Präsentation der Ergebnisse des Beschäftigungsgipfels

LH-Stv. Mikl-Leitner: 2-Millionen-Euro-Paket mit Sofortmaßnahmen geschnürt

St. Pölten (OTS/NLK) - Beim heutigen Beschäftigungsgipfel im Landhaus in St. Pölten wurde die aktuelle Arbeitsmarktsituation analysiert und ein Zwei-Millionen-Euro-Paket geschnürt, mit dem 300 Personen im Rahmen zweier Projekte zeitnah in Beschäftigung gebracht werden. Darüber informierten Landeshauptmann-Stellvertreterin Mag. Johanna Mikl-Leitner, KommR Sonja Zwazl, Präsidentin der Wirtschaftskammer Niederösterreich, und Mag. Karl Fakler, Landesgeschäftsführer des AMS Niederösterreich, im Anschluss in einem Pressegespräch.

Landeshauptmann-Stellvertreterin Mikl-Leitner sagte, dass es ihr ein großes Anliegen sei, „das Leben der Menschen in Niederösterreich zu verbessern“. Grundlage dafür sei ein sicherer Arbeitsplatz. Man habe in Niederösterreich zwar steigende Beschäftigungszahlen, die Prognosen zeigten allerdings, dass auch die Arbeitslosenzahlen weiter steigen würden. „Eine außerordentliche Situation braucht außerordentliche Maßnahmen“, betonte die Landeshauptmann-Stellvertreterin, dass man sich beim heutigen Beschäftigungsgipfel darauf verständigt habe, einen längerfristigen Beschäftigungspakt, nämlich bis Ende 2017, vorzubereiten. Im Zuge dessen würden 500 Millionen Euro von AMS, Land Niederösterreich und Sozialministeriumsservice in Arbeitsmarkinitiativen investiert werden. Sie habe den Auftrag gegeben, diesen Beschäftigungspakt zeitnah auszuarbeiten, dieser solle dann mit den Sozialpartnern präsentiert werden, so Mikl-Leitner.

Beim heutigen Beschäftigungsgipfel habe man vor allem die Situation mit externen Experten analysiert, sagte die Landeshauptmann-Stellvertreterin, danke dafür. Zu bemerken sei, dass die Dauer der Langzeitarbeitslosigkeit steige: „Von 118 auf 140 Tage im Schnitt pro Person“, betonte Mikl-Leitner, dass es gelte, dem entgegenzuwirken. Ziel sei, die Menschen in Beschäftigung zu halten bzw. Arbeitslosigkeit zu verhindern sowie die Dauer der arbeitslosen Perioden kurz zu halten, also die Langzeitarbeitslosigkeit zu senken.

„Wir haben ein Zwei-Millionen-Euro-Paket geschnürt“, berichtete die Landeshauptmann-Stellvertreterin über Sofortmaßnahmen. Dabei werden 800.000 Euro in das Projekt Job 2000 investiert. Dabei handelt es sich um eine gemeinnützige Arbeitskräfteüberlassung für Personen aus Niederösterreich, gefördert werden 50 Prozent der Lohn- und Lohnnebenkosten. Diese Initiative sei eine Erfolgsgeschichte und gebe den Unternehmungen die Möglichkeit, neue Mitarbeiter kennenzulernen, sowie Menschen in der Langzeitarbeitslosigkeit die Chance zu geben, wieder am Arbeitsmarkt Fuß zu fassen. Zur Verfügung stehen dafür 200 Plätze. Weitere 100 Plätze bietet das Projekt „Fit in das Handwerk“, wofür 1,2 Millionen Euro investiert werden – davon 600.000 Euro vom Land Niederösterreich und der Rest aus ESF-Mitteln – und bei dem es darum gehe, Personen für handwerkliche Berufe zu schulen und damit arbeitsmarktferne Personen in den Arbeitsmarkt zu integrieren.

