Kinderbetreuung im Sommer bleibt ein Problem: AK kritisiert überlange Schließzeiten

Linz (OTS) - Nur noch wenige Tage bis zum Beginn der großen Ferien:
Wie jedes Jahr melden sich auch heuer wieder viele Eltern bei der Arbeiterkammer, weil im Sommer geschlossene Kinderbetreuungseinrichtungen Mütter, Väter und letztlich auch die Kinder vor nahezu unlösbare Probleme stellen. „Die Eltern haben in der Regel nur 25 Tage Urlaub, die Kinderbetreuungseinrichtungen in Oberösterreich sind aber im Schnitt fast 29 Tage geschlossen. Wie soll das gehen?“, fragt AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer.

Nach wie vor machen viele Kinderbetreuungseinrichtungen während der Weihnachts-, Semester-, Oster- und Sommerferien dicht. Die oberösterreichischen Horte zum Beispiel bleiben fast 33 Tage im Jahr geschlossen. Alle oberösterreichischen Kindertagesheime zusammen kommen im Schnitt auf 28,5 Schließtage – das sind um rund sieben Tage mehr als im bundesweiten Durchschnitt! Für die Eltern machen diese sieben Tage einen großen Unterschied. „Wir hören immer wieder, dass Eltern ihren Urlaub nicht gemeinsam nehmen können, weil es sich einfach nicht ausgeht. Das ist sicher nicht im Sinne der Familien und damit letztendlich auch nicht im Sinne der Kinder“, sagt AK-Präsident Kalliauer.

Probleme mit der Kinderbetreuung gibt’s allerdings nicht nur im Sommer. Ganz allgemein passen die Öffnungszeiten der Betreuungseinrichtungen nicht zu den immer flexibler werdenden Arbeitszeiten der Eltern. Laut einer europaweiten Erhebung von Eurofund ist flexibles Arbeiten in Österreich längst Realität: Bei deutlich mehr als der Hälfte der Arbeitnehmer/-innen bleibt die Dauer der täglichen Arbeitszeit nicht gleich. Bei 29 Prozent ändern sich die Wochen-Arbeitszeiten. Und bei der Hälfte sind Arbeitsbeginn und Arbeitsende nicht fix. Zudem arbeitet fast ein Drittel der Beschäftigten mindestens einmal im Monat länger als zehn Stunden am Tag.

Die Öffnungszeiten der Kinderbetreuungseinrichtungen halten da aktuell nicht mit - jede dritte Einrichtung in Oberösterreich hat weniger als sieben Stunden pro Tag offen. Nur ein Viertel der Kindertagesheime in unserem Bundesland hat mehr als neun Stunden geöffnet. Um die Versorgungslücken zu schließen, stellt der Bund für den Zeitraum 2014 bis 2017 im Rahmen einer sogenannten 15a-Vereinbarung rund 305 Millionen Euro für die Länder als Kofinanzierung zur Verfügung, wenn diese das Betreuungsangebot ausbauen. Dieses Geld wird aber vom Land Oberösterreich nur zögerlich abgeholt. „Wir brauchen einen raschen Ausbau der Kinderbetreuungsplätze, die den Vereinbarkeitskriterien für Familie und Beruf entsprechen“, fordert Kalliauer. Zu diesen Kriterien gehöre auch, dass die Betreuungseinrichtung maximal fünf Wochen im Jahr geschlossen bleibt: „Da geht es um Betreuung, aber auch um Bildungschancen. Schließlich können Kinder auch im Sommer spielerisch gefördert werden.“ Für einen qualitätsvollen Ausbau der Kinderbetreuungseinrichtungen werde es jedenfalls auch mehr Personal brauchen, so Kalliauer.

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