Weiter Tauziehen um Hetzgasse 8

Wien (OTS) - Die Eigentümer hoffen, den mit 28. Jänner begonnenen Abbruch finalisieren zu können. Aus 23 Substandardwohnungen mit WC am Gang würde dann ein Niedrigenergiehaus mit 56 Mietwohnungen entstehen. Derzeit beschäftigt die Causa allerdings das Wiener Verwaltungsgericht.

Der Eigentümer des Hauses Hetzgasse 8, vertreten durch die Soulier Management GmbH, hat mit allen Mietern Einvernehmen über einen Auszug erzielt. Auch der letzte Mieter, die Familie Schilk, hat Ende April gegen eine großzügige Ablösesumme in der Höhe von 450.000 Euro vereinbarungsgemäß seine Wohnung geräumt.

Stadt Wien gibt Neubau recht

Das Haus Hetzgasse 8 wird seit Ende 2014 als Abbruch- und Neubauprojekt bei der MA 37 geführt. Die MA 64 kam Mitte Jänner in Form eines Interessenbescheids zu dem Schluss, dass ein Neubau im „öffentlichen Interesse“ sei. Ein Neubau, so die Argumentation der MA 64, würde eine qualitative Verbesserung des Wohnungsbestandes in Wien bewirken. Der Abbruch des Substandardhauses wurde daraufhin am 28. Jänner bei der MA 37 angezeigt und zügig vorangetrieben. Es wurde mehrfach Asbest vorgefunden, der fachgerecht entsorgt werden musste. Dabei wurde auf den letzten Mieter entsprechend Rücksicht genommen.

„Wir betreiben etliche Altbausanierungen und entwickeln gerade diese Immobilien sehr behutsam und nachhaltig weiter. Aber nicht jedes alte Haus in Wien ist erhaltenswert und besitzt Denkmalcharakter. Es muss ein Mehrwert in puncto leistbarer innerstädtischer Wohnraum gegeben sein – und das ist in der Hetzgasse 8 nicht der Fall. Eine Sanierung macht bautechnisch und wirtschaftlich aufgrund der schlechten Bausubstanz keinen Sinn. Wir schaffen stattdessen ein Niedrigenergiehaus mit 56 leistbaren Wohnungen. Die Fassade wird begrünt, und im Hof wird ein Kinderspielplatz sein“, so Ingrid Soulier zu den Gründen des geplanten Neubaus.

Das geplante Niedrigenergiehaus wird mittels Grundwasser-Wärmepumpe ökologisch, kostengünstig und nachhaltig geheizt und gekühlt. Eine kontrollierte Wohnraumbelüftung mit Wärmerückgewinnungssystem filtert die Raumluft von Schmutzpartikeln und Pollen und unterstützt die Schallschutzmaßnahmen. Die 56 Wohnungen, hauptsächlich Zwei- und Drei-Zimmer-Wohnungen (Typ B und C), werden alle mit Balkonen, Loggien oder Eigengärten ausgestattet sein. Im Erdgeschoß des Hauses sind ein Innenspielplatz, Gemeinschaftsräume sowie Kinderwagen- und Fahrradabstellplätze geplant.

Warteposition für geplantes Vorzeigeprojekt

Dennoch steht das Vorhaben derzeit. Grund dafür ist eine mit 24. März in Kraft getretene Bausperre. Sprich, es konnte nur so lange abgebrochen werden, bis mit 24. März 2016 der weitere Abbruch behördlich untersagt wurde. Die MA 37 hat der Soulier Management GmbH auch einen Bescheid zur Baueinstellung des begonnenen Abbruchs zugestellt. Ein Rechtsmittel gegen diesen Bescheid kann nur in Form einer Beschwerde beim Wiener Verwaltungsgericht ergriffen werden. Diese Beschwerde wurde jetzt von der Projektgesellschaft eingebracht. Die Rechtsfrage ist, ob bereits begonnene Abbrucharbeiten auch nach Inkrafttreten einer Bausperre fortgeführt werden dürfen.

