VP-Hefelle: Ein Platz für Arthur Lanc

Endlich wird gebürtigem Leopoldstädter die ihm zustehende Ehrung zu Teil

Wien (OTS) - „Diese Platzbenennung war mehr als überfällig und ich freue mich, dass wir sie mit Unterstützung anderer Fraktionen gestern mehrheitlich beschließen konnten“, freut sich der Leopoldstädter VP-Bezirksrat und Obmann des ÖAAB Leopoldstadt Paul Hefelle über den Beschluss, die unbenannte Fläche im Bereich zwischen Glockengasse und Taborstraße nach dem Mediziner Dr. Arthur Lanc zu benennen.

Dr. Arthur Lanc wurde 1907 in Wien geboren und wuchs in der Leopoldstadt auf. Er besuchte das Gymnasium Zirkusgasse, danach begann er das Studium an der Medizinischen Fakultät der Universität Wien, welches er 1934 mit der Promotion zum Dr. med. abschloss. Während seiner Gymnasialzeit trat er der in der Leopoldstadt ansässigen katholischen Mittelschulverbindung „Donaumark“ (im heutigen MKV) und während des Studiums der katholischen Hochschulverbindung „Nordgau“ (im heutigen ÖCV) bei. Nach dem Studium war Lanc zunächst Sekundararzt in einem Krankenhaus und wurde dann als Allgemeinmediziner Amtsarzt in Gmünd, wo er sich während der NS-Zeit und des Krieges Verdienste um die Rettung der damals verfolgten Juden erworben hat. Verschiedene Quellen berichten, dass im Frühsommer 1944 ein Transport mit 1.700 ungarischen Juden in Gmünd eintraf. Sie kamen aus Budapest zu Fuß in mangelhafter Bekleidung und ausgehungert. In einem Getreidespeicher wurden sie zusammengepfercht untergebracht. Lanc und dessen Frau Maria sammelten Kleider, Lebensmittel, Medikamente sowie Säuglings- und Kinderwäsche für die Lagerinsassen. Lanc war auch medizinisch im Lager tätig. Als der Befehl eintraf, dass die Lagerinsassen beim Herannahen der Fronten ins KZ zur Vernichtung überstellt werden sollen, konnte Lanc mehreren jüdischen Familien zur Flucht verhelfen.

„Der gebürtige Leopoldstädter Lanc hat in dieser dunklen Zeit unserer Geschichte mutig und selbstlos gehandelt, wohlwissend, dass er damit sich und seine Familie in Gefahr bringt. Er gereicht uns damit zum Vorbild und hat sich die nunmehr im Gemeinderat zum Beschluss anstehende Benennung mehr als verdient“, so Hefelle, der seitens der ÖVP die Initiative gesetzt hat und SPÖ und FPÖ für deren nunmehrige Unterstützung dankt.

Nach dem Krieg wurde Lanc Amtsarzt an der Bezirkshauptmannschaft Gmünd. 1986 wurden ihm und seiner Frau Maria in feierlicher Zeremonie in Wien die Ehrenmedaille „Gerechte unter den Völkern“ verliehen. Dieser in Israel nach der Staatsgründung 1948 eingeführte Ehrentitel ist für nicht-jüdische Einzelpersonen vorgesehen, die unter nationalsozialistischer Herrschaft während des Zweiten Weltkriegs ihr Leben einsetzten, um Juden vor der Ermordung zu retten. 1987 pflanzte Dr. Lanc in der „Allee der Gerechten“ in Jerusalem einen Baum. Er starb 1995 in Gmünd.

Rückfragen & Kontakt:

ÖVP Wien - Pressestelle
(01) 515 43 - 940, Fax:(01) 515 43 - 929
presse@oevp-wien.at
http://www.oevp-wien.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | VPR0002