Lunacek: „Glyphosat-Verlängerung muss der Anfang vom Ende sein“

Kommission missachtet Widerstand aus der Zivilgesellschaft

Brüssel/Wien (OTS) - Gesundheitskommissar Vytenis Andriukaitis hat gestern eine Verlängerung der Zulassung des Pflanzenschutzmittels Glyphosat um 18 Monate angekündigt ("technische Verlängerung"). Spätestens in 18 Monaten legt die Europäische Chemikalienagentur einen Bericht zu den Risiken der Anwendung des Pflanzenschutzmittels vor.

Ulrike Lunacek, Vizepräsidentin des Europäischen Parlaments und Delegationsleiterin der österreichischen Grünen im EP, kommentiert:

„Obwohl die Kommission die erforderliche Unterstützung der Mitgliedsstaaten nicht bekommen hat, will sie gegen den Willen der Mehrheit der EU-Bevölkerung die Glyphosatzlassung verlängern. Jetzt wäre der Moment gewesen, auf die vielen Menschen zu hören, die das giftige Pflanzenschutzmittel Glyphosat ablehnen. Mit einem Stopp von Glyphosat hätte die Europäische Kommission zeigen können, dass sie die mit dem britischen Referendum noch deutlicher gewordene Skepsis vieler Bürgerinnen und Bürger gegenüber Entscheidungen in der EU ernst nimmt. Leider hat die Europäische Kommission diese Chance ungenutzt verstreichen lassen und sich auf die Seite der Konzerne und Lobbyisten-Agenturen gestellt und nicht auf die der Zivilgesellschaft. Die Verlängerung kann nur der Anfang vom Ende der Anwendung von Pestiziden und Herbiziden und der Beginn einer nachhaltigen europäischen Landwirtschaft sein. Ich fordere deshalb auch Österreichs Umweltminister Rupprechter auf, die Möglichkeit zu nutzen, den Einsatz dieses gesundheitsgefährdenden Pestizids in Österreich sofort zu verbieten.“

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