ÖSTERREICH: Grasl kandidiert als ORF-Generaldirektor

Damit wird ORF-Wahl am 9. August zum Thriller

Wien (OTS) - Offiziell geht es im ORF-Stiftungsrat morgen nur um das kaum erregende Thema "Verkauf des Wiener Funkhauses" - doch kurz vor oder während der Sitzung dürfte die nächste innenpolitische "Bombe" detonieren: Der kaufmännische Direktor, Richard Grasl, wird noch heute offiziell seine Kandidatur als ORF-Generaldirektor ansagen. Das berichtet die Tageszeitung ÖSTERREICH in ihrer Donnerstag-Ausgabe.

Damit wird die ORF-Wahl am 9. August zum Thriller: Denn der regierende ORF-General Wrabetz und der nun gegen ihn in den Ring steigende engste Partner Grasl haben exakt gleich viele Stimmen fix (nämlich je 15) - und müssen sich nun einen erbitterten Kampf um die unabhängigen Stimmen für die Mehrheit (sie benötigt 18 Stimmen) liefern.
Richard Grasl wird mit seiner Kandidatur morgen ein umfassendes Reform-Programm für den ORF ansagen: Neue Ausrichtung auf digitale Zukunft, sinnvolles Sparen für mehr Programm-Investitionen, strikte Unabhängigkeit in der Information, ganz neue Organisations- und Personalstrukturen.
Gleichzeitig wird der aktuelle kaufmännische Direktor Grasl ab heute frontal gegen seinen Noch-Chef Wrabetz antreten. Damit könnte der ohnehin als "Intrigantenstadl" verschriene ORF zum offenen Kampfplatz werden.
Während Wrabetz der SPÖ-Kandidat ist, wird Grasl für die ÖVP in den Ring steigen. Mit der eigenen ÖVP-Kandidatur im ORF eröffnet die ÖVP eine neue Kampflinie in der Regierung. Eine Niederlage im ORF könnte für SPÖ-Chef Kern eine Katastrophe und das endgültige Signal für Neuwahlen sein.
Bis gestern war der regierende ORF-General Wrabetz klarer Favorit für die Wahl am 9. August - mit Grasl wird die Wahl offen. Denn bisher hat noch jeder ORF-Finanzchef die entscheidenden Stimmen für eine ORF-Wahl im Finish gewonnen. Zuletzt Alex Wrabetz als ORF-Finanzchef gegen Monika Lindner...

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