Caritas zu Integrationspaket

Wachter: „Das Integrationspaket weist in die richtige Richtung. Ist das Bekenntnis zum gelingenden Miteinander ernst gemeint, dann braucht es weitere Präzisierung und zusätzliche Schritte."

Wien (OTS) - „Integration zu erleichtern, heißt Sprachförderung von Anfang an zu ermöglich. Mit der Sprachvermittlung darf nicht zugewartet werden. Es braucht flächendeckende Deutschkurse bereits während des Asylverfahrens. Daher ist es erfreulich, wenn nun zusätzliche Mittel für Sprachkurse zur Verfügung gestellt werden“, kommentiert Caritas Generalsekretär Bernd Wachter das heute im Ministerrat beschlossene Maßnahmenpaket. „Gleichzeitig nützt der beste Sprachkurs nichts, wenn man ihn nicht erreichen kann. Bei jedem Deutschkurs und jeder Bildungsmaßnahme sollte daher auch die Förderung der Fahrtkosten mitbedacht werden.“

„Klar ist, Arbeit ist ein hervorragender Integrationskatalysator. Menschen, insbesondere junge AsylwerberInnen, zum Nichtstun zu zwingen, ist kurzsichtig. Wir begrüßen den geplanten Leistungskatalog zur Ausweitung des Angebots gemeinnütziger Tätigkeit und hoffen, dass Gemeinden diese Möglichkeit verstärkt anbieten. Hier wird es wichtig sein, die Gemeinden mit Informationen zu Grundversorgungsregelungen und dem Versicherungsschutz zu unterstützen“, so Wachter und weiter:
„In einem nächsten Schritt brauchen wir dringend die stufenweise Öffnung des Arbeitsmarkts für AsylwerberInnen, sechs Monate nach Asylantragstellung. Zudem sollen junge AsylwerberInnen in allen Lehrberufen eine Ausbildung starten können. Bislang ist das nur in Berufen mit nachgewiesenem Lehrlingsmangel möglich.“

Erfreut zeigt sich die Caritas über die geplante, verstärkte Unterstützung von Freiwilligen im Sprachförderungsbereich. Diese stellen eine wertvolle Ergänzung zu professionellen Deutschkursen dar. Neben Materialien und Informationsveranstaltungen wären hier auch Förderungen für die Unterstützung und Koordination von Freiwilligen wünschenswert, um das vorhandene Potenzial effektiv zu nutzen.
„Mangelnde Informationen über die vielen bestehenden Integrationsangebote sind in der Praxis ein großes Problem. Die angekündigte einheitliche und durchgängige Dokumentation von Aktivitäten kann hier Abhilfe schaffen“, so Wachter. „Eine entsprechende Datenbank soll dafür möglichst breit zugänglich gemacht werden, damit auch jede Beraterin und jeder Freiwillige weiß, welche Angebote es für ihren Klienten und seinen Schützling gibt.“

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