FPÖ-Hofer: GuKG-Novelle erfüllt nicht Erwartungen

Kürzere Ausbildung bei Pflegefachassistenz indiziert Qualitätsverlust – Pflegelehre wieder nicht berücksichtigt

Wien (OTS) - Die gestern im Gesundheitsausschuss mit den Stimmen der Regierungsparteien und der Grünen beschlossene Novelle des Gesundheits- und Krankenpflegegesetzes sieht hinkünftig drei Berufsgruppen im Pflegebereich vor. Das Berufsbild „Pflegeassistenz“ soll nun in etwa die Kompetenzen der bisherigen Pflegehilfe einnehmen. Neu geschaffen wird die „Pflegefachassistenz“ mit nur zweijähriger Ausbildung, die nun Tätigkeiten des bisher diplomierten Personals - mit bisher dreijähriger Ausbildung - übernehmen wird. Und schließlich wird es nach Absolvierung einer tertiären Ausbildung - in diesem Fall einer Fachhochschule - den „gehobenen Dienst“ für Gesundheits- und Krankenpflege geben, dieser entspricht der bisherigen Diplomausbildung.

„Bedauerlich in diesem Zusammenhang ist, dass die Bedenken der Berufsvertretung, aber auch zahlreicher Pflegeabteilungen in den österreichischen Krankenanstalten, überhaupt nicht im Gesetz berücksichtigt wurden. Es ist zu befürchten, dass angesichts des enormen Spardrucks hinkünftig immer weniger hochqualifiziertes, diplomiertes Personal eingesetzt werden wird und stattdessen Pflegeassistenz- und Pflegefachassistenzkräfte zu Arbeiten herangezogen werden, für die sie nicht ausgebildet sind“, bedauert Hofer, „dies ist gleichermaßen gefährlich für Patienten wie unbefriedigend für das Personal.“

Wenig verständlich ist für Hofer auch, dass nun gesetzlich festgelegt wurde, dass Pflegefachassistenzen die Tätigkeitsbereiche der bisherigen Diplompfleger übernehmen sollen. Hier steht zu befürchten, dass die kürzere Ausbildung zu weniger Qualität führen werde.

„Ich hätte mir gewünscht, dass sich die Bundesregierung endlich dazu durchringen kann, den Zugang zum Pflegeberuf niederschwellig zu gestalten und auch den Beruf der Pflegelehre endlich einführt. Ein Modell, welches in der Schweiz seit vielen Jahren sehr erfolgreich funktioniert. Stattdessen gibt es eine „mittlere Schiene“, deren Zweck wohl nur der Kosteneinsparung dient. Für mein Dafürhalten ist das der falsche Weg, gerade der Pflegeberuf ist ein äußert wichtiger und verantwortungsvoller - hier hätte ich mir gewünscht, dass dies entsprechend im Gesetz abgebildet wird.“

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