Ellensohn: Endstation Schulschluss? Perspektiven für junge Männer mit Pflichtschul-Abschluss

Jede Dritte zwischen 20 und 25 Jahren ist arbeitslos

Wien (OTS) - Viele junge Menschen machen mit Ende des Schuljahres einen wichtigen Schritt ins Leben: Sie beenden die Schule, beginnen eine Lehre, starten nach den Sommerferien auf der Universität oder haben vielleicht sogar schon einen Job in Aussicht. Es gibt aber auch eine Gruppe junger Menschen, die nach dem Abschluss der Schulpflicht mit 15 nicht mehr wirklich weiter wissen, und das sind vor allem die Burschen. Denn junge Männer schaffen immer häufiger keinen höheren Abschluss als die Pflichtschule. Sie sind dann oft arbeitslos, hängen im Park oder auf der Straße herum. 2015 waren schon zehn Prozent der Männer unter 25 Jahren arbeitslos, 2011 erst sieben Prozent. In Wien gehen 31 Prozent der Männer zwischen 20 und 25 Jahren keiner regulären Arbeit nach, oft haben sie auch schon einen Marathon der Lehrstellensuche hinter sich.

„Wir tun in Wien jetzt schon vieles für Jugendliche mit Pflichtschulabschluss. Etwa mit dem AMS für Jugendliche, der Wiener Ausbildungsgarantie, den überbetrieblichen Lehrwerkstätten, oder, speziell für junge Flüchtlinge, mit dem neuen Jugendcollege, einer Bildungseinrichtung für junge Flüchtlinge zwischen 15 und 21 Jahren“, betont der Klubobmann und Bildungssprecher der Grünen Wien, David Ellensohn. Auch die von der Regierung beschlossene Ausbildungspflicht bis 18 Jahre ist ein Schritt in die richtige Richtung: Ab Herbst müssen alle Jugendlichen unter 18, die die Schulpflicht erfüllt haben, entweder eine weiterführende Schule beziehungsweise eine betriebliche oder überbetriebliche Lehrausbildung beginnen. Wer sich nicht daran hält, muss mit Sanktionen rechnen.

Neue Wege gehen

„Man sollte jedoch noch einen Schritt weitergehen: So wie es Programme gibt, um Mädchen für „frauenuntypische“ Berufe zu begeistern, sollte es das Gleiche auch für Burschen geben: Denn zB im Gesundheitsbereich oder etwa als Kindergärtner werden Arbeitskräfte dringend gebraucht“, so Ellensohn. „Der Schlüssel liegt wie immer in der Bildung, und zwar schon von klein an. Denn auch für einen Job als Lagerarbeiter muss man heutzutage Computerprogramme oder manchmal auch eine zweite Sprache beherrschen. Die klassischen „Hilfsarbeiter-Jobs“ gibt es immer weniger“. Eine Verstärkung von Streetwork sowie aufsuchende Bildungsberatung in den Parks dieser Stadt könnte auch dazu beitragen, die Jugendlichen von der Straße zu holen. „Wenn Jugendliche in ihrem Leben Chancen bekommen, stärkt das auch den Zusammenhalt in unserer Stadt. Wir müssen die Hoffnungen dieser jungen Menschen als Chance begreifen“, so Ellensohn.

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