Zulassungsrelevante TAILOR-Studie: Zugabe von Erbitux zu FOLFOX verbessert Ergebnisse signifikant bei mCRC vom RAS-Wildtyp

Phase-III-Studie zeigt Ansprechrate von 61,1% bei Behandlung mit Erbitux plus FOLFOX

Wien (OTS) - Merck, ein führendes Wissenschafts- und Technologieunternehmen, wird auf dem 18. World Congress on Gastrointestinal Cancer (WCGC) der ESMO Daten der zulassungsrelevanten Phase-III-Studie TAILOR vorstellen. Diese in China durchgeführte Studie ist die erste prospektive Untersuchung eines Anti-EGFR-Antikörpers als Erstlinientherapie bei Patienten mit metastasiertem Kolorektalkarzinom (mCRC) vom RAS-Wildtyp. Die Ergebnisse zeigen, dass Erbitux® (Cetuximab) plus FOLFOX im Vergleich zu alleiniger FOLFOX-Therapie zu statistisch signifikanten Verbesserungen der Behandlungsergebnisse führt. Hierzu zählt das progressionsfreie Überleben (PFS) als primärer Endpunkt, das Gesamtüberleben (OS) sowie die beste Gesamtansprechrate (bORR)(1)

Im Vergleich zu den Patienten, die nur FOLFOX allein erhielten, zeigten die zusätzlich mit Erbitux behandelten Studienpatienten folgende Ergebnisse:1

  • Beste Gesamtansprechrate von 61,1% (gegenüber 39,5%; Odds Ratio [OR]: 2,41; p < 0,001) übereinstimmend mit internationalen Studien
  • Senkung des Progressionsrisikos um 31% (Hazard Ratio [HR]: 0,69; p = 0,004); und
  • Senkung des Sterberisikos um 24% (HR: 0,76; p = 0,02).

„Als eine Standardbehandlung beim metstasiertem Kolorektalkarzinom ist Erbitux bei Merck ein Produkt mit strategischer Priorität. Unser Ziel ist es, Patienten weltweit optimalen Zugang zu diesem Arzneimittel zu ermöglichen”, sagte Luciano Rossetti, Leiter der Forschung und Entwicklung im Biopharma-Geschäft von Merck. „Wir sind überzeugt, dass die Ergebnisse der TAILOR Studie eine gute Basis bilden, auf dem die Erweiterung der Zulassung auf die Erstlinientherapie von metastasiertem Kolorektalkarzinom in China erfolgen könnte.”

In die TAILOR-Studie wurden 393 Patienten aus China mit mCRC vom RAS-Wildtyp randomisiert. Die Ergebnisse zeigen, dass der Zusatz von Erbitux zu FOLFOX als Erstlinienbehandlung sowohl progressionsfreies Überleben (PFS) (medianes PFS: 9,2 versus 7,4 Monate) als auch Gesamtüberleben (OS) (medianes OS: 20,7 versus 17,8 Monate) signifikant verbessert. Das in der TAILOR-Studie beobachtete Sicherheitsprofil von Erbitux entsprach demjenigen in voraussgehenden randomisierten klinischen Studien. Es traten keine unerwarteten Sicherheitsbedenken auf.(1)

„Die Ergebnisse der TAILOR-Studie bekräftigen, was sich schon in vorausgegangenen, internationalen, zulassungsrelevanten Studien2 wie OPUS gezeigt hatte: Erbitux plus FOLFOX als Basis-Chemotherapie ist ein wirksames Behandlungsschema für Patienten mit mCRC vom RAS-Wildtyp”, sagte der leitende Prüfarzt der OPUS-Studie, Prof. Carsten Bokemeyer vom Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf. „Als erste prospektive Studie von Erbitux bei Patienten mit RAS Wildtyp-Tumoren untermauern die TAILOR-Ergebnisse den Nutzen und die Bedeutung der RAS-Biomarker-Analyse, die geeignete zielgerichtete Therapie für den einzelnen Patienten auf Basis des genetischen Profils ihres Tumors zu bestimmen.”

Das US-amerikanische National Comprehensive Cancer Network und ebenfalls die European Society for Medical Oncology empfehlen in ihren klinischen Richtlinien die Erstlinientherapie mit Erbitux mit entweder FOLFOX oder FOLFIRI bei Patienten mit mCRC vom RAS-Wildtyp.(3,4)

„In China gibt es derzeit nur begrenzte Erstlinienoptionen für Patienten mit metastasiertem Kolorektalkarzinom vom RAS-Wildtyp“, sagte der leitende Prüfarzt der TAILOR-Studie, Prof. Shukui Qin vom Nanjing Bayi Hospital in China. „Die Ergebnisse der TAILOR-Studie sprechen eindeutig für den Nutzen von Erbitux bei der Behandlung dieser Patientenpopulation. Wir hoffen, bald die Zulassung zu erhalten, damit auch Patienten hier in China Zugang zu dringend benötigten Behandlungsoptionen bekommen.“

Erbitux ist bereits in 90 Ländern weltweit zugelassen. In Europa ist Erbitux als Erstlinientherapie zur Behandlung von Patienten mit mCRC vom RAS-Wildtyp indiziert, und zwar bei bisher unbehandelten Patienten in Kombination mit der Oxaliplatin-basierten Chemotherapie FOLFOX oder in Kombination mit einem Irinotecan-basierten Therapieschema wie FOLFIRI.(3–5) Über 442.000 Patienten mit mCRC sind bereits mit Erbitux behandelt worden.