Wirtschaftskammer-Präsidentin Zwazl sagte „danke für die Initiative“ an Landeshauptmann-Stellvertreterin Mikl-Leitner und AMS-Landesgeschäftsführer Fakler. Man brauche in der Wirtschaft gute Fachkräfte, deshalb sei die Lehrlingsausbildung sehr wichtig. Ein wesentlicher Punkt sei außerdem die Bürokratie, erläuterte sie eine Studie, der zufolge sich bei Gewerbe und Handwerk unnötige Bürokratie mit 344 Millionen Euro zu Buche schlage und das umgelegt 4.300 Vollarbeitsplätze bedeute. Ein ganz großer Schwerpunkt sei die „Anerkennung der Leistungen, die die Fachkräfte in der Wirtschaft erbringen“, führte Zwazl aus, dass die duale Ausbildung für eine Erfolgskarriere stehe, und das müsse man auch den Eltern klarmachen. „Wir in der Wirtschaft brauchen nicht nur Master, sondern auch Meister.“

Man habe sich bei diesem Beschäftigungsgipfel „mit einem breiten Spektrum befasst“, betonte AMS-Landesgeschäftsführer Fakler. „Wir müssen davon ausgehen, dass die europäische Wachstumsschwäche noch einige Jahre anhalten wird“, daher müsse man Maßnahmen ergreifen und nutze immer wieder kleinste Lücken, um Beschäftigung zu fördern. So könne etwa mit der Initiative Job 2000 das Erprobungsrisiko für einen Betrieb gesenkt werden. Dadurch werde es leichter, den Menschen eine Chance zu geben. Zweiter wichtiger Punkt sei die Qualifikation und dass Menschen die Chance bekommen, im Betrieb vorzuzeigen, was sie können.

Man müsse die Lehre in den Blickpunkt rücken und das Image der Lehre verbessern, so SPAR-Geschäftsführer Mag. Alois Huber. Ein junger Mensch mit einer Meisterprüfung müsse einem mit einem akademischen Titel gleichgestellt werden. Es sei wichtig, dass den Fachkräften die Wertschätzung entgegengebracht werde, die sie sich verdient hätten, so Huber.

Es sei kaum noch möglich, qualifizierte Metalltechniker zu bekommen, so Willibald Hilbinger, Geschäftsführer von Duomet GmbH sowie Ideengeber und Obmann der ARGE Lehrbetriebe Ybbstal. Mit dieser ARGE wolle man ein Bewusstsein für die Lehre schaffen, so veranstalte man die Karrieremesse „karriere clubbing“ (heuer am 29. und 30. September auf Schloss Rothschild in Waidhofen an der Ybbs), um die Kinder in der Region auf das breite Feld an Berufsmöglichkeiten aufmerksam zu machen.

Ein großes Problem am Arbeitsmarkt sei „der sehr starke Zustrom der Arbeitskräfte aus dem Ausland“, den es bereits vor der Flüchtlingswelle gegeben habe und der noch weiter anhalten werde, führte Dr. Ulrich Schuh vom Institut für Wirtschaftsforschung Eco Austria aus. Als große Herausforderungen nannte er, das Wirtschaftswachstum generell zu stärken und auch die Stimmung der Unternehmen zu verbessern sowie den anhaltenden Anstieg der Arbeitslosigkeit, wo die Arbeitsmarktpolitik gefordert sei, gezielte Maßnahmen zu setzen und womit man heute einen wichtigen Schritt gesetzt habe.

Nähere Informationen: Büro LH-Stv. Mikl-Leitner, Hermann Muhr, Telefon 0664/826 78 89, e-mail hermann.muhr@noel.gv.at, Büro Präsidentin Zwazl, Christian Buchar, Telefon 02742/851-14600, e-mail christian.buchar@wknoe.at, Arbeitsmarktservice Niederösterreich, Mag. Martina Fischlmayr, Telefon 0664/83 50 517, e-mail martina.fischlmayr@ams.at.

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