Kinder- und Jugendanwaltschaft Wien fordert Gleichstellung von unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen

Ungleichbehandlung in sämtlichen Lebensbereichen bei der Umsetzung der Kinderrechte ist nicht akzeptabel!

Wien (OTS) - Anlässlich des Weltfllüchtlingstages am 20.Juni weisen die Kinder- und JugendanwältInnen DSAin Monika Pinterits und Mag. Ercan Nik Nafs besonders auf den dringenden Handlungsbedarf bei der Betreuung und Versorgung von asylsuchenden Kindern und Jugendlichen hin. Derzeit befinden sich über 60 Millionen Menschen auf der Flucht, viele junge Menschen müssen ohne ihre Familien fliehen und haben meist eine monatelanger Reise, begleitet von ständiger Angst und Unsicherheit hinter sich. Es ist Verantwortung des Staates diesen Kindern und Jugendlichen besonderen Schutz zukommen zu lassen.

Tatsächlich herrschen aber auch in Österreich massive Defizite in der Umsetzung der Kinderrechte. So ist es aus kinderrechtlicher Sicht nicht akzeptabel, dass für die Unterbringung jugendlicher Flüchtlinge andere, geringere Standards gelten als in der Kinder- und Jugendhilfe. Hier sind einheitliche Richtlinien durch höhere Tagsätze unbedingt sicherzustellen.

Auch im Bereich Bildung besteht dringender Verbesserungsbedarf. Die Schaffung von Schulplätzen nach Beendigung der Pflichtschule ist ein wichtiger Grundstein um Chancengleichheit zu ermöglichen und jungen Menschen in unserem Land eine Perspektive zu geben.

Jugendliche Asylwerber berichten uns immer wieder, dass sie ihre Obsorgeberechtigten nicht kennen. Wir fordern daher dass die Kinder-und Jugendhilfe unverzüglich nach Antragstellung auf Asyl die Obsorge für unbegleitete minderjährige Flüchtlingen übernimmt.

Die Kinder- und JugendanwältInnen appellieren daher an politisch Verantwortliche dafür Sorge zu tragen, dass Kinderrechte für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge eingehalten werden und ausreichend finanzielle Mittel zu Verfügung stehen, um diese auch umsetzten zu können.

Die Kürzung der Mindestsicherung, die als Überbrückung von Notlagen dient um BeieherInnen vor Armut zu schützen, ist daher strikt abzulehnen. Ganz abgesehen davon dass laut Genfer Flüchtlingskonvention Asylberechtigten dieselben öffentlichen Unterstützungsangebote ebenfalls zu gewähren sind und eine Verringerung dieser Leistungen internationalem Recht widerspricht, treibt es Betroffene in Armut und verringert die Möglichkeiten sich ehestmöglich in unsere Gesellschaft zu integrieren.

Die in den letzten Monaten gefährlich steigende feindliche Tendenz flüchtenden Menschen gegenüber ist mehr als besorgniserregend. Die Kinder- und JugendanwältInnen Wiens fordern daher alle Verantwortlichen auf entschieden dagegen vorzugehen und Maßnahmen und Schritte zu setzten, die dazu beitragen, schutzbedürftigen Menschen ein friedliches und soziales Miteinander in unserer Gesellschaft zu ermöglichen.

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Kinder- & Jugendanwaltschaft Wien
Herr Mag. Ercan NIK NAFS
(++43-1) 70 77 000
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