Sima/Maresch: Hitzefrei für Wiens Fiakerpferde

Landtag: Weiteres Maßnahmenpaket für Wiens Fiaker

Wien (OTS) - Hitzefrei ab 35 Grad gibt es ab heuer für die Wiener Fiakerpferde. Wiens Tierschutzstadträtin Ulli Sima und der Umweltsprecher der Grünen, Rüdiger Maresch, haben – gemeinsam mit PferdeexpertInnen - ein weiteres Paket zum Wohle der Fiakerpferde in Wien geschnürt. Die Novelle wird heute, Donnerstag, dem Wiener Landtag vorgelegt

„Wir haben in den letzten Jahren schon viele Maßnahmen für die Tiere gesetzt, die Fiakerstandplätze so gestaltet, dass die Tiere im Schatten stehen. Auch die Arbeitszeiten für die Tiere wurden reduziert. Nun wollen wir mit einer Novelle zum Fiakergesetz weitere Verbesserungen herbeiführen, die vor allem auch auf die heißen Sommertage abzielen“, so Sima und Maresch. Die Maßnahmen zur Novellierung des Wiener Fiaker- und Pferdemietwagengesetz wurden mit PferdexpertInnen ausgearbeitet.

Untersuchungen haben gezeigt, dass Fiakerpferde einer hohen Stressbelastung ausgesetzt sind. Diese stellt eine Gefahrenquelle im öffentlichen Verkehr dar. Maßnahmen gegen die Stressbelastung sind notwendig für die Verkehrssicherheit und dienen so auch dem Wohl der Tiere.

7 Punkte-Paket für Wiens Fiakerpferde:

1. hitzefrei ab 35 Grad: analog zu Arbeiten am Bau, dürfen die Tiere bei am Stephansplatz gemessenen 35 Grad nicht mehr im Einsatz sein. Im Vorjahr gab es in der Wiener Innenstadt 18 Tage mit über 35 Grad. 2. Reduktion der Arbeitszeiten: Fiakerpferde dürfen nur 18 Tage pro Monat arbeiten.
3. Verkürzung der Betriebszeit um eine Stunde: Die Arbeitszeiten belaufen sich künftig von 11.00 – 22.00 Uhr. Durch den verminderten Arbeitseinsatz reduziert sich die Stressbelastung für die Tiere.
4. Vor jedem Fahrantritt muss der Kutscher nachweislich die Einsatztauglichkeit (inklusive Gesundheitscheck) der Pferde überprüfen und dies in das Fahrtenbuch eintragen. Dieses wird von der Behörde stichprobenartig überprüft.
5. Künftig dürfen nur mehr Tiere als Zugpferde eingesetzt werden, die auf Grund ihres Wesens und des Ausbildungs-und Trainingszustandes nachweislich mit dem Einsatz als Fiakerpferd gut zurechtkommen. Neue Pferde werden vor ihrem ersten Einsatz durch Spezialisten auf ihre Eignung geprüft.
6. Bodenmarkierungen legen Lage und Anzahl der Stellplätze fest – dies garantiert erleichterte Überprüfbarkeit, ob die entsprechenden Vorgaben eingehalten werden.
7. Künftig wird noch mehr Augenmerk auf tierschutzrelevante Themen gelegt: Darunter fallen die Auswirkungen des Tragens des Maulkorbs, das Schweifanbinden und das regelmäßige Füttern. Dabei wird die Behörde auf verstärkte Aufklärung setzen und die Einhaltung dieser neuen Auflagen genau kontrollieren.

„Mit diesen Maßnahmen sorgen wir für entscheidende Verbesserungen für die Tiere in unserer Stadt. Wir haben es uns nicht leicht gemacht, sondern mit vielen Expertinnen und Experten zusammengearbeitet, um ein Maximum für die Tiere zu erwirken“, so Sima. Rüdiger Maresch ergänzt: „Mit dieser Novelle werden entscheidende Maßnahmen gegen die Stressbelastung der Wiener Fiakerpferde gesetzt. Besonders in Hinblick auf Hitzetage und Klimawandel muss auf die Gespannpferde mehr Rücksicht genommen werden. Mit der neuen Regelung für Tropen-Tage bzw. auch der Arbeitszeit-Verkürzung für die Pferde wurde auf aktuelle Wetterentwicklungen entsprechend reagiert und so dem Tierschutz und der Verkehrssicherheit Vorrang eingeräumt.“

Strenge Kontrollen wirken

In Wien gibt es derzeit 28 Wiener Fiakerbetriebe mit ihren 375 Pferden. Sie werden von Polizei, MA 60 – Veterinärdienste und Tierschutz und MA 65 streng kontrolliert. Im Jahr 2015 gab es 9 tierschutzrechtliche Anzeigen bei Fiakerpferden. An heißen Sommertagen ist der Betrieb künftig ab 35 Grad einzustellen. Die Einhaltung dieser Vorgabe wird von der Polizei in Zusammenarbeit mit der MA 65 kontrolliert.

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