Neues Volksblatt: "Höchste Zeit" von Markus EBERT

Ausgabe vom 29. Juni 2016

Linz (OTS) - Der kauzige Tiroler Kabarettist Otto Grünmandl war seiner Zeit weit voraus, immerhin erfand er schon in den 70er Jahren das „Alpenländische Inspektoren-
inspektorat“ als Sinnbild bürokratischen Unfugs.
Inspektoren, davon weiß die Wirtschaft ein Lied zu singen, gibt es auch heute noch zuhauf, sie heißen nur anders — Beauftragte. Und wo die Menschen an die rechtlichen Grenzen stoßen, aber der Ansicht sind, Recht zu haben, gibt es immer noch Ombudsleute.
Klar ist: Der gordische Knoten an bürokratischen Auswüchsen ist nicht mit einem Schwertschlag zu beseitigen. Und zwar schon deswegen nicht, weil es nicht nur ums Beseitigen nicht benötigter Rechtsvorschriften geht, sondern auch darum, deren Entstehen wo es geht hintanzuhalten. Die Frage, was muss wirklich legistisch geregelt werden, und wo könnte der gesunde Menschenverstand ausreichen, wurde in der Vergangenheit definitiv zu wenig gestellt. Wobei das nicht allein dem Gesetzgeber anzulasten ist, sondern jedem Einzelnen, der nach Vorschriften für dieses und jenes ruft.
Wenn es eine behördliche Instanz gibt, die — wie in Linz passiert — die Beschwerde eines Erwachsenen behandelt, weil sich dieser durch die Bezeichnung „Kinderpunsch“ (sprich alkoholfreier Punsch) diskriminiert fühlt, dann weiß man, dass es höchste Zeit ist für den von der OÖVP ausgerufenen Kampf gegen die Bürokratie-Flut.

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