Ärztekammer begrüßt zweite KiND-Ordination in Wien

Weitere Standorte angedacht – Kritik an mangelnder Attraktivität von Kassenordinationen

Wien (OTS) - Die Wiener Ärztekammer begrüßt als Kooperationspartner die Etablierung eines zweiten Kindernotdienstes (KiND) in Wien im Kaiser-Franz-Josef-Spital über den Ärztefunkdienst der Ärztekammer für Wien. Damit werde ein wichtiges zusätzliches Betreuungsangebot für Kinder an Wochenenden und Feiertagen geschaffen. Gleichzeitig wird seitens der Ärztekammer aber auch betont, dass dies nur ein erster Schritt sein könne und weitere Projekte beziehungsweise Maßnahmen folgen müssten. ****

Laut Ärztekammer-Vizepräsident und Kurienobmann Johannes Steinhart sei man bereits in Verhandlungen mit der Stadt Wien und der Wiener Gebietskrankenkasse, um weitere ähnliche Standorte, jedoch abseits von Spitälern, zu etablieren. „Von unserer Seite aus sollten die diesbezüglichen Gespräche schon bald abgeschlossen sein, sodass ich mit weiteren Standorten zur Versorgung von Kindern am Wochenende und an Feiertagen bis Herbst diesen Jahres rechne“, so Steinhart. Der Ärztefunkdienst und die Kinderärzte Wiens stünden dafür jedenfalls zur Verfügung.

In diesem Zusammenhang weist Steinhart aber auch darauf hin, dass aufgrund der schlechten Rahmenbedingungen immer weniger Ärztinnen und Ärzte bereit seien, in Kassenverträge einzusteigen, insbesondere in der Kindermedizin. Derzeit gibt es in Wien drei Kinderarztstellen, die mangels Interessenten nicht besetzt werden könnten. Steinhart kann dies auch nachvollziehen: „Eine überbordende Bürokratie, nicht mehr zeitgemäße Leistungskataloge sowie eine zumindest diskussionswürdige Art der Partnerschaft - Stichwort ‚Mystery Shopping‘ – schrecken immer mehr Kolleginnen und Kollegen davor ab, sich einem Kassenvertrag zu unterwerfen.“

Hier erwartet sich Steinhart ein „rasches Umdenken“ seitens der Wiener Gebietskrankenkasse. Nur mit einer umfassenden Aufwertung der Kinderärzte mit Kassenvertrag in finanzieller und administrativer Hinsicht könne es gelingen, die Kassenordination in Zukunft wieder attraktiver zu gestalten, so Steinhart abschließend, der sowohl die Wiener Gebietskrankenkasse als auch die Stadt Wien auffordert, darüber in Gespräche mit der Ärzteschaft einzutreten. (hpp)

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