„Kulturmontag“ mit Brexit-Schwerpunkt, Art Basel und Christos Verhüllungskunst am See

Außerdem: neue Doku „Ähnlichkeiten mit Ingeborg Bachmann“ zum 90. Geburtstag

Wien (OTS) - „Bleiben oder gehen?“ Der von Martin Traxl präsentierte „Kulturmontag“ am 20. Juni 2016, um 22.30 Uhr in ORF 2, befasst sich mit dem möglichen Brexit, der nach der Ermordung der britischen Labour-Abgeordneten und Brexit-Gegnerin Helen Joanne Cox nochmals an – trauriger – Aktualität gewonnen hat. Außerdem gibt die Sendung Einblick in die erst gestern eröffnete Art Basel, die als Kunstmarkt der Superlative gilt, und stellt das jüngste spektakuläre Projekt des Verhüllungskünstlers Christo am italienischen Iseo-See vor, das an diesem Wochenende zu einem wahren Event wird. Anschließend an das Magazin steht die neue Dokumentation „Ähnlichkeiten mit Ingeborg Bachmann“ (23.15 Uhr) zum 90. Geburtstag der österreichischen Schriftstellerin auf dem Programm.

Schwerpunkt zum möglichen Brexit Großbritanniens

„Remain“ oder „Leave“? Am 23. Juni stimmen die Briten über ihren Verbleib in der Europäischen Union ab. Anlässlich des bevorstehenden Referendums setzt der „Kulturmontag“ einen Schwerpunkt zum Thema und beleuchtet u. a. die Kampagnen pro und kontra EU-Austritt, die nach der Ermordung der Labour-Abgeordneten und Brexit-Gegnerin Helen Joanne Cox kurzfristig gestoppt wurden. Diese hat Simon Usherwood, Politologe an der renommierten University of Surrey, für den „Kulturmontag“ genau analysiert. Zu Wort kommen auch Star-Dramatiker Simon Stephens und Martin Roth, Direktor des Victoria and Albert Museums.
Zwei britische Zeitgenossen mit großen Ähnlichkeiten, die doch unterschiedlicher kaum sein könnten, sind Tom Hodgkinson und Paul Mason. Der Autor und Buchladenbesitzer Hodgkinson, von den Medien gern als Jamie Oliver des Antikapitalismus bezeichnet, gibt Anleitung zum Ausstieg aus dem turbokapitalistischen Hamsterrad. Der Journalist Mason, oft tituliert als geistiger Enkel von Karl Marx, hat seinen TV-Job gekündigt, weil er sich nicht länger an die Regeln der Unparteilichkeit halten will und verkündet in seinem jüngsten Buch, dass der Kapitalismus längst tot sei.
Ein weiterer Interviewpartner für den „Kulturmontag“ ist Bestsellerautor Martin Walker, der in seinen populären Bruno-Krimis die schwelgerische Landschaft des französischen Périgord so anschaulich beschreibt, dass man fast vergessen könnte, dass er Schotte ist. Zudem ist er politischer Journalist und Mitglied einer internationalen Denkfabrik mit Sitz in Washington und als solcher berufen, die schottische Position zum möglichen Brexit zu erklären.

Die Art Basel 2016 – Reportage vom Kunstmarkt der Superlative

Auf der 47. Ausgabe der Art Basel, der weltweit wichtigsten und umsatzstärksten Kunstmesse, zeigen 286 internationale Galerien Werke von 4.000 Künstlerinnen und Künstlern. Allein der Versicherungswert von rund 3,5 Milliarden Euro spricht Bände. Trotz schwächelnder Wirtschaft boomt der Kunstmarkt und vor allem die Art Basel steht für Kunst als Symbol der Reichen, Mächtigen und Erfolgreichen. Regiert wird die feine Community von den Happy Few unter den Galeristen, von superreichen Sammlern und natürlich von heiß umworbenen Kunststars. Von „Siegerkunst“ spricht der deutsche Kulturwissenschafter Wolfgang Ullrich in seinem neuen Buch. Der „Kulturmontag“ hat den Autor zum Interview getroffen und sich in der Welt der Kunst-Elite umgesehen.

