Dziedzic: Regierung soll endlich die Ehe für alle öffnen - Zwei Drittel der Bürger_innen dafür

Grüne: Rechtliche Segregation nicht vertretbar

Wien (OTS) - „Das Grundprinzip der Gerechtigkeit wird verletzt, solange es für Lesben und Schwule nur die Eingetragene Partnerschaft gibt. Die Österreichische Bevölkerung steht hinter einer Eheöffnung, das zeigen sowohl die mehr als 50.000 Unterschriften für die ‚Initiative Ehe gleich‘ als auch Meinungsumfragen. Zwei Drittel befürworten über alle Parteigrenzen hinweg eine Gleichstellung", sagt Ewa Dziedzic, Grüne Bundesrätin und Sprecherin für LGBTI Angelegenheiten, hinsichtlich des heutigen Hearings im Petitionsausschuss des Nationalrates zu der ‚Bürger_inneninitiative Ehe gleich‘.

Laut einer Umfrage aus 2014 sprechen sich auch 52 Prozent der FPÖ Wähler_innen gegen eine Diskriminierung beim Zugang zur Eheschließung für gleichgeschlechtliche Paare aus. Diese hat sich heute im Rahmen der Debatte zum Thema nicht zu Wort gemeldet. SPÖ und NEOS sind wie die Grünen für eine Gleichstellung, FPÖ und ÖVP aber noch nicht im 21. Jahrhundert angekommen. "Selbst wenn das die ÖVP nicht wahrhaben will, finden zahlreiche Diskriminierungen von gleichgeschlechtlichen Partnerschaften durch den Ausschluss von der Ehe statt. Lehrer_innen müssen z.B. ihre Personenstandsänderung der Direktion bekannt geben, was einem Zwangsouting gleichkommt. Dass Menschen, die sich eintragen lassen, ihren Familiennamen verlieren, ist schlicht und einfach niederträchtig und sachlich mit nichts begründbar. Daneben gibt es über weitere 30 Ungleichbehandlungen im Partnerschaftsgesetz“.

Das Argument, dass eine Ehe nur Partnerschaften mit Kindern vorbehalten sein sollte, ist längst keines mehr. "Kinder sind ein Fakt in gleichgeschlechtlichen Beziehungen und wachsen schon lange in Regenbogenfamilien auf. Seit 1.1.2016 können Lesben und Schwule uneingeschränkt Kinder adoptieren. Nur diese Kinder können aufgrund vom Ausschluss vom Institut der Ehe, keine ehelichen Eltern haben. Diese Absurdität ist in Europa einmalig", stellt Dziedzic fest.

"Die Politik muss endlich die Lebensrealitäten der Menschen anerkennen und diese Ungleichbehandlung, die auf reiner Ideologie gründet, beenden", sagt Dziedzic und weiter: „Die beste Lösung wäre, sowohl die Ehe für alle abseits der sexuellen Orientierung zu öffnen, als auch die Eingetragene Partnerschaft für heterosexuelle Paare zu ermöglichen."

Die Grünen fordern die österreichische Regierung wiederholt auf, sich endlich einen Ruck zu geben und diese Diskriminierung zu beenden, anstatt auf weitere Gerichtsurteile zu warten, die eine Ungleichbehandlung nach der anderen als rechtswidrig qualifizieren.

Rückfragen & Kontakt:

Grüner Klub im Parlament
+43-1 40110-6733
presse@gruene.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | FMB0005