Neues Volksblatt: "Warum?" (Von Herbert Schicho)

Ausgabe vom 28. Juni 2016

Linz (OTS) - Die meisten Maturanten liegen mittlerweile auf Stränden, feiern ihre bestandene Reifeprüfung, versuchen Kraft zu tanken für den Antritt im Herbst oder erholen sich einfach nur von zwölf Jahren Schüler-Dasein. Es sei ihnen vergönnt. Doch für die Schulpolitik ist ihre Matura nur eine Zwischennote und sollte ein Ansporn zur Verbesserung sein. Zuerst die gute Nachricht: Unsere Maturanten liegen über dem internationalen Schnitt. Die gestrige Präsentation der Zentralmatura wirft aber auch viele Fragen auf: Während in oö. Gymnasien nur jeder achte die zentrale Prüfung nicht genügend beantwortete, war es in Wien jeder vierte und in Vorarlberg jeder dritte Maturant. Und auch bei der Kompensation gab es enorme Schwankungen: In Salzburg schaffte nicht einmal die Hälfte die mündliche Kompensationsprüfung, in Kärnten waren es fünf von sechs. Warum? Signifikant ist wie im Vorjahr auch der Unterschied zwischen Oberstufengymnasien und der AHS-Langform. In der Langform schrieb jeder sechste Maturant einen Mathefünfer, in den Oberstufenformen war es jeder dritte. Und auch nach der mündlichen Prüfung blieb die Negativ-Quote in den ORG etwa doppelt so hoch. Warum?
Solche Auswertungen wurden zumindest bisher nicht gemacht oder geheim gehalten. Schade! Doch zumindest für heuer wurde angekündigt, dass man sich das anschauen werde — und hoffentlich auch Antworten findet.

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