„kreuz und quer“-Programmänderung in memoriam Elie Wiesel

Außerdem am 5. Juli: „Richtige Männer! Muslime und Frauenrechte“

Wien (OTS) - Bis zuletzt engagierte er sich für das Wachhalten der Erinnerung an die sechs Millionen Opfer des Holocaust: Elie Wiesel. Am vergangenen Samstag ist der Friedensnobelpreisträger und Schriftsteller, der als Einziger seiner Familie den Holocaust überlebte, in Manhattan gestorben. „kreuz und quer“ – präsentiert von Christoph Riedl-Daser – ändert aus diesem Anlass sein Programm und zeigt am Dienstag, dem 5. Juli 2016, um 23.25 Uhr in ORF 2 ein 30-minütiges Gespräch, das der ORF 2003 mit Elie Wiesel in Paris anlässlich seines 75. Geburtstags geführt hat. Davor spricht die türkisch-norwegische Filmemacherin Nefise Özkal Lorentzen – gläubige Muslimin und moderne, westlich geprägte und emanzipierte Frau zugleich – um 22.30 Uhr in ORF 2 in ihrer Dokumentation „Richtige Männer! Muslime und Frauenrechte“ mit muslimischen Männern, die auf der Suche nach einem neuen Rollenverständnis sind und sich daher für die Selbstbestimmung der Frauen engagieren. Die Reise der Filmemacherin führt nach Bangladesch, in die Türkei, nach Indonesien und Kuwait.

„In memoriam Elie Wiesel“ – Gestaltung: Gundi Lamprecht

Elie Wiesel wurde 1928 in Rumänien geboren. Er überlebte das Grauen der Konzentrationslager Auschwitz und Buchenwald. Als Überlebender des Holocaust verfasste er zahlreiche Bücher und Publikationen zum Thema. 1986 erhielt Wiesel – der mit einer Wienerin verheiratet war – den Friedensnobelpreis für seine Vorbildfunktion im Kampf gegen Gewalt, Unterdrückung und Rassismus.

In dem Gespräch mit Wolfgang Treitler erlaubt Elie Wiesel Einblicke in sein Geschick als Opfer und Überlebender der Schoah, als Mahner zum Frieden und – als Sohn seiner jüdischen Tradition – als Glaubende trotz der Erfahrung des Holocaust. Außerdem beklagt er schon damals in den interreligiösen Gesprächen – vornehmlich dem christlich-jüdischen Dialog –, auf den Islam vergessen zu haben, den Islam zu wenig mit eingebunden zu haben.

„Richtige Männer! Muslime und Frauenrechte“ – Ein Film von Nefise Özkal Lorentzen

Was bedeutet es, Mann und gläubiger Muslim zu sein? In den meisten islamischen Ländern gibt es ein patriarchales, also männerdominiertes Gesellschaftssystem. Die Rechte von Frauen und Mädchen wie auch von Homosexuellen sind oft extrem eingeschränkt. In diesen Ländern haben die Männer das Sagen, sie bestimmen über das Leben der anderen. Doch wie kommen Männer mit dieser ihnen zugeordneten traditionellen Rolle zurecht?

Imtiaz Pavel lebt in Bangladesch. Er erfand ein Rätsel-Brettspiel, das er mit Dorfkindern spielt, um ihnen schon in jungen Jahren deutlich zu machen, dass Männer und Frauen gleichgestellt sind. Naif Al-Mutawa ist Psychologe aus Kuwait und der Schöpfer der ersten Superhelden-Comics in der islamischen Welt, „The 99“. Von seinen 99 Superhelden trägt jeder einen der 99 Namen Allahs. Al-Mutawa glaubt an die Macht des Erzählens und hat erkannt, dass in der islamischen Welt Comics einen anderen Hintergrund brauchen als Geschichten von Superman oder Batman, um die Welt ein stückweit verändern zu können.

Syaldi Sehude und vier andere junge Männer machen in Indonesien auf das gesellschaftliche Problem von Vergewaltigungen aufmerksam: Sie trugen Miniröcke und zogen mit Transparenten durch die Straßen von Jakarta. Diese provokante Aktion griff die Jakarta Post in ihrer Schlagzeile auf – und hatte so landesweite Wirkung. Zuerst müssten sich Männer befreien, damit sich Frauen emanzipieren können, sind Syaldi Sehude und seine Freunde überzeugt: Richtige Männer sollten ebenso emotional sein und weinen können wie Frauen.

İhsan Eliaçik ist unter den Anhängern des Gezi-Aufstandes in der Türkei bekannt. Er leitet eine Aktivistengruppe in der Türkei, die sich Anti-Kapitalistische Muslime nennt. Die Regisseurin verbindet mit ihm die Hoffnung, dass sich der echte Islam von fundamentalistischen Strömungen in der Türkei abgrenzen kann. Als muslimischer Theologe meint Eliaçik, dass die Probleme mit der Männlichkeit nicht im Islam selber verwurzelt seien, sondern falsche Interpretationen des Korans und das dominante patriarchalische System die Männer zu Gier nach Macht und Besitz drängten.

Die Sendungen sind auf der Video-Plattform ORF-TVthek (http://TVthek.ORF.at) – vorbehaltlich vorhandener Online-Lizenzrechte – als Live-Stream sowie nach der TV-Ausstrahlung sieben Tage als Video-on-Demand abrufbar.

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