Warum es in Österreich unnötig viele Abtreibungen gibt

Stimmungsmache gegen Frauenrechte und Fristenlösung hilft niemandem.

Wien (OTS) - Heute wird die Petition „Fakten helfen“ als einer von 43 Tagesordnungspunkten in einem parlamentarischen Unterausschuss kurz erörtert. Die Forderungen der katholischen „Aktion Leben“ bzw. der österr. Bischofskonferenz mit dieser Initiative sind einmal mehr eine Abtreibungsstatistik. Eigentliches Ziel ist wohl die schleichende Aufweichung der Fristenlösung. Denn Statistiken und Motive zum Schwangerschaftsabbruch sind hinlänglich bekannt, dennoch ist die Zahl der Schwangerschaftsabbrüche mit rd. 30-35.000 pro Jahr überdurchschnittlich hoch im Vergleich zu anderen EU-Ländern. Dies liegt jedoch nicht an der fehlenden Datenlage, sondern an mangelhafter Verhütung.

www.profil.at/home/abtreibungsland-oesterreich-wie-politik-kirche-praevention-251983

Bekannte Fakten zu ungewollten Schwangerschaften:

•Die meisten Frauen wurden schwanger, weil sie gar nicht oder mit dem mittelmässig wirksamen Kondom verhütet haben •Viele Frauen verhüten aufgrund der zunehmenden Hormonskepsis schlecht oder gar nicht •Viele Frauen mit geringem oder ohne Einkommen können sich wirksame Verhütungsmittel kaum leisten •Mehr als die Hälfte der Frauen, die zu einem Abbruch kommen, haben bereits eines oder mehrere Kinder •Frauen und Paare entscheiden sich für einen Schwangerschafts-Abbruch, weil sie in ihrer momentanen Lebenssituation nicht die Verantwortung für ein (meist weiteres) Kind übernehmen können.

Mehr Fakten zum Schwangerschaftsabbruch:
www.parlament.gv.at/PAKT/VHG/XXV/SBI/SBI_00159/index.shtml

Sexualpolitisches Entwicklungsland

In vielen sexualpolitischen Belangen ist Österreich Schlusslicht in Westeuropa. Gründe sind mangelhafte Sexualaufklärung, fehlende Kampagnen zur Verhütung, teure Verhütungsmittel, die nicht einmal für Frauen mit geringem Einkommen auf Krankenschein erhältlich sind. All dies erhöht die Zahl ungewollter Schwangerschaften. Wie der Österreichische Verhütungsreport zeigt, könnten alleine durch diese präventiven Maßnahmen jährlich rund 10.000 Schwangerschaftsabbrüche verhindert werden. www.verhuetungsreport.at

Die "Aktion Leben" – kein Interesse an Verhütung

Auch 41 Jahre nach Einführung der Fristenlösung wollen die österreichische Bischofskonferenz und die "Aktion Leben" dieses Frauen-Grundrecht anscheinend nicht zur Kenntnis nehmen. Präventionsmaßnahmen, wirksame Verhütung und zeitgemäßer Aufklärungsunterricht werden systematisch abgelehnt. Demokratiepolitisch ist es bedenklich, dass sich die „Aktion Leben“ als unabhängig und überkonfessionell darstellen möchte, in Wahrheit jedoch eine Lobbyorganisation der Bischofskonferenz ist und deren rückständiges Frauenbild sowie die mittelalterliche Sexualmoral verbreitet.

www.ots.at/presseaussendung/OTS_20160310_OTS0176/

Menschen mit Kinderwunsch unterstützen

Nicht nur die Prävention ungewollter Schwangerschaften ist mangelhaft in Österreich, auch die Unterstützung von Menschen mit Kinderwunsch stark verbesserungsbedürftig. Wie eine aktuelle Umfrage zeigt, hätten die ÖsterreicherInnen gerne mehr Kinder. „Dafür benötigen aber vor allem jüngere und Menschen mit geringem Einkommen mehr Verständnis für Familien in der Gesellschaft, ein höheres Familieneinkommen und flexiblere Kinderbetreuungseinrichtungen“ sagt DDr. Christian Fiala, Gynäkologe und Leiter des Gynmed-Ambulatoriums.

www.gynmed.at/umfrage-kinderwunsch-in-oesterreich

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