Energieeffizienzgesetz: Erste Renovierungsarbeiten umgesetzt, Baustelle bleibt!

Dieseladditive und Ölheizungen der falsche Weg.

Wien (OTS) - In den vergangenen Monaten sind die Preise für Energieeffizienzgutschriften ins Bodenlose gefallen, die Umsetzung wirksamer Effizienzmaßnahmen wurde damit praktisch unmöglich. Mit der Novellierung der Richtlinienverordnung zum Energieeffizienzgesetz verschwinden kurzfristig einige Effizienzmaßnahmen, die wesentlich zum Preisverfall auf dem Effizienzmarkt beigetragen haben. „Durch den Preisverfall am Markt für Energieeffizienzgutschriften wurden vor allem innovative und umweltbewusste Unternehmen bestraft, die seriöse Maßnahmen zur Energieeinsparung umgesetzt haben und die das Gesetz nutzen wollten, um bisher zu teure Maßnahmen mit realer Einsparwirkung umzusetzen. Wir sind zuversichtlich, dass sich die Änderungen positiv auswirken werden“, bewertet Josef Plank, Präsident des Österreichischen Biomasse-Verbandes, die Ende Juni veröffentlichte Novelle der Richtlinienverordnung. Grund zur Euphorie sieht Plank jedoch nicht: „Die Neuerungen sind ein erster Schritt, um aus dem Energieeffizienzgesetz ein taugliches Instrument zur Unterstützung der Ziele des Paris-Abkommens zu machen. Geht es doch darum, den Energieverbrauch so weit zu senken, dass er mit Erneuerbaren gedeckt werden kann. Die in der Verordnung verankerte Förderung von Ölheizungen und die Beimischung von Spritsparadditiven zu fossilen Treibstoffen sind da ganz klar Schritte in die falsche Richtung!“

Zur Information: Ziel des Bundes-Energieeffizienzgesetzes ist es, bis zum Jahr 2020 die Energieeffizienz um 20 Prozent zu erhöhen und damit gleichzeitig die Versorgungssicherheit zu verbessern, den Anteil erneuerbarer Energien am Energiemix zu erhöhen sowie eine Reduktion von Treibhausgasemissionen zu erreichen. Mit dem Gesetz wurde der Rahmen für die Herstellung und den Handel von Energieeffizienzmaßnahmen geschaffen. Durch überraschend „kreative“ Aktionen, wie etwa den Postversand von Plastikplättchen zur Reduzierung der Wasserdurchflussmenge bei Armaturen (die, wie eine Umfrage ergab, kaum eingebaut werden) oder die Beimischung von Additiven zu Treibstoffen ist der Preis für Energieeffizienzmaßnahmen verfallen. Dies führte zur Situation, dass aufwändigere Maßnahmen mit langfristigen und realen Einspareffekten nicht mehr realisiert werden können.

Rückfragen & Kontakt:

Österreichischer Biomasse-Verband
Antonio Fuljetic-Kristan
+43 (0)1 533 07 97 – 31
fuljetic@biomasseverband.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | BMV0001