Schwarz: Stadt Wien muss Kindern das Erklimmen der Bildungsleiter ermöglichen

Forderung nach verstärkter Kontrolle in Kindergärten – Flächendeckende Einrichtung von Deutsch-Vorschulklassen - Schulentwicklungsplan notwendig

Wien (OTS) - „Bildungspolitik ist eine Leiter mit einzelnen Sprossen, die es nach und nach zu erklimmen gilt, um zum Ziel zu kommen“, erklärte heute die Bildungssprecherin der ÖVP Wien, Gemeinderätin Sabine Schwarz, im Rahmen der Debatte zum Rechnungsabschluss im Gemeinderat. Von der Politik müsse gewährleistet werden, dass alles was das Kind dazu brauche zur Verfügung gestellt werde. Schwarz brachte dazu zahlreiche Anträge ein, die dieses Ziel unterstützen. Grundsätzlich gehe es ihr darum, dass nicht die Stadt oder die Politik über die Bildungskarriere der Kinder entscheiden, sondern die Familien mit ihrem Kind. Dazu dürfe Ideologie keinen Platz haben und müsse echte Wahlfreiheit angeboten werden.

Im Bezug auf die erste „Sprosse“ in der Leiter der Bildungskarriere, dem Kindergarten, bedankte sich die Gemeinderätin zu aller erst für die „großartige Arbeit“ der vielen Kindergartenpädagoginnen und -pädagogen sowie der Assistentinnen und Assistenten, die die „Stütze für die Familien“ darstellen und das „Fundament für die Bildungskarriere der Kinder“ legen. Klar sei, dass der Kindergarten als „Bildungsgarten“ positioniert werden müsse. „Allerdings hapert es hier an der Qualität, da vor allem professionell ausgebildeten Pädagoginnen und Pädagogen fehlen“, so Schwarz. Dementsprechend werde von der ÖVP Wien der Antrag eingebracht, dass Förderungen für Trägerorganisationen auf Einrichtungen beschränkt werden sollen, deren Kindergruppen von diplomierten Kindergartenpädagogen geleitet werden. Da die Stadt im Bereich der Kindergärten vermehrt auf private Anbieter angewiesen sei, forderte Schwarz auch den Ausbau für die Kontrolle in diesem Bereich. „Es kann nicht sein, dass alles mögliche gefördert, aber die Kontrolle nicht ausgebaut wurde. Ein Kontrolleur für 7.000 Kinder ist definitiv zu wenig“, so Schwarz.

Für die „Sprosse“ Volksschule brach Schwarz eine Lanze für den verpflichtenden Vorschulbesuch von Kindern, welche die deutsche Unterrichtssprache nicht ausreichend beherrschen. „Es ist unseren Kindern nicht fair gegenüber, wenn sie ohne ein Wort Deutsch in den Unterricht geschickt werden. Kinder sollen ihre Bildungskarriere starten können, indem wir sie so früh wie möglich fordern und fördern“, so Schwarz, die dazu einen entsprechenden Antrag für eine flächendeckende Einrichtung von entsprechenden Vorschulklassen eingebracht hat. Für eine Weiterentwicklung der Neuen Mittelschulen appellierte Schwarz für mehr Praxisorientierung, Schwerpunktbildung und Begabtenförderung. „In Wien gibt es so gut wie keine Menschen, die die Begabungen unserer Kinder erkennen und dann ihre Stärken stärken“, so Schwarz. Lediglich 13 Wiener Schulen haben das Gütesiegel für Begabtenförderung, die Hälfte davon Privatschulen. Im Vergleich zu Oberösterreich gebe es in Wien auch kaum Mittel für Begabtenförderung. „Aber jedes Kind hat eine Begabung, unabhängig von der Größe der Geldbörse der Eltern“, so Schwarz.

Im Hinblick auf den Terminus „große Geldbörse“ kritisierte die Gemeinderätin vor allem die Wiener Volkshochschulen sowie die verdeckte Quersubventionierung mit Mitteln für die Gratisnachhilfe. „Wir fordern, dass die 2015 nicht verbrauchten Mittel direkt an die einzelnen Wiener Schulen umgeleitet werden, die autonom über den jeweils zugewiesenen Betrag entscheiden können“, so Schwarz, die auch dazu einen entsprechenden Antrag einbrachte. Nach wie vor gebe es kein Konzept, was mit diesem Geld passieren solle. Auch fehle es an einem konkreten Schulentwicklungsplan für Wien, so Schwarz. „Es gibt nicht genug Platz an den Schulen." Trotzdem habe die Stadt Wien kein Konzept, wo die Kinder in die Schulen gehen sollen. Der 3. Bezirk etwa entwickle nun selbst einen Schulentwicklungsplan, da er von der Stadt im Stich gelassen werde.

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