Jüdisches Museum Wien erhält bedeutende Schenkung für die Sammlung

Wien (OTS/RK) - Im Beisein zahlreicher Ehrengäste übergaben Manuela und George Langnas den Nachlass ihrer Mutter Mignon dem Jüdischen Museum Wien, ein Museum der Wien Holding. „Die Tagebücher, Fotos und Briefe von Mignon Langnas sind eindrucksvolle biographische Zeitzeugnisse, die einen neuen Einblick in das Leben der jüdischen Bevölkerung während der NS-Diktatur geben“, dankte Wiens Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny für das großzügige Geschenk an das Jüdische Museum Wien. „Diese zutiefst persönlichen Dokumente werden vom Jüdischen Museum bewahrt, in Ausstellungen vermittelt und so vor dem Vergessen gerettet.“

Direktorin Danielle Spera betonte die besondere Bedeutung des Nachlasses: „Mignon Langnas war von 1938 bis 1945 in Wien als jüdische Krankenschwester tätig und führte in diesen Jahren ein Tagebuch. Diese Aufzeichnungen wurden 2010 von Elisabeth Fraller und George Langnas unter dem Titel ‚Mignon. Tagebücher und Briefe einer jüdischen Krankenschwester in Wien 1938-1949‘ ediert und publiziert und bei uns im Museum präsentiert. Dass wir jetzt den gesamten Nachlass für unser Archiv als Geschenk erhalten, ist eine große Freude für uns, da das Museum damit wieder wertvolles Material für seine Ausstellungs- und Vermittlungsarbeit erhält.“ Wien Holding-Direktor Peter Hanke dankte den beiden Donatoren und sagte:
„Diese Zeitdokumente sind eine bedeutungsvolle Erweiterung für das Archiv des Jüdischen Museum Wien und wir danken Familie Langnas für ihr Vertrauen, uns diese sehr persönlichen Dokumente ihrer Mutter zu überlassen.“

Mignon Rothenberg kam 1914 mit ihrer Familie aus dem galizischen Boryslaw nach Wien. 1928 heiratete sie Leo Langnas. Aus der Ehe gingen die Kinder Manuela und Georg hervor, die heute in den USA leben. Während ihrem Mann und den Kindern 1938 die Flucht nach New York gelang, blieb Mignon selbst bei ihren schwerkranken Eltern in Wien zurück, wo sie 1940 als Krankenschwester für das Altersheim der Israelitischen Kultusgemeinde in Wien und ab 1942 für das jüdische Kinderspital arbeitete. Einer ihrer kleinen Patienten war der spätere Schriftsteller Robert Schindel. Mignon überlebte und konnte 1946 zu ihrer Familie in die USA reisen. Ihr Familienleben konnte sie nur kurz genießen. Sie starb bereits 1949 an den Folgen ihres enorm strapaziösen Einsatzes zur Rettung ihrer jüdischen Patientinnen und Patienten. Ihr Nachlass blieb lange unbearbeitet im Besitz der Familie, ehe sich Manuela und George Langnas entschlossen, die Tagbücher ihrer Mutter 2010 zu veröffentlichen.

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