2 Millionen für zwölf neue Kinostoffe

Förderzusagen des Filmfonds Wien zur 3. Jurysitzung 2016

Wien (OTS) - In der aktuellen Förderrunde des Filmfonds Wien geht es um einen historischen Ski-Skandal, einen Verstorbenen auf einer Pappfigur, um Rückgrat in der Wohlstandsgesellschaft, Existenzkämpfe, Brotproduktion, Multikulti und Wiener Kinogeschichte. Tragische Brüche und Kehrtwenden ziehen sich als Linie durch die fiktionalen Geschichten – mit zumeist glücklichem Ausgang. Bei der dritten Sitzung im Jahr 2016 erteilte die Jury, bestehend aus Roshanak Behesht Nedjad, Katharina Dufner, Gabor Greiner, Peter Jäger und Gerlinde Seitner, insgesamt zwölf Projekten Zusagen – Mittel in Höhe von 2,0 Millionen Euro wurden vergeben. Eingereicht waren 21 Projekte mit einer Antragssumme von etwa 3,5 Millionen Euro.

Acht Projekte erhalten Herstellungsförderung in Gesamthöhe von 1.920.000 Euro.

Regisseurin Danielle Proskar widmet sich in der Tragikomödie BITTE NICHT KNICKEN dem Thema Trauerbewältigung. Die Hauptfigur Hannah, gespielt von Hannelore Elsner, findet nach dem Tod ihres Mannes ihren eigenen Weg, um mit dem Verlust umzugehen – und zwar über einen lebensgroßen Pappaufsteller, der den Verblichenen abbildet. Dies irritiert ihr Umfeld und doch bleibt sie unbeirrt trotz etlicher Turbulenzen. Der Film wird von Novotny & Novotny produziert und in Wien gedreht. In weiteren Rollen sind Erwin Steinhauer, Florian Teichtmeister und Hilde Dalik zu sehen.

Johanna Moders zweites Langfilmprojekt – nach „High Performance“ – ist eine Komödie mit Titel RUSSENSTORY, in der zwei befreundete Paare einem russischen Jugendfreund zur Flucht nach Österreich verhelfen wollen, der in der Heimat aufgrund seines politischen Engagements in Schwierigkeiten geraten ist. In der Produktion der Freibeuter Film geht es um Ideale, um Haltung und die eigene Komfortzone, um „Helferkultur“ und Hilfspolitik. Die beiden männlichen Hauptfiguren werden von Marcel Mohab und Manuel Rubey verkörpert.

Die Geschichte einer jungen Bauerntochter, die sich im Skisport zu Ruhm und Ehre fährt, begeisterte in den 1960ern das ganze Land. Reinhold Bilgeri erzählt in der von Lotus-Film und der deutschen Zeitsprung Pictures koproduzierten Filmbiografie ERIK. WELTMEISTERIN die bewegende Geschichte Erik Schineggers – als Erika gefeiert, bis auch im Skisport Tests zur Geschlechtsbestimmung eingeführt werden. Skandal, Vertuschungsversuche, das Ende der Karriere folgen. Als Erika/Erik wird der Wiener Schauspieler Markus Freistätter vor der Kamera stehen (für die Innenaufnahmen in Wien), unterstützt von Lili Epply, Birgit Melcher als Mutter und Gerhard Liebmann als Vater.

GIPSY QUEEN ist ein Film über eine Frau, die um ihr Überleben kämpft, und der dritte Spielfilm von Hüseyin Tabak („Deine Schönheit ist nichts wert“). Ali ist alleinerziehende Mutter, voll Stolz und im wahrsten Sinne des Wortes eine Kämpferin. Als Jugendliche in Rumänien wurde sie von ihrem Vater als Boxerin ausgebildet, bevor sie ausriss. Nun lebt sie mit ihren beiden Kindern in Hamburg unter schwierigen Umständen, bis sie in der Kiezkneipe „Ritze" anheuert und tagsüber trainiert, um schließlich ihre Kinder zu retten. Der Film wird von Dor Film als österreichisch-deutsche Koproduktion hergestellt. In den Hauptrollen spielen Alina Serban, Salka Weber und Tobias Moretti.

