VP-Kugler: Wiener Gesundheitswesen geht immer mehr in Richtung Zwei-Klassen-Medizin

Horrende Wartezeiten für Normalversicherte auf Diagnosen, Operationen und Therapien sowie in Ambulanzen sind inakzeptabel

Wien (OTS) - „Seit Jahren schaut die Wiener Stadtregierung zu, wie sich das Gesundheitssystem immer stärker hin zu einem Zwei-Klassen-System entwickelt. Wer es sich finanziell leisten kann, der bekommt früher ein neues Hüft– oder Kniegelenk implantiert und wartet kürzer auf einen Termin für eine Magnetresonanz oder Computertomografieuntersuchung als ein Kassenpatient, der sich die teure „Überholspur“ nicht leisten kann. Diese Entwicklung ist dramatisch und muss rasch korrigiert werden“, fordert die ÖVP-Mandatarin Gudrun Kugler im Rahmen der Rechnungsabschlussdebatte des Wiener Gemeinderates.

So gebe es etwa seit Jahren trotz Bevölkerungswachstum einen Rückgang bei der Anzahl der Kassenärzte – sowohl bei den Allgemeinmedizinern als auch bei Fachärzten wie zum Beispiel Kinderärzten – und gleichzeitig eine totale Überlastung der Spitalsambulanzen. „Nicht nur für den Kindergarten muss man sich zeitig anmelden, sondern auch beim Kinderarzt sollte man sich bereits nach einem positiven Schwangerschaftstest einen Termin ausmachen. Hier muss es eine stärkere Ausrichtung an den Bedürfnissen der Familien geben“, so Kugler.

Bessere therapeutische Versorgung bei psychischen Erkrankungen im Kindes- und Jugendalter

Als Beispiel für eine dringend notwendige Verbesserung der medizinischen Versorgung nennt Kugler die Abschaffung der Kontingentierung der psychotherapeutischen Behandlung von Kindern und Jugendlichen auf Krankenschein. „In Niederösterreich wurde die Kontingentierung der psychotherapeutischen Leistungen bei Kindern und Jugendlichen bereits aufgehoben. Wir fordern die Aufhebung der Kontingentierung auch für Wien, denn Wartezeiten von bis zu einem Jahr und mehr auf eine adäquate Behandlung sind nicht länger tragbar“, erklärt die VP-Gemeinderätin.

Aufhebung der Fristsetzung für die Entschädigung von Gewaltopfern städtischer Kinderheime

Weiters fordert die ÖVP Wien die Stadtregierung in einem Antrag erneut auf, die Fristsetzung für die Antragstellung von Entschädigungszahlungen für Opfer ehemaliger Wiener Kinderheime wieder rückgängig zu machen. Es dauert oft viele Jahre und manchmal gar Jahrzehnte, bis Opfer über das erlittene Unrecht sprechen können und Hilfsangebote zur Verarbeitung ihrer Erlebnisse annehmen. „Umso mehr ist es unverständlich, dass die Stadt Wien mit 31. März 2016 sozusagen einen „Schlussstrich“ gezogen hat, was die Möglichkeit zur Beantragung von Entschädigungszahlungen betrifft“, so Kugler. Außerdem fordert die Gemeinderätin, dass sich die Stadt Wien endlich bei den Opfern in Form einer offiziellen Zeremonie für das zugefügte Leid entschuldigt.

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