Zukunft aktiv gestalten - Perspektiven für den Mittelstand

Wien (OTS) - 2016 haben wir fast endlose Möglichkeiten, Geschäftsmodelle und Arbeit neu zu denken. Um diese Chancen zu nutzen, luden abz*austria, KLAITON, Seinfeld Professionals/Northcote.Recht, theLiving Core und Qualysoft im Rahmen einer fünfteiligen Veranstaltungsreihe gezielt ManagerInnen und UnternehmerInnen des Mittelstandes zum interaktiven Austausch ein. Im Rahmen eines Pressegesprächs fassten die VeranstalterInnen die wichtigsten Themen, Inputs sowie die Reaktionen der Unternehmens-vertreterInnen zusammen.

„2013 waren 99,6% aller in Österreich aktiven Unternehmen – das entsprach rund 257.000 Unternehmen – sogenannte KMU. Sie beschäftigten knapp zwei Drittel der gesamten Erwerbstätigen, etwa 1,7 Millionen Personen. Grund genug, in einer eigenen Veranstaltungsreihe Vertreter und Vertreterinnen des Mittelstandes eine Plattform für Input, Diskussion und Vernetzung zu bieten“, erläutert Manuela Vollmann, Geschäftsführerin von abz*austria einleitend die Motivation für die ins Leben gerufene Reihe. Gleichzeitig wurde durch die vielfältigen Tätigkeitsbereiche der VeranstalterInnen eine interdisziplinäre Perspektive gesichert. Die Vielfalt der Themen reichte von den Implikationen des Trends zur Digitalisierung von Geschäftsmodellen, über die Frage, wie auch mittelständische Unternehmen Räume so verändern und gestalten können, dass Neues entstehen kann. Immer wieder wurde die Verbindung aller Themen mit der Notwendigkeit, Führung und Unternehmenskultur neu zu denken, deutlich. Andreas Hieger, Country Manager Österreich von Qualysoft sagt, dass wir natürlich mit unseren Veranstaltungen Menschen erreicht haben, die sich ohnehin schon Gedanken über Zukunftsthemen machen. Gleichzeitig wurden dadurch aber auch sehr qualitätsvolle Diskussionen ermöglicht.“

Sophie Martinetz, Geschäftsführerin von Seinfeld Professionals erläutert die Notwendigkeit für Veränderungen: „Mehr als 50% der derzeit in Beschäftigung stehenden Menschen gehen in den nächsten Jahren in Pension und müssen nachbesetzt werden. Alle Unternehmen wollen die besten Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen. Klar ist: Jene, die sich jetzt schon Gedanken über Perspektiven und Möglichkeiten machen, werden einen Schritt voraus sein! Viele denken dann, mit ein paar guten Möbeln und einem schönen Büro bin ich schon gut vorbereitet. Hinterfragt werden müssen aber vielmehr die eigenen Strukturen, welche Autonomien ich ermögliche, aber auch welche Grenzen ich als Unternehmer oder Unternehmerin setze. Oft braucht es nur kleine Veränderungen, die großes bewirken.“ Thomas Fundneider, Geschäftsführer von theLivingCore ergänzt, dass mittelständische Unternehmen eben nicht die finanziellen Möglichkeiten zur Verfügung haben, um z.B. Pilotprojekte für neues Arbeiten inkl. Neugestaltung der Büros zu starten und erst einmal zu auszuprobieren, was funktioniert. Gleichzeitig gibt es aber die Chance, sich die Erkenntnisse der großen Unternehmen zu Nutze zu machen, z.B. Telefonboxen komplett geschlossen im Inneren oder ganz im Außenbereich anzubieten. Hier funktionieren keine Zwischenlösungen. Manuela Vollmann meint, „dass es nicht darum geht, zu behaupten, dass Veränderungen kein Geld kosten, aber vor allem Veränderungen im Mind-Set sind wichtig. So müssen wir z.B. über neue Arbeitszeit – und Arbeitsorganisationsmodelle nachdenken, damit wir gut und gesund arbeiten können.“ Es gehe darum „eine lernende Organisation zu sein und Bildung und Wissen als Schlüssel für die Unternehmensführung einzusetzen.“ Thomas Fundneider weiß, „dass sich gewisse Grundbedürfnisse des Menschen über die Jahrhunderte nicht verändert haben. Nicht umsonst haben viele große Unternehmen ähnliche Raumaufteilungen wie z.B. alte Klosteranlagen.“

Birgit Oburger, Head of Communications and Consultant Relations KLAITON sieht digitale Plattformen und Hub-Lösungen als Chance für den Mittelstand, sich dort wo es Sinn macht gezielt Experten und Expertinnen als Unternehmen zuzukaufen. Es muss nicht mehr sämtliches Wissen im Unternehmen selbst verankert sein. Manuela Vollmann meint, „dass aber oft auch den Menschen gar nicht klar ist, welches Wissen sie bereits haben. Der Alltag ist oft so von administrativen Dingen überlagert, dass man als Chefin oder Chef wieder gefordert ist, eigene Denkräume zu schaffen.“ Andreas Hieger sagt, „es ist klar, dass ich an dem Schreibtisch, wo ich mein Tagesgeschäft erledige, oft nicht ausreichend innovativ arbeiten kann.“ Sophie Martinetz ergänzt, „dass innovativ arbeitende und denkende Menschen oft auch beschützt werden müssen, damit sie ihren Bedürfnissen gerecht arbeiten können.“

Andreas Hieger fragt sein Kunden und Kundinnen meist, wie viel Mut zur Veränderung sie haben. „Es ist ein Unterschied, ob ich nur einen Prozess beschleunigen möchte oder ein ganz neues Geschäftsmodell inkl. der notwendigen Struktur dahinter verankern will“. Alle sind sich aber einig, dass neue Strukturen sehr schnell sterben, wenn die Führung nicht dahinter steht. Ebenfalls Einigkeit besteht darüber, dass es sehr viele Innovationen in mittelständischen Unternehmen bereits gibt, aber diese viel zu wenig vor den Vorhang geholt werden bzw. es eben oft nur die großen Unternehmen sind, die ihre Innovationen auch kommunizieren. Nicht zuletzt deshalb macht eine Weiterführung der Veranstaltungsreihe Sinn. Bereits im Sommer soll es darum auch Überlegungen zur Fortsetzung geben.

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Mag. Petra Endl
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