Weitere Informationen und Pressematerialien sind hier erhältlich:
www.merck.de/media-center-oncology

Literatur

1. Qin S, et al. Ann Oncol 2016;27(suppl 4):0-025. 2. Bokemeyer C et al. J Clin Oncol 2014; 25:(Suppl 2): ii105–17. 3. National Comprehensive Cancer Network (NCCN). Clinical Practice Guidelines in Oncology (NCCN Guidelines). Colon Cancer. Version 2.2016. Available from: www.nccn.org/patients. Abgerufen im Juni 2016. 4. Van Cutsem E et al. Ann Oncol 2014;25(Suppl 3):iii 1–9. 5. Erbitux® (cetuximab) SmPC, letzte Aktualisierung im Juni 2014. Abrufbar unter: http://www.ema.europa.eu/docs/en_GB/document_library/EPAR_-_Product_I nformation/ human/000558/WC500029119.pdf. Abgerufen im Juni 2016. 6. Vaughn CP et al. Genes Chromosomes Cancer 2011;50(5):307−12. 7. Van Cutsem E et al. J Clin Oncol 2015;33(7):692–700. 8. Stintzing S et al. Vortrag auf der Jahrestagung 2014 der European Society for Medical Oncology Congress, 26.-30. September 2014. Abstract-Nr.:LBA11. 9. Lenz H et al. Ann Oncol 2014;25(Suppl 5):v1–41. 10. Ferlay J, et al. Int J Cancer 2015;136:E359–86.

TAILOR-Studie

Die TAILOR-Studie ist eine prospektive, offene, randomisierte, kontrollierte multizentrische Studie der Phase III zum Vergleich von Erbitux in Kombination mit FOLFOX-4 gegenüber FOLFOX-4-Monotherapie als Erstlinientherapie bei chinesischen Patienten mit mCRC vom RAS-Wildtyp. Alle randomisierten Teilnehmer sollten bis zum Auftreten von Krankheitsprogression oder Auftreten von inakzeptablen Nebenwirkungen die Therapie erhalten. 397 Patienten mit mCRC vom RAS-Wildtyp wurden in die Studie aufgenommen. Primärer Endpunkt der Studie ist die progressionsfreie Überlebenszeit. Zu den sekundären Endpunkten gehören: Gesamtüberleben, beste Gesamtansprechrate, Intervall bis zum Therapieversagen und Rate kurativer Operationen von Lebermetastasen.

Metastasiertes Kolorektalkarzinom (mCRC)

Etwa die Hälfte aller Patienten mit mCRC weist Tumoren vom RAS-Wildtyp auf und die andere Hälfte RAS-Mutationen.6 Studienergebnisse zur Bewertung des RAS-Mutationsstatus bei Patienten mit mCRC haben belegt, dass monoklonale Antikörpertherapien, die sich gegen den epidermalen Wachstumsfaktorrezeptor (EGFR) richten, wie z. B. Erbitux® (Cetuximab), das Behandlungsergebnis bei Patienten mit mCRC vom RAS-Wildtyp verbessern können.(2,7-9) Das Kolorektalkarzinom (CRC) ist der dritthäufigste Krebstyp weltweit mit einer geschätzten Erkrankungsrate von über 1,36 Millionen neuen Patienten pro Jahr.(10) Es wird geschätzt, dass weltweit jedes Jahr 694.000 Menschen an CRC sterben. Damit entfallen 8,5% aller krebsbedingten Todesfälle auf diesen Krebstyp, womit das CRC die vierthäufigste krebsbedingte Todesursache darstellt.10 Fast 55% der diagnostizierten Kolorektalkarzinome entfallen auf Industrieländer. Grundsätzlich sind die Erkrankungs- und Sterberaten bei Männern erheblich höher als bei Frauen.(10)

Erbitux®

Erbitux® ist ein hoch wirksamer monoklonaler Antikörper vom Typ IgG1, der gezielt den epidermalen Wachstumsfaktorrezeptor (EGFR) blockiert. Als monoklonaler Antikörper unterscheidet sich Erbitux in seiner Wirkweise von nicht-selektiven Standardchemotherapien dadurch, dass er spezifisch an den EGFR bindet. Durch diese Bindung wird die Aktivierung des Rezeptors und das nachgeschaltete Signalleitungssystem gehemmt, wodurch sowohl die Invasion der Tumorzellen in gesundes Gewebe als auch die Ausbreitung der Tumoren in neue Körperregionen (Metastasierung) vermindert wird. Darüber hinaus wird angenommen, dass es die Fähigkeit der Tumorzellen, die durch Chemo- und Strahlentherapie verursachten Schäden zu reparieren, sowie die Ausbildung neuer Blutgefäße in den Tumoren verringert, was zu einer generellen Hemmung des Tumorwachstums zu führen scheint.

Als häufigste Nebenwirkung tritt bei Behandlung mit Erbitux ein akneartiger Hautausschlag auf, der wiederum mit einem guten Ansprechen auf die Therapie zu korrelieren scheint. Bei etwa 5 Prozent aller Patienten können unter der Behandlung mit Erbitux Überempfindlichkeitsreaktionen auftreten; bei etwa der Hälfte handelt es sich um schwere Reaktionen.

Erbitux ist in über 90 Ländern weltweit für die Behandlung von Kolorektalkarzinomen und Plattenepithelkarzinomen des Kopfes und Halses (SCCHN) zugelassen. Merck hat die Vermarktungsrechte für Erbitux außerhalb der USA und Kanada 1998 in Lizenz von ImClone LLC, einer 100-prozentigen Tochtergesellschaft von Eli Lilly and Company, erworben. Merck hat sich dem Ziel der Förderung von Krebstherapien verschrieben und untersucht derzeit neuartige therapeutische Ansätze in hoch spezifischen Bereichen.

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