Wehsely irrt bei der Ausbildungsreform

Ärztekammer hat keineswegs der Reduktion von Turnusarztstellen zugestimmt – „Gemeinderat falsch informiert“

Wien (OTS) - Die Wiener Ärztekammer weist die von Gesundheitsstadträtin Sonja Wehsely im Gemeinderat aufgestellte Behauptung, wonach die Reduzierung von 50 Turnusärzten in den Spitälern des Wiener Krankenanstaltenverbunds mit der Ärztekammer im Zuge der Ausbildungsreform vereinbart worden sei, entschieden zurück. ****.

Zwar habe die Ärztekammer bei der Ausbildungsreform intensiv mitgearbeitet – allerdings mit dem alleinigen Ziel, die Ausbildung für junge Ärztinnen und Ärzte zu verbessern. „Eine Vereinbarung, dass zukünftig weniger Ärztinnen und Ärzte, und damit auch weniger Turnusärzte, im KAV beschäftigt werden sollen, existiert nicht“, betont Ärztekammerpräsident Thomas Szekeres, der Wehsely auffordert, eine entsprechende Vereinbarung mit der Unterschrift der Ärztekammer zu präsentieren. Da Wehsely dies nicht könne, sei evident, dass sie den Wiener Gemeinderat falsch informiert habe.

Als „unsinnig und gegen die Interessen der Patienten gerichtet“ bezeichnet Szekeres auch den Umstand, dass Wehsely als Legitimation für ihren geplanten Turnusstellenabbau eine Empfehlung des Gesundheitsministeriums heranziehe. Zwar habe das Ministerium tatsächlich empfohlen, dass in Wien je nach Einbeziehung von Wahlärzten „nur“ zwischen 110 und 130 Allgemeinmediziner – 80 Prozent davon im KAV – jährlich ausgebildet werden müssten, um die in Pension gehenden Hausärzte zu ersetzen.

„Diese 110 bis 130 Ausbildungsstellen für Allgemeinmediziner sind jedoch lediglich eine unbedingt benötigte Mindestzahl, die wenig mit der Erfordernis eines modernen Gesundheitssystems zu tun hat“, kritisiert Szekeres. Auch lasse Wehsely völlig außer Acht, dass auch Fachärzte ausgebildet werden müssten und diese ebenfalls rechtlich als Turnusärzte gelten und damit auch von den Kürzungen scheinbar mitbetroffen wären.

„Statt nicht existente Vereinbarungen zu zitieren, wäre es besser, die Gesundheitsstadträtin würde sich darum kümmern, dass der KAV in Zukunft zumindest gleich viele Ärztinnen und Ärzte ausbildet wie bisher.“ Denn sonst würden der Wiener Bevölkerung bei steigender Einwohnerzahl künftig weniger fertig ausgebildete Ärztinnen und Ärzte zur Verfügung stehen.

Die Stadt solle jedenfalls offen zugeben, wenn sie die Ausbildung von Jungärzten herunterfahren möchte – und dann auch gleich die Lehrpraxisfinanzierung sowie die Ausweitung der Lehrpraxen auch bei Fachärzten sicherstellen. „Der ambulante Sektor übernimmt bei Zurverfügungstellung entsprechender Ressourcen gerne diese zusätzliche Aufgabe, um den Rückzug der Stadt aus der ärztlichen Ausbildung zu kompensieren“, so Szekeres abschließend. (hpp)

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