Das Reihenhaus mit Steildach: Kosteneffizient und umweltfreundlich

Reihenhausdächer im Vergleich

Wien (OTS) - Die Bausaison 2016 hat bereits begonnen und viele Reihenhäuser sprießen in Österreich aus dem Boden. Für viele Bauträger gilt in der Planung die Frage nach der geeigneten Dachform. Vor der Entscheidung für eine Dachkonstruktion sollten einige Faktoren beachtet werden – das belegt eine aktuelle Studie der TU Wien.

Gerade bei jungen Familien erfreut sich das Reihenhaus besonderer Beliebtheit. Abhängig von der Lage und Größe, sind sie meist günstiger als freistehende Häuser und für kleine Familien wesentlich komfortabler als eine Wohnung. So kommt spätestens, wenn sich der erste Nachwuchs ankündigt, das Thema der aktuellen Wohnsituation zur Sprache. Zu Nutze machen sich dieses Wissen Bauträger wie auch Genossenschaften und errichten österreichweit ganze Reihenhaussiedlungen. Auftraggeber und Planer achten hierbei meist auf die Kosten-Nutzen-Aspekte der Errichtungskosten versus Erträge, vor allem in der Auswahl der Dachkonstruktion.

Flachdach oder Steildach

„Da das Steildach aufgrund der Konstruktion etwas planungsintensiver als das Flachdach ist, es meist mit zu hohen Herstellungskosten in Verbindung gebracht wird und Nachhaltigkeit, wie langfristige Erhaltungskosten, ohnehin selten berücksichtigt werden, entstehen in Österreich immer mehr Reihenhäuser mit Flachdach“, vermutet Alfred Steingress, Sprecher der Initiative Pro Steildach. Doch eine Untersuchung des Forschungsbereichs für Industriebau und interdisziplinäre Bauplanung der TU Wien beweist, dass vor allem langfristige Kosten des Daches nicht zu unterschätzen sind. In der Fallstudie, durchgeführt von Prof. Iva Kovacic, wurden zwei unterschiedliche Dachtypen von Reihenhäusern – das Flachdach mit dem Steildach – im Lebenszyklus verglichen. Die Ergebnisse fallen teilweise überraschend aus und zeigen, dass das Steildach mit nicht so hohen Kosten verbunden ist, wie oft befürchtet wird. Im Gegenteil:
Mittel- und langfristig betrachtet erweist sich das Steildach sogar als günstiger als das Flachdach. „Anfänglich ist die Dachkonstruktion bei einem Reihenhaus mit Steildach teurer, jedoch im Lebenszyklus von 50 Jahren kostengünstiger“, fasst Studienleiterin Prof. Kovacic zusammen.

Das perfekte Dach für die Familie

Für junge Paare, die sich gerade erst für ein Reihenhaus entschlossen haben, spielt der finanzielle Aspekt eine wichtige Rolle. Hier sollte jedoch neben den Anschaffungskosten auch der Erhaltungsaufwand genauestens unter die Lupe genommen werden. Im Rahmen der TU Studie wurde eine bestehende Reihenhausanlage untersucht. Basierend auf realen Planungsunterlagen wurden zwei Reihenhäuser – ein Steildach-und ein Flachdach-Reihenhaus – gegenübergestellt. Um den Heizwärmebedarf besser gegenüberstellen zu können, wurde ein mittig platziertes Haus in der Reihenhausanlage gewählt. Betrachtet man die Gesamt-Lebenszykluskosten für 50 Jahre, bezogen auf das gesamte Gebäude, so ist das Reihenhaus mit Steildach anfänglich teurer, jedoch im Lebenszyklus kostengünstiger. Ein Flachdach-Reihenhaus dagegen weist höhere Erhaltungskosten auf. Gerade die Tatsache, dass das Steildach geringfügig teurer in der Grundinvestition ist und somit einen höheren Kaufpreis hat, ist für Familien mit ohnehin knappen Budget problematisch. Aus diesem Grund soll die anfängliche Investition so niedrig wie möglich gehalten werden. Daher fällt die Entscheidung meist auf das günstigere Flachdachobjekt, ohne dabei die Folgekosten zu berücksichtigen.

