Neues Volksblatt: "Frühschoppen" von Harald GRUBER

Ausgabe vom 23. Juni 2016

Linz (OTS) - Lassen wir die Kirche im Dorf und das Dorf auf dem Land! Dann sehen wir, dass Frühschoppen, Mostkost und Co. zumeist keine prall gefüllte Goldgrube sind, sondern Beiträge zur Brauchtumspflege und Geselligkeit. Dort, wo die Welt noch in Ordnung ist, verbucht der Wirt die bei solchen Veranstaltungen verkauften Getränke und Köstlichkeiten gedanklich auch nicht als entgangenen Umsatz. Denn der sprichwörtliche Dorfwirt weiß, dass Ehrenamtliche eine Säule des Gesellschaftslebens sind, die Würstel im Laden nebenan eingekauft wurden und z. B. die Sportler ohnehin nach dem Training oder mit dem Faschingsball wieder in seinem Gasthaus Station machen.
Daher mutet die Diskussion über die Registrierkassen einigermaßen aufgeheizt an — aufgeheizt zweifellos auch durch Auswüchse von Vereinsaktivitäten, aber mehr noch durch das Gefühl von Gastronomen, die Politik habe es sich für ihre Organisationen und Funktionäre gerichtet.
Die Realität zeigt jedoch, dass es vielerorts eine tolle Zusammenarbeit zwischen politischen Organisationen und dem lokalen Wirt gibt. Der Blick auf das reale Leben ist getrübt, wenn ehrenamtlich tätige Parteijunge, Senioren- oder Bauernvertreter plötzlich in die Nähe von Turbo-Kapitalisten gerückt werden. Das Bild wird auch der Dorfwirt so nicht zeichnen wollen. Lassen wir also die Kirche im Dorf und das Dorf auf dem Land. Dort ist die Welt viel aufgeräumter, als viele denken.

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