülergruppe der HTL Wien 10, Abteilung für Mechatronik, hat im Rahmen ihrer Diplomarbeit einen Roboter, der sich nach dem Prinzip eines Wurms bewegt, konstruiert. Mit diesem Projekt hat die Gruppe den Wettbewerb „Jugend Innovativ“ gewonnen und wurde nun auch zu einer Erfindermesse in die USA eingeladen.

„Das ‚Project Worm‘ ist ein Roboter mit den Fähigkeiten eines Regenwurms und wurde für den Einsatz in Katastrophengebieten entwickelt“, erzählt Projektleiter Dipl.-Ing. Dr. Alexander Kratky. „Der Grundgedanke war, dass nicht nur das Fliegen von der Natur abgeschaut werden kann, sondern auch das Kriechen von der Technik imitiert werden kann.“

Mit der Umsetzung dieser Idee könnte künftig der Hilfseinsatz bei Katastrophen unterstützt werden: „Um zum Beispiel in verseuchten Gebieten an Informationen zu kommen, kann es hilfreich sein, etwas Kleines, Agiles zu haben, das in Schächte und Rohre hineinkommt und sich darin womöglich sogar nach oben arbeiten kann“, so Kratky.

Fotos in Kürze auf www.wien.gv.at/pressebilder abrufbar. (Schluss)ssr

Die Konstruktion des Roboters wurde genau geplant: Ein Regenwurm besteht aus mehreren Ringen, die er zusammenziehen und auseinanderdehnen kann, um sich fortzubewegen. Diese Kräfte übersetzte das Projektteam mit Hilfe eines Modellbau-Servos, das von der Bewegungsrichtung des Roboters unabhängig immer in der Mitte jedes Segments liegt. Was in der Natur leicht aussieht, forderte den fünf Diplomanden komplexe physikalische Berechnungen ab. Der Leitsatz war: Bewegt werden müssen immer jene Segmente, die aufgrund ihres jeweils aktuellen Querschnitts den Boden nicht berühren. Schnell gelang es den Schülern, den Roboter ferngesteuert kriechen zu lassen. Firmensponsoren finanzierten dann 3D-Druck, Elektronik und Einzelteile des ambitionierten Projektes. Der einzige Unterschied zum Vorbild in der Natur: Der Roboterwurm ist mit rund einem Kilogramm etwas schwerer als sein natürliches Vorbild.

Vor kurzem konnte das Projektteam beim größten österreichweiten Schulwettbewerb für innovative Ideen. „Jugend Innovativ“ den ersten Platz abräumen und darf nun im kommenden Jahr an der „INTEL ISEF – International Science and Engineering Fair 2017“ in Los Angeles teilnehmen.

„Ich gratuliere zu diesem schönen Erfolg und freue mich, dass in Wiener Schulen derart innovativ und praxisorientiert gearbeitet wird“, betont Stadtschulratspräsident Jürgen Czernohorszky.

Projekt wird weiter entwickelt

Ein Teil des Teams wird unter Leitung des Diplomarbeitsleiters Matthias Müller auch weiterhin an dem Projekt arbeiten. "fairlab technologies" wird den bnc (bionic night crawler) 2.0 und eine dazugehörige Steuerung bis zur Intel ISEF entwickelt. „Einige Verbesserungen sollen vorgenommen werden, wie zum Beispiel eine eigens entwickelte Hülle, die den Wurm schlussendlich für den Einsatz in Katastrophengebieten verwendbar macht“, so Matthias Müller. „Außerdem soll mit diesem Unternehmen ein neuer Schritt im Bereich der "fairen" Technik gemacht werden. Unter fair-lab.com werden schon bald die ersten Neuigkeiten erscheinen."

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