VKI startet Sammelaktion für Santander-Kreditnehmer

Kunden erhalten nach OLG-Urteil Geld zurück

Wien (OTS/VKI) - Die Santander Consumer Bank verrechnete Kreditnehmern, die mit ihren Zahlungen in Rückstand gerieten, zu hohe Verzugszinsen und Mahnspesen. Das entschied vor Kurzem das Oberlandesgericht Wien (OLG) in einem Verfahren, das der Verein für Konsumenteninformation (VKI) – im Auftrag des Sozialministeriums – gegen die Bank angestrengt hatte. Nun startet der VKI eine Sammelaktion, die Betroffenen helfen soll, ihr Geld zurückzubekommen. Details gibt es online unter www.verbraucherrecht.at.

„Das Gesetz sieht bei Verbraucherkrediten vor, dass die Verzugszinsen maximal 5 Prozent über dem regulären Jahreszinssatz liegen dürfen“, erklärt VKI-Juristin Ulrike Wolf. „Bei der Santander Consumer Bank wurden die Zinsen jedoch jeweils am Quartalsende dem Kapital zugeschlagen. Durch den Zinseszinseffekt war die tatsächliche Belastung für Kundinnen und Kunden also höher. Die gesetzlich festgelegte Schwelle wurde klar überschritten.“

Zusätzlich dazu verrechnete die Santander Consumer Bank Mahnspesen, die der Höhe nach gestaffelt waren: Für die erste Mahnung wurden 20,33 Euro fällig, bei der zweiten 33,10 Euro und bei der dritten bereits 47 Euro. „Diese massive Erhöhung ab der zweiten Mahnung stand in keinem angemessenen Verhältnis zur betriebenen Forderung“, so Ulrike Wolf. „Für die Anhebung fehlte auch eine sachliche Rechtfertigung.“

Der VKI fordert für Kreditnehmer der Santander Consumer Bank nun die unzulässig in Rechnung gestellten Mahnspesen zurück. Betroffen sind dabei alle Konsumenten, die aufgrund eines Zahlungsverzugs für eine zweite bzw. eine dritte Mahnung bezahlen mussten. Die kostenlose Sammelaktion umfasst auch bereits getilgte Kredite und bezieht Kunden mit ein, die in keiner Geschäftsbeziehung mehr zu Santander stehen. Für sie holt der VKI auch die unrechtmäßig kassierten Verzugszinsen zurück. Bestehende Santander-Kunden wiederum bekommen die Zinsen direkt auf ihrem Konto gutgeschrieben.

SERVICE: Alle Informationen zur Sammelaktion gibt es unter www.verbraucherrecht.at. Das Teilnahmeformular wird auch in türkischer und kroatischer Sprache angeboten.

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