Die Bundeskonferenz der Freien Berufe (BUKO) kritisiert das "Mystery Shopping" scharf

„Mystery Shopping“ ist Spitzelwesen und zerstört das Vertrauen der Menschen in die Ärzte, so die BUKO, der Dachverband von 9 Kammern in Österreich

Wien (OTS) - Der Vorstand der Bundeskonferenz der Freien Berufe (BUKO) hat am 22.6.2016 einstimmig die folgende Resolution gegen „Mystery Shopping“ verabschiedet:

Kassen-Ordinationen von Ärzten und Zahnärzten, Krankenanstalten sowie öffentliche Apotheken sollen per Gesetz im Verdachtsfall, aber auch stichprobenartig von Krankenkassen-Spitzeln – so genannten „Mystery Shoppern“ – kontrolliert werden. Vordergründig geht es darum, Sozialmissbrauch zu verhindern. De facto aber bringen die vom Hauptverband der Österreichischen Sozialversicherungsträger erlassenen Richtlinien einen Generalverdacht gegenüber Ärzten und Patienten zum Ausdruck. Das legalisierte Spitzelwesen zerstört das Vertrauen zwischen Arzt und Patient. Es bedroht die Freiheit des ärztlichen Berufes.

Die Bundeskonferenz der Freien Berufe Österreichs spricht sich aus folgenden Gründen gegen Mystery Shopping in Einrichtungen des Gesundheitswesens aus:

  • Mystery Shopping ist ein Frontalangriff auf das sensible Verhältnis zwischen Arzt und Patient.
  • Mystery Shopping zerstört Vertrauen.
  • Das Kosten-Nutzen-Verhältnis ist fragwürdig. Die Schäden infolge von E-Card-Missbrauch sind nachweislich geringfügig.
  • Mystery Shopper täuschen bewusst falsche Tatsachen vor. Sie werden mit gefälschten E-Cards und falschen Identitäten ausgestattet.
  • Mystery Shopper werden mit den Beiträgen der Versicherten finanziert.
  • Durch Mystery Shopper verlängern sich die Wartezeiten in Einrichtungen des Gesundheitswesens.

Hochrangige Rechtsexperten halten die Möglichkeit, Ordinationen auszuspionieren, für menschenrechts- und verfassungswidrig, überschießend, unsachlich und unverhältnismäßig. Maßnahmen, wie sie jetzt zur Kontrolle von Einrichtungen des Gesundheitswesens zum Einsatz kommen sollen, sind selbst der Polizei verboten.

Die Bundeskonferenz der Freien Berufe Österreichs kritisiert vor allem, dass durch Mystery Shopping das Vertrauensverhältnis zerstört wird. Dieses ist nicht nur für die Ausübung des Arzt-, Zahnarzt- und Apothekerberufes, sondern auch aller anderen freien Berufe unabdingbar.

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