AK: „Faire“ Schuhe tatsächlich fair produziert?

AK Wien Veranstaltung mit Südwind, GLOBAL 2000, AK OÖ: Kaum Infos, unter welchen Bedingungen österreichische Schuhe im Ausland hergestellt werden

Wien (OTS) - Fair produzierte Schuhe – klingt gut, ist aber nicht immer so. „Österreichische Schuhfirmen stellen nicht immer nur im Inland her – es wird auch im Ausland und damit oft billig produziert“, sagte Nina Tröger bei einer AK Veranstaltung. Wie viel wirklich „Made in Austria“ ist, bliebe oft im Dunklen. Unerfreulich:
Gegenüber den Beschäftigten in den ausländischen Fabriken hapere es an sozialer Verantwortung. Für Konsumenten gebe es auch kaum Infos auf den Firmenwebsites, so Tröger. Die Unternehmen müssen mehr soziales Engagement zeigen.

Im Auftrag der AK hat die Clean Clothes Kampagne im Rahmen des Projektes „Change your Shoes“ sieben heimische Unternehmen befragt:
Das soziale Engagement der Firmen in ihren ausländischen Produktionsstätten lässt zu wünschen übrig. Sie setzen sich keineswegs mit den Fragen auseinander, ob die ausländischen ArbeitnehmerInnen von ihren Löhnen leben können. In Osteuropa ist das Auskommen mit dem Einkommen aufgrund der niedrigen gesetzlichen Mindestlöhne oft sogar schwieriger als in Asien. Auf den Firmenwebseiten sind überhaupt keine Informationen zur Übernahme von Verantwortung hinsichtlich sozialer Standards in den ausländischen Produktionsstätten zu finden.

„Von den sieben geprüften Firmen erzeugen nur vier – und das nur teilweise – in Österreich: Hartjes, Lorenz, Paul Green und Waldviertler“, sagte Tröger bei der AK Wien Veranstaltung gemeinsam mit Südwind, GLOBAL 2000 und AK OÖ „Faires Leder? Produktionsbedingungen bei Schuhen“. „Auch sie – so wie die anderen – haben Werke vor allem in Osteuropa und zum Teil auch in Asien. Wie hoch der Anteil der Produktion in Österreich tatsächlich ist, darüber schweigen alle Befragten. Die österreichischen Schuhfirmen setzen sich zu wenig mit den Themen gerechte Löhne und Sicherheit am Arbeitsplatz in den ausländischen Produktionsstätten auseinander“, kritisierte Tröger. Die Transparenz in der Zulieferkette und bei der Herstellung im Ausland ist noch immer eine Seltenheit.

Die AK fordert daher mehr soziales Engagement von den Unternehmen ein:
+ Sozialstandards einhalten: Die Einhaltung von Sozialstandards muss integrativer Bestandteil einer jeden verantwortungsvollen Unternehmenspolitik sein.

+ Gewusst wie: KonsumentInnen müssen über die Aktivitäten der Unternehmen hinsichtlich sozialer Standards in der Produktion und ihrer Verantwortung informiert werden.

Was können KonsumentInnen tun?
+ Vorab informieren: Sie wollen sich bestimmte Schuhe kaufen? Informieren Sie sich bereits vorab über die Produktionsbedingungen Ihrer Schuhe.

+ Aktiv werden: Sie können einen Brief an die Geschäftsführung schreiben und nach den Produktionsbedingungen fragen, wenn diese nicht öffentlich verfügbar sind.
SERVICE: Die AK Studie finden Sie im Internet unter wien.arbeiterkammer.at

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