Neues Volksblatt: "Pflicht ohne Schikane" von Harald GRUBER

Ausgabe vom 5. Juli 2016

Linz (OTS) - Eine Ausbildungspflicht für alle jungen Menschen bis zum 18. Lebensjahr ist keine Schikane, sondern sozialpolitische Vorsorge in Reinkultur.
Blickt man nämlich auf Chancen und Dasein von frühen Bildungsaussteigern, werden die absehbaren Verbesserungen durch die Ausbildungspflicht augenscheinlich. Die Arbeitslosenquote bei den Menschen nur mit Pflichtschulabschluss liegt derzeit bei 12,7 Prozent und damit doppelt so hoch wie im Bundesschnitt. Das durchschnittliche Netto-Monatseinkommen dieser Menschen erreicht gerade einmal 1292 Euro und damit einen deutlich geringeren Wert als das Monatsnetto von Lehrabsolventen (1922 Euro), Maturanten (2097 Euro) oder Akademikern (2773). Komplettiert werden die Vorzüge einer Ausbildungspflicht bis zum 18. Lebensjahr durch den hohen und steigenden Bedarf an gut ausgebildeten Fachkräften in der heimischen Wirtschaft.
Im Sinne einer umfassenden sozialen Prophylaxe ist aber auch zu fragen, warum es eine Ausbildungspflicht überhaupt braucht. Warum also derzeit junge Menschen aus der Schule aussteigen und umgehend als Hilfsarbeiter anheuern (müssen). Da steckt wohl ein nachhaltig gepflegtes Weltbild dahinter. Brennpunkte zeigen sich in städtisch-geprägten Regionen und dort vor allem in den Migranten-Communities. In Linz, Wels oder Steyr kann rund die Hälfte der jungen Ausländer nicht mehr vorweisen als das Absitzen der Pflichtschule ...

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