Paul Rosdy begibt sich in seinem Dokumentarfilm KINO, WIEN, FILM auf eine Zeitreise durch die Wiener Kinogeschichte. Von der ersten Präsentation im Jahr 1896 bis zur aktuellen Situation erzählt der Film über den Wandel der Kinolandschaft, über die sich stetig entwickelnde Kino- und Medientechnik und die Einflüsse städtebaulicher Entwicklungen.

Kein anderes Lebensmittel besitzt in der Kulturgeschichte einen so zentralen Stellenwert wie Brot. Der Dokumentarfilm SCHÖNES NEUES BROT von Harald Friedl handelt vom Verdrängungswettbewerb in der Backindustrie und der Bäckerei der Zukunft. Der Film konfrontiert die gegenwärtigen Entwicklungen industrieller Broterzeugung mit der Praxis herausragender HandwerksbäckerInnen, die sich mit Qualität und Ideenreichtum der Massenproduktion entgegenstellen – eine Koproduktion der Navigator Film mit der deutschen Gebrüder Beetz Film.

Das Drama ARTHUR & CLAIRE erzählt, wie sich Tragik in Hoffnung verwandeln kann, wenn man das Glück hat, dem richtigen Menschen zu begegnen – auch wenn es schon fast zu spät ist. Die beiden Selbstmordkandidaten Arthur und Claire erfahren in einer Nacht in Amsterdam den Wert des Lebens neu. In den Hauptrollen spielen Sylvia Hoeks und Josef Hader, der gemeinsam mit Regisseur Miguel Alexandre auch das Drehbuch verfasst hat. Der Film wird von Mona Film (Ö), Tivoli Film (D) und Topkapi Films (NL) koproduziert.

Die Culture-Clash-Komödie KAVIAR von Debütantin Elena Tikhonova um einen russischen Oligarchen, der ein wahnwitziges Bauprojekt in Wien realisieren will, erhält eine Mittelerhöhung. Die Satire wird von Witcraft Szenario produziert, in den Hauptrollen spielen Merab Ninidze, Chulpan Khamatova und Sabrina Reiter.

Vier Projekte erhalten Projektentwicklungsförderung in Gesamthöhe von 88.800 Euro.

Novotny & Novotny entwickelt mit Marie Kreutzer das Spielfilmprojekt DER BODEN UNTER DEN FÜSSEN. Die Geschichte einer karrierefixierten Frau und ihrer psychisch erkrankten Schwester spiegelt Zustände einer modernen Gesellschaft zwischen Mensch und Neoliberalismus.

Das dokumentarische Projekt ELYSION ist ein Film über die Welt der Andersartigkeit, über Kunst und Zauber, über Zirkus und Varieté. Filmemacherin Bernadette Weigel („Fahrtwind“) arbeitet mit den ProduzentInnen der Prisma Film an der inhaltlichen Recherche.

Familie Kusztrich ist eine besondere Familie: Kinder und Erwachsene sind gleichberechtigt, zwischen Alltag und Intimität wird nicht unterschieden. Um Freiheit und Distanz, Enge und Trennung geht es in KÖNIGINNEN, einem Spielfilmprojekt von Stefan Bohun und Mischief Films.

Die Komödie ALLAH IST EINE FRAU greift ein aktuelles gesellschaftliches Thema auf: das Tragen des islamischen Kopftuchs. Verwoben in eine Mutter-Tochter-Geschichte geht es in Eva Spreitzhofers Drehbuch um Coming-of-Age, Sehnsucht nach Zugehörigkeit und selbstbewusste Frauen.

Weitere Informationen zu den geförderten Filmen finden Sie online unter www.filmfonds-wien.at.

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