Glawischnig zu Glyphosat: Verlängerungsfrist nutzen um endgültiges Aus vorzubereiten

Grüne fordern nationale Sofortmaßnahmen - abwarten und raushalten ist keine Haltung

Wien (OTS) - Am heutigen 30. Juni wäre die Zulassung für Glyphosat ausgelaufen, in quasi letzter Sekunde hat die EU-Kommission die Zulassung des Totalherbizides um 18 Monate verlängert. Vom ursprünglichen Plan, Glyphosat für weitere 15 Jahre zuzulassen, musste die Kommission Abstand nehmen. „Natürlich hätten wir uns ein Ende des Einsatzes dieses Gifts gewünscht, immerhin wurde Glyphosat von der Internationalen Krebsforschungsbehörde IARC als wahrscheinlich krebserregend für den Menschen eingestuft. Daher müssen die kommenden 18 Monate dafür genutzt werden, ein endgültiges Aus für Glyphosat vorzubereiten", fordert die Grüne Klubobfrau und Bundessprecherin Eva Glawischnig. "Minister Rupprechter hat klar gesagt, dass Österreich Glyphosat nicht brauche. Dann soll er auch Maßnahmen dafür ergreifen, damit dieser Stoff nicht mehr auf unseren Feldern landet. Die Zeit des Abwarten und Raushalten ist vorbei.“

Österreich solle jetzt seine Verantwortung wahrnehmen und konkrete Maßnahmen setzen. Als ersten Schritt fordern die Grünen, den Einsatz von Glyphosat im österreichischen Umweltprogramm zu untersagen. „Den Einsatz eines Mittels in einem Umweltprogramm zuzulassen, das unstrittig die Biodiversität schädigt und im Verdacht steht, Krebs zu verursachen, ist für uns nicht nachvollziehbar. Dies muss umgehend korrigiert werden“, stellt Glawischnig klar. Aber auch der Einsatz im Privatgebrauch könnte sofort untersagt werden. „Vielfach wird Glyphosat unsachgemäß angewandt, beispielsweise um Terrassen oder Garagenzufahrten unkrautfrei zu halten, hierfür ist Glyphosat aber gar nicht zugelassen. Damit die KonsumentInnen sich und die Umwelt nicht unbedarft gefährden, sollte dieser Stoff nicht mehr für den Privatgebrauch abgegeben werden“, verlangt die Grünen-Chefin. Diese beiden Sofortmaßnahmen würden den Einsatz des Risikoproduktes in Österreich auf einen Schlag dramatisch reduzieren.

Vier Mal hat die EU-Kommission versucht, eine Mehrheit für die Zulassungsverlängerung des weltweit am häufigsten eingesetzten Pflanzengifts Glyphosat zu bekommen, vier Mal gab es keine ausreichende Mehrheit für den Kommissionsvorschlag. Weil am vergangenen Freitag auch im Berufungsausschuss keine ausreichende Mehrheit für oder gegen den Vorschlag der Kommission zustandekam, fiel die Entscheidung allein in die Kompetenz der Kommission. Diese hat jetzt die Zulassung von Glyphosat um 18 Monate verlängert, um die Bewertung durch die Europäische Chemikalien Agentur ECHA abzuwarten.

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