Mindestsicherung: "Haben abwertende und diffamierende Rede von Politikern satt"

Verschwiegene Probleme: Kaum Soforthilfe, Aufwand bei Menschen mit Behinderungen, Unterhalt, Gesundheit, Vollzug, Wohnen, Ausgleich zw. Gemeinden

Wien (OTS) - „Die Betroffenen haben die abwertende und diffamierende Rede von Politikern wirklich satt“, berichten die Mitglieder der Armutskonferenz aus ihrer täglichen Arbeit. Das Netzwerk begleitet und unterstützt über 500.000 Hilfesuchende im Jahr. "Es gibt eine Reihe von Problemen in der Mindestsicherung, die sich nicht nach den Kampagnen der Parteibüros richten: Fehlende Soforthilfe, Aufwand bei Menschen mit Behinderungen, veralteter Unterhalt, mangelnde Hilfe bei Gesundheitsproblemen, Nicht-Inanspruchnahme, schlechter Vollzug, nicht leistbares Wohnen, Finanzausgleich zwischen den Gemeinden".

Zum Beispiel: Mangelnde Hilfe bei Gesundheitsproblemen

Gibt es seitens der Unterstützungsfonds der Krankenkassen keine oder nur bescheidene Unterstützung, sind etwa Therapien, Brillen, Schuheinlagen oder Hörgeräte nicht finanzierbar. Selbiges gilt für Zahnersatz und andere notwendige Zahnbehandlungen. Diätkost bei Diabetes wird zum unleistbaren „Luxus“. Werden BMS-BezieherInnen über die BMS in die Krankenversicherung einbezogen, müssen sie zwar keineKostenanteile selbst tragen, sehr wohl aber Selbstbehalte für Heilbehelfe und Hilfsmittel. Auch die Befreiung vom Kostenbeitrag für Anstaltspflege gilt zwar für die regulär Versicherten, nicht aber für mitversicherte Angehörige – und damit in aller Regel nicht für die Kinder in BMS-Haushalten. Eine Nicht-Inanspruchnahme kann wiederum dazu führen, dass notwendige Behandlungen oder Untersuchungen nicht durchgeführt werden und sich gesundheitliche Probleme dadurch verschärfen.
Mehr dazu:
www.armutskonferenz.at/file/armkon_bms_gesundheit_2016-04-14.pdf

Vergessene Probleme: Höchste Zeit in Blick zu nehmen

„Wir machen zum Thema, was bisher kaum Thema war“, so die Armutskonferenz „Wir fragen die Betroffenen und die Praktiker, was hilft“. Es gibt viele vergessene Probleme in der Mindestsicherung. Es ist jetzt höchste Zeit sie in den Blick zu nehmen.
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Die Armutskonferenz.
01/4026944 oder 0664/5445554
www.armutskonferenz.at

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