ÖAMTC: Maßnahmenpaket zur Verkehrssicherheit überwiegend positiv

Club sieht Kameraüberwachung des Handyverbotes und Verlängerung des Probeführerscheins kritisch

Wien (OTS) - Heute veröffentlichten die Statistik Austria und das BMVIT die Unfallbilanz des Jahres 2015. "Vergangenes Jahr stieg die Anzahl der im Straßenverkehr Getöteten zum ersten Mal seit Jahren wieder an, und zwar um etwa elf Prozent, auf 479", berichtet ÖAMTC-Experte David Nosé. Der Trend für 2016 sieht dagegen gemäß aktuellen Zahlen des BMI wieder positiver aus. Das heute von Bundesminister Leichtfried präsentierte Maßnahmenpaket zur Verkehrssicherheit sieht unter anderem einen verstärkten Fokus auf das Thema Lkw-Sicherheit, eine Qualitätsoffensive bei den Fahrschulen, Kampagnen gegen überhöhte Geschwindigkeit sowie die Schaffung eines Verkehrsstatistikgesetzes vor.

Aus Sicht des ÖAMTC sind all diese Vorschläge zu begrüßen. Denkbar ist für den Club, Fotos, welche aufgrund einer Geschwindigkeitsübertretung oder der Verletzung des Mindestabstandes gemacht wurden, zur Ahndung von Verstößen gegen das Handyverbot heranzuziehen. "Allerdings darf das keinesfalls zu einer Totalüberwachung im Straßenverkehr führen. Der Schwerpunkt muss nach wie vor auf der persönlichen Anhaltung durch die Exekutive und auf die Konfrontation mit dem Fehlverhalten liegen", kommentiert ÖAMTC-Verkehrspsychologin Marion Seidenberger.

Auch die Aufnahme von Verstößen gegen das Handyverbot in den Probeführerschein-Deliktskatalog ist überlegenswert. Eine generelle Verlängerung der Probezeit sieht die Club-Expertin jedoch kritisch:
"Es macht keinen Sinn tausende Neuanfänger für die Verfehlungen einzelner schwarzer Schafe zu bestrafen."

Zusätzlicher Fokus auf Gefahrenstellen und sichere Landstraßen

Wie schon in den letzten Jahren ereigneten sich die meisten schweren Verkehrsunfälle auf dem niederrangige Straßennetz. "Menschen machen, trotz vieler Assistenz- und Leitsysteme, Fahr- oder Verhaltensfehler. Die Gestaltung des Straßenraums sollte die Fehler möglichst ausgleichen. Ausreichende Sicherheitsräume und Sichtweiten sowie eine Verbesserung des Erhaltungszustandes von Straßen sind notwendig", so Nosé.

Der ÖAMTC fordert daher, bekannte Gefahrenstellen rasch zu entschärfen. Die Verbesserung der seitlichen Absicherung sowie das Schaffen von gefahrlosen Überholmöglichkeiten könnten viele Unfälle verhindern. "Dreistreifige Straßenabschnitte, bei denen abwechselnd einmal die eine und dann die andere Richtung zwei Spuren hat, könnten aufgrund teilweise bestehender Fahrbahnbreiten an einigen bestehenden Streckenabschnitten zeitnah und kostengünstig umgesetzt werden", nennt Nosé ein Beispiel. Somit wäre dort dann ein sicheres Überholen möglich.

Gurt wird zu wenig verwendet

Ein großes Problem stellt nach wie vor die fehlende Gurtverwendung dar. 83 tödlich verunglückte Verkehrsteilnehmer hatten keinen Gurt angelegt. "Airbag- und Fahrassistenzsysteme geben vielen Fahrern ein trügerisches Gefühl der Unverwundbarkeit", erklärt Club-Experte Nosé. "Ein bestmöglicher Schutz ist jedoch nur durch das Zusammenspiel aller Sicherheitseinrichtungen, insbesondere auch durch das Verwenden des Sicherheitsgurtes, gewährleistet."

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