Das Steildach als Beitrag einer nachhaltigen Zukunft

Nachhaltigkeit und der verantwortungsvolle Umgang mit der Umwelt, sind wichtige Themen unserer Zeit. Das spiegelt sich in jeglichen Lebenslagen wider. Egal ob bei der Mülltrennung oder dem Umstieg vom Auto zum Fahrrad, Umweltbewusstsein liegt im Trend: Diese Entwicklung zieht sich bis zum Hausbau und somit auch zur Dachauswahl. „Ökologisch betrachtet hat das Steildach mehr Vorteile als das Flachdach. Auf den Lebenszyklus von 50 Jahren gesehen, liegt die Ersparnis des Steildaches gegenüber dem Flachdach bei 22 Tonnen CO2. Betrachtet man die Kosten für den Bauteil Dach, also die Dachhülle inklusive der Konstruktion, ist das Flachdach zwar um zehn Prozent kostengünstiger pro Quadratmeter Dachfläche, jedoch am Ende des Lebenszyklus mehr als doppelt so teuer wie das Steildach“, erklärt Prof. Kovacic. Diese Kostendifferenz der Herstellungskosten ist im Wesentlichen den eingebauten Dachfenstern im Steildach zuzuschreiben. Die dadurch gewonnene natürliche Belichtung durch das Dach verbessert jedoch die Lebensqualität erheblich. Dank des verwendeten Baumaterials Holz, ist der Bauteil Dach beim Steildach in der Ökobilanz günstiger und wirkt sich zusätzlich positiv auf die Umwelt aus.

Mehr Platz dank Dachschrägen

Das Steildach schafft nach einem Ausbau des Dachgeschosses zusätzlichen Wohnraum, so wird der Baugrund optimal genutzt. Die Bauordnung bestimmt unter anderem die maximale Gebäudehöhe, die ein Objekt nicht überschreiten darf. Abhängig von der Bauklasse und den österreichischen Bundesländern sowie Gemeinden variiert diese Maximalhöhe. Bei Giebelfronten kann diese aber je nach Bauordnung überschritten werden, somit generiert das Steildach zusätzliches Volumen. Auch ein Reihenhaus ohne Dachausbau hat mehrere Vorteile:
Zum einen werden Anschaffungskosten niedriger gehalten. Zum anderen ermöglicht es einen schrittweisen Ausbau und somit eine nachträgliche Objektwertsteigerung, da Wohnnutzfläche geschaffen wird.

Wartung und Instandhaltung

Ein Dach ist rund um die Uhr und über Jahrzehnte hinweg, jeglicher Witterung ausgesetzt und ist somit eines der am stärksten beanspruchten Bauteile eines Hauses. Da es meist nicht im direkten Blickfeld des Betrachters liegt, wird es in der Instandhaltung oft vernachlässigt. Die Folgen beim Flachdach sind meist schwerwiegender als beim Steildach: Beispielsweise durch Laub verstopfte Entwässerungsrinnen verhindern den Abfluss von Regenwasser oder Schneeschmelze. Bleibt dies beim Flachdach unbemerkt dringt früher oder später stehendes Wasser durch das Dach in den Wohnraum ein und richtet erhebliche kostenintensive Schäden an. Bei einem Steildach hingegen läuft das Wasser problemlos über die Dachfläche ab. Flachdächer sind außerdem aufgrund ihrer horizontalen Konstruktion höheren Belastungen ausgesetzt, wie beispielsweise durch Schnee. Die Gebäudebewegungen, Schwingungen und Vibrationen der Konstruktion selbst können die Abdichtungen binnen kurzer Zeit porös und undicht machen. Das macht das Flachdach besonders pflegeintensiv und um den möglichen Versicherungsanspruch zu gewähren wird, laut der ÖNORM B 3091, eine Inspektion durch einen Fachmann mindestens einmal jährlich vorgeschrieben. Zudem werden Häuser mit Flachdach infolge des geringeren Eigengewichts der Dachkonstruktion bei schweren Stürmen leichter abgedeckt. Wesentlich besser steckt das Steildach Witterungseinflüsse weg und ist so gut wie wartungsfrei: Regenwasser fließt schneller ab und auch Schneemassen rutschen dank des Neigungswinkels rascher herunter. „Somit ist das Steildach im Vergleich zum Flachdach weniger wartungsintensiv und infolgedessen in der Instandhaltung deutlich günstiger“, erklärt Prof. Kovacic.

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Über die Initiative Pro Steildach
Zur Initiative Pro Steildach haben sich 2014 die Firmen VELUX, TONDACH, BRAMAC, ETERNIT sowie holzbau austria zusammengeschlossen. Ziel der Initiative ist, die Nutzungsvorteile von geneigten Dächern – in bauphysikalischer sowie wirtschaftlicher Hinsicht – aufzuzeigen und das Bewusstsein für die Wichtigkeit des Daches und die Dachform in der österreichischen Gesellschaft zu schärfen.

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Putz & Stingl
Mag.(FH) Melanie Wallner
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