Neues Volksblatt: "Fördern und fordern" von Markus EBERT

Ausgabe vom 22. Juni 2016

Linz (OTS) - Man darf das von der Regierung gestern im Ministerrat verabschiedete Integrationspaket durchaus „ambitioniert“ nennen — wobei man das auf beide Seiten zu beziehen hat.
Einerseits wird Asylwerbern und subsidiär Schutzberechtigten ein breites Angebot an Sprach- und Qualifizierungsförderung unterbreitet, zudem gibt es die Werte- und Orientierungskurse sowie die Möglichkeit, mit gemeinnützigen Tätigkeiten einen strukturierten Tagesablauf zu erhalten.
Andererseits darf man erwarten, dass dieses Angebot auch „ambitioniert“ in Anspruch genommen wird. Darauf haben die Regierungsvertreter gestern auch ausdrücklich hingewiesen.
Wobei man diesbezüglich schon auch ein Umdenken insgesamt verzeichnen kann. Denn von Asylwerbern etwas zu fordern war aus Sicht von NGO's und diversen links-grünen Gruppierungen lange Zeit mehr als verpönt. Offenbar hat man eingesehen, dass die uneingeschränkte, auflagenlose Willkommenskultur niemandem nützt. Wobei auch hier denkmäßig noch Luft nach oben herrscht. Wer derzeit das Ohr am Volk hat, stellt etwa fest, dass die nun von Oberösterreich beschlossenen Maßnahmen bei der Mindestsicherung in breiten Bevölkerungskreisen ganz anders bewertet werden als uns das die Warner vor der „sozialen Kälte“ weismachen wollen.
Fördern und fordern: An dieser Grundprämisse kommt man, will man eine gelingende Integration, nicht vorbei.

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