Mit Christo übers Wasser gehen – Verhüllungskunst am Iseo-See

Es wird eine Kunstaktion von nahezu biblischer Anmutung: Menschen schreiten über Wasser. Verhüllungskünstler Christo bittet an diesem Wochenende zu einem Event an die Gestade des norditalienischen Iseo-Sees und mehr als eine halbe Million Kunstfans werden erwartet. Auf einer Strecke von drei Kilometer lässt Christo Stege aus verschraubten Kunststoffwürfeln verlegen und mit 100.000 Quadratmetern gelb glänzendem Stoff belegen. Mit Religion habe dieses „Jesus-Feeling“ vordergründig nichts zu tun, aber – so Christo – jede Interpretation sei erlaubt und auch erwünscht. Seine Kunst sei völlig nutzlos, sagt der New Yorker mit bulgarischen Wurzeln, nicht ohne ironischen Unterton. Sie zu interpretieren, weigert er sich. Christo wünscht sich, dass die Besucher/innen die Schuhe ausziehen und barfuß über „The Floating Piers“ laufen. Es werde sich unglaublich anfühlen. Der „Kulturmontag“ berichtet über eine „messianische“ Kunstaktion.

Außerdem: Doku-Premiere „Ähnlichkeiten mit Ingeborg Bachmann“ (23.15 Uhr)

Am 25. Juni wäre Ingeborg Bachmann 90 Jahre alt geworden. Sie war eine Dichterin, der vieles nachgesagt wurde: idealisierte Poetin, gefallene Lyrikerin, unverstandene Romanautorin. Manche meinen, sie habe Hilflosigkeit bewusst eingesetzt, um männliche Beschützerinstinkte zu wecken. Anderen gilt sie als „Ikone des Feminismus“, wieder anderen als heulende Sirene der absoluten Liebe. Der Film von Angelika Kellhammer vereint viele unterschiedliche Stimmen: Bewunderer Michael Haneke, ihre Biografin und Freundinnen; erstmals spricht auch ihr Bruder Heinz Bachmann vor der Kamera und führt durch das Haus ihrer Kindheit in Klagenfurt, wo sich noch heute Ingeborg Bachmanns Habe befindet. Ab 29. Juni wird heuer zum 40. Mal der Bachmann-Preis in Klagenfurt veranstaltet.

Apropos: Die „matinee“ am Sonntag, dem 19. Juni, präsentiert die Doku „Tabula rasa – 40 Jahre Ingeborg-Bachmann-Preis“ (10.15 Uhr) von Barbara Frank, die einen Blick hinter die Kulissen und auf die Geschichte des Preises wirft. Eine Langfassung mit dem Untertitel „Ingeborg Bachmann und das große Wettlesen in Klagenfurt“ ist am Sonntag, dem 3. Juli, um 10.15 Uhr in 3sat zu sehen – einleitend zum Finale der „Tage der deutschsprachigen Literatur“, die 3sat von 30. Juni bis 3. Juli live (ab 10.00 Uhr, am 3. Juli ab 11.00 Uhr) überträgt. Dazu passend präsentiert die von Christian Ankowitsch moderierte Sendung „les.art“ am Montag, dem 4. Juli (23.20 Uhr, ORF 2), den/die frischgekürte/n Preisträger/in. Bereits am 20. Juni bringt der „Kulturmontag“ die neue Doku „Ähnlichkeiten mit Ingeborg Bachmann“ (23.15 Uhr, ORF 2) zum 90. Geburtstag der Kärntner Schriftstellerin. Radio Ö1 widmet der Dichterin ab 20. Juni einen Programmschwerpunkt mit insgesamt 13 Sendungen, Details dazu unter http://oe1.ORF.at/ingeborgbachmann

Der „Kulturmontag“ wird als Live-Stream sowie nach der TV-Ausstrahlung sieben Tage als Video-on-Demand auf der Video-Plattform ORF-TVthek (http://TVthek.ORF.at) bereitgestellt.

Das gesamte TV-Angebot des ORF – ORF eins, ORF 2, ORF III sowie ORF SPORT + – ist auch im HD-Standard zu empfangen. Alle Informationen zum ORF-HD-Empfang und zur Einstellung der neuen HD-Angebote finden sich auf der Website hd.ORF.at, die ORF-Service-Hotline 0800 / 090 010 gibt kostenfrei aus ganz Österreich persönliche Hilfestellung.

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