„Wir hoffen auf eine Begründung des Gerichts, aus der klar hervorgeht, dass wir schon vor der Bausperre abgebrochen haben. Zu diesem Ergebnis kommt auch das Gutachten eines Sachverständigen, das wir jetzt ebenfalls eingebracht haben. Im Sinne der Rechtssicherheit gegenüber einem Unternehmen bauen wir darauf, dass wir so bald wie möglich weitermachen dürfen“, sagt Eigentümerin Ingrid Soulier.

Hetzgasse 8 seit Jahren im politischen Spannungsfeld

Wie kam es eigentlich zur Bausperre? Letztlich, indem die Hetzgasse 8 in das politische Spannungsfeld geriet und seither eine sachliche Debatte unmöglich erscheint. Die Wiener Grünen parkten im Wien-Wahlkampf ihren aufblasbaren Miethai vor der Hetzgasse 8, eine von den damals letzten Mietern gegründete Bürgerinitiative mobilisierte gegen den Abriss. Um den Abriss des Gründerzeithauses zu verhindern, wurde eine Schutzzone für das Weißgerber- und das Radetzkyviertel beantragt. Derzeit gibt es einen Abbruchstopp aufgrund einer Bausperre. Die Bausperre wurde vom Fachbeirat für die Dauer von sieben Monaten verhängt, danach muss der Wiener Gemeinderat bis spätestens Herbst 2016 darüber beschließen.

Soulier wehrt sich gegen politische Instrumentalisierung

„Wir wurden bisher mit etlichen falschen Vorwürfen konfrontiert. Zu den Fakten: Die Hetzgasse 8 ist kein Fall von Bauspekulation – im Gegenteil. Die künftigen Wohnungen werden weder parifiziert noch verkauft, sondern vermietet und im langfristigen Besitz gehalten. Auch eine in den Raum gestellte wirtschaftliche Verknüpfung des Bezirksvorsteherstellvertreters Rudolf Zabrana (SPÖ) mit der Soulier Management GmbH ist schlicht falsch.
Rudolf Zabrana hält eine fünfprozentige Beteiligung am Wiener Architekturbüro F + P Architekten. F + P Architekten und das Büro Shibukawa-Eder Architects gingen 2013 gemeinsam als Sieger aus einem Architekturwettbewerb hervor und sind seither mit der Planung unseres Projekts Goldegg Gardens beauftragt. Wir haben Ende 2014 bei der MA 64 den Interessenbescheid zur Hetzgasse 8 eingebracht, die Bezirksvertretung wurde daraufhin um eine Stellungnahme gebeten. Rudolf Zabrana hat sich als Mitglied des Bauausschusses, als einer von vielen Experten, ebenfalls zu Wort gemeldet. Wir wussten weder, wen die MA 64 zu diesem Interessenbescheid befragen wird, noch, wie sich Herr Zabrana dazu äußern wird“, erklärt dazu Ingrid Soulier.

Für die Eigentümer ist die Hetzgasse 8 jedenfalls kein Fall von Bauspekulation – im Gegenteil. Jetzt müsse es darum gehen, die Rechtssicherheit gegenüber einem Unternehmen wiederherzustellen, weitere kostspielige Verzögerungen zu vermeiden und ein Vorzeigeprojekt zu finalisieren.

Zur Soulier Management GmbH

Die Soulier Management GmbH wurde im Jahr 2000 gegründet und hat ihren Firmensitz in der Wollzeile 16, 1010 Wien. Das Unternehmen wird von Ingrid Soulier (Eigentümerin) und Dipl.-Ing. Clemens Bauer (Geschäftsführer) geführt und hat derzeit 16 Mitarbeiter. Die Schwerpunkte der Soulier Management GmbH liegen in den Bereichen Industrie und Immobilien. Bei allen Immobilienprojekten liegt der Fokus auf Ökologie und Nachhaltigkeit sowie einem hohen sozialen Anspruch. Das erklärte Unternehmensziel sind langfristige Investments und nachhaltige, hochwertige Immobilienprojekte. Die betreuten Immobilien werden nicht verkauft, sondern ausschließlich vermietet, selbst verwaltet und im langfristigen Besitz gehalten.

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