„Innovation als Motor für Beschäftigung und Wachstum in Städten“

Teil 2 der Diskussionsreihe „Growing Cities“ im Wien-Haus in Brüssel

Wien (OTS/RK) - Am 29. Juni 2016 fand im Wien-Haus in Brüssel die zweite Veranstaltung der Diskussionsreihe „Growing Cities – Growth in Cities“ statt, die das Verbindungsbüro der Stadt Wien und die Büros der Wirtschaftsagentur Wien und der Wiener Stadtwerke heuer gemeinsam ausrichten. Nach einleitenden Worten von Susanne Strohm, Leiterin des Brüsseler Büros der Wirtschaftsagentur Wien, diskutierten prominente RednerInnen aus den EU-Institutionen, der Wirtschaft sowie der Städte Wien und Amsterdam die Rolle von Forschung, Entwicklung und Innovation zur Förderung von Wachstum und Beschäftigung. Die rund 50 TeilnehmerInnen, vorrangig VertreterInnen verschiedener Städte- und Regionalbüros in Brüssel, MitarbeiterInnen der Europäischen Kommission und VertreterInnen von Städtenetzwerken, beteiligten sich angeregt an der Diskussion, die von der Brüssel Public Affairs Expertin Irina Michalowitz moderiert wurde.

Amsterdam und Wien – Innovation durch Offenheit und Partizipation

Durch welche Maßnahmen auf lokaler Ebene einer wachsenden Stadt Innovation gefördert werden kann, erklärte Eva Czernohorszky, Leiterin der Abteilung Technologie Services der Wirtschaftsagentur Wien, am Wiener Beispiel. Die Wiener Smart City und die Innovationsstrategie „Wien 2020“ bilden den Hintergrund, vor dem das Ziel einer „Stadt der Chancen“ entwickelt wurde. Innovation voranzutreiben sei essentiell, um den großen Herausforderungen durch das Bevölkerungswachstum begegnen zu können und im internationalen Standortwettbewerb bestehen zu können. Die Wirtschaftsagentur Wien hat diverse Formate zur Förderung von Innovationen entwickelt und bietet monetäre Unterstützung für Forschungs- und Innovationsprojekte für Wiener Unternehmen. „Innovationen werden nicht nur von Unternehmen getrieben, eine starke wissenschaftliche Basis ist dafür von großer Bedeutung. Wien hat eine hervorragende akademische Basis und daher ausgezeichnete Voraussetzungen.“

Als weiterer städtischer Vertreter beschrieb Gerard den Boer, strategischer Berater der Wirtschaftsabteilung der Stadt Amsterdam, die speziellen Herausforderungen für seine Stadt, in der Konnektivität in unterschiedlichem Sinne wesentlich ist: der wichtigste Internet-Knoten Europas bietet viele Arbeitsplätze, die es zu erhalten gilt, soziale Inklusion muss ganz gezielt unterstützt werden, Start-ups, v.a. im FinTech Bereich spielen eine große Rolle. Amsterdam als Innovationshauptstadt Europas 2016 hat als zentralen Ansatz den Menschen - Partizipation der BürgerInnen ist allen Strategien inhärent. Wobei er mit einem Augenzwinkern auch meinte:
„die beste Strategie ist manchmal keine Strategie zu haben“ – oft sei es sinnvoll, Dinge entwickeln und entstehen zu lassen, so ergeben sich bereits innovative kreative Lösungen.

MEP Rübig: Forschung für nachhaltige Städtepolitik wichtig

Paul Rübig, Abgeordneter zum Europäischen Parlament, hob die Arbeitsschwerpunkte des wissenschaftlichen Gremiums STOA (Science and Technology Options Assessment) des Europäischen Parlaments hervor:
„gerade im Zusammenhang mit den Herausforderungen der wachsenden Städte spielen neue Geschäftsmodelle, z.B. im öffentlichen Verkehr, eine bedeutende Rolle. Viele Fragen gibt es im Bereich Daten zu klären - der Zugang zu Daten, die Frage nach dem Eigentum an Daten und Datenschutz. Auch die Nachhaltigkeit von Ressourcen (Nahrung, Wasser, Biodiversität, etc.) ist ein wesentliches Thema. STOA beschäftigt sich mit diesen Fragen und liefert Inputs zur weiteren Diskussion und Entscheidungsfindung.“ Weiter wies Rübig auf die bedeutende Rolle von Start-ups bei der Bekämpfung von Arbeitslosigkeit und Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit hin.

Europäische Kommission unterstützt Kooperation über Grenzen hinweg und will Stakeholder einbinden

Marco Manfroni von der Europäischen Kommission, Generaldirektion GROW präsentierte eine aktuelle Initiative der Kommission - eine Reihe Empfehlungen sowie ein Online-Tool, die Städte und Regionen bei der digitalen Transformation unterstützen sollen. „Alle Akteure spielen eine wichtige Rolle in diesem Transformations-Prozess:
Kooperation über sektorale Grenzen hinweg und die Einbindung aller Stakeholder ist von entscheidender Bedeutung für die Entwicklung und gelungene Umsetzung einer digitalen Strategie.“

Mario Luef, Geschäftsführer der Kapsch CarrierCom in Belgien, erläuterte als einer der Stakeholder die Herausforderung für sein Unternehmen – zunehmende Urbanisierung bedeute mehr Autos, mehr Energiebedarf bei gleichzeitigem Ziel des Klimaschutzes. Luef: „Mit unserer neuen Strategie der Entwicklung intelligenter Mobilitätslösungen schaffen wir neue, innovative Konzepte für den öffentlichen Verkehr und für Verkehrsmanagementsysteme in Städten.“

Finanzierungthema für städtische Infrastrukturprojekte lösen

Michaela Kauer, Leiterin des Verbindungsbüros der Stadt Wien, brachte abschließend noch die Frage nach den Finanzierungsbedingungen ein, die ja Voraussetzung für viele der genannten Vorhaben seien:
„gerade wachsende Städte haben einen erhöhten Investitionsbedarf, die Voraussetzungen auf EU-Ebene stehen aber derzeit vielen Projekten im Weg“. Daher sei es wichtig, neben allen inhaltlichen Fragen auch die Handlungsfähigkeit der Städte abzusichern. Die Diskussionsreihe des Wien-Hauses anlässlich seines 20-jährigen Bestehens wird im Herbst fortgesetzt – dann wird zum Thema öffentliche Infrastruktur-Anbieter in wachsenden Städten diskutiert. Als Hintergrund dient die aktuelle Studie des Europaforums Wien „Dynamik und Herausforderungen wachsender europäischer Städte“ mit einem Vergleich von 14 europäischen Städten und Metropolregionen, die alle mit einem starken Bevölkerungswachstum in den vergangenen Jahren konfrontiert sind.

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Andrea König
Verbindungsbüro der Stadt Wien zur EU
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