„Orientierung“: Konzil mit Hindernissen – Misstöne vor orthodoxem „Gipfel“ auf Kreta

Am 19. Juni um 12.30 Uhr in ORF 2

Wien (OTS) - Christoph Riedl-Daser präsentiert im ORF-Religionsmagazin „Orientierung“ am Sonntag, dem 19. Juni 2016, um 12.30 Uhr in ORF 2 folgende Beiträge:

Konzil mit Hindernissen: Misstöne vor orthodoxem „Gipfel“ auf Kreta

Ist das „Heilige und Große Konzil“ der orthodoxen Kirche, das am Montag seine Beratung aufnehmen soll, am Ende, bevor es begonnen hat? Einige Delegationen machten es spannend und sagten buchstäblich im letzten Moment ab. Besonders gewichtig: Auch die russisch-orthodoxe Kirche als größte orthodoxe Kirche kündigte am Montag an, der Synode auf Kreta fernbleiben zu wollen. In einer ersten Pressekonferenz stellte der Sprecher des Ökumenischen Patriarchates, John Chryssavgis, freilich klar: Das Konzil findet statt. Und aus seiner Sicht auch als das, was es sein soll: als erstes panorthodoxes Konzil seit vielen Jahrhunderten. Bericht: Christian Rathner.

Im „Orientierung“-Schaltgespräch zum Thema „Konzil mit Hindernissen“:
der Orthodoxie-Experte Dietmar W. Winkler, Dekan der Katholisch-Theologischen Fakultät, Universität Salzburg.

Akademie mit Geschichte: Orthodoxe Kirchenversammlung an einem Ort des Dialogs

Es war kein Zufall, dass die Orthodoxe Akademie von Kreta im westlich von Chania gelegenen Küstenort Kolymbari als Schauplatz für die große orthodoxe Kirchenversammlung gewählt wurde. Aufgrund schwerer politischer Spannungen zwischen Russland und der Türkei war die Irenenkirche in Istanbul als Tagungsort unmöglich geworden. Aber auch in Kolymbari ist der Patriarch Bartholomaios I. gewissermaßen Hausherr. Kreta gehört kirchenrechtlich zum Ökumenischen Patriarchat, nicht zur Kirche Griechenlands. Aber abgesehen von derlei formalrechtlichen Überlegungen sprechen vor allem inhaltliche Argumente für die Akademie. Seit 48 Jahren steht das Haus, das auf Gründen des Klosters Gonia errichtet wurde, im Zeichen von Dialog und Versöhnung. Die „Orientierung“ hat die Akademie noch vor dem Großereignis besucht und auch mit dem Gründer und langjährigen ersten Direktor, Alexandros Papaderos, gesprochen. Bericht: Christian Rathner.

Aus für Pastorinnen: „Rechtsruck“ in der evangelisch-lutherischen Kirche Lettlands

Mit einer umstrittenen Entscheidung hat die Synode der evangelisch-lutherischen Kirche Lettlands Anfang Juni aufhorchen lassen: Mit einer Dreiviertelmehrheit haben die rund 300 Pastoren der Kirche in der Baltenrepublik ihre Kirchenverfassung geändert. Ab sofort können weibliche Mitglieder der evangelisch-lutherischen Kirche Lettlands nicht mehr Pastorinnen werden. Diese Praxis hatte zwar der seit bald 23 Jahren amtierende Erzbischof Janis Vanags schon seit Beginn seiner Amtszeit gepflogen – in dieser Zeit wurde keine einzige Pastorin ordiniert – doch nun wurden auch die Weichen für die weitere Zukunft gestellt. Kritiker befürchten, dass dieser „Rechtsruck“ einen Riss in der evangelisch-lutherische Kirche Lettlands verursachen könnte. Tatsächlich hat bereits eine erste Gemeinde ihren Austritt aus der Großkirche erklärt, um jetzt bald der lutherischen Auslandskirche Lettlands beizutreten, die sich – wie der weitaus größte Teil der lutherischen Kirchen – zur Frauenordination bekennt. Bericht: Birgit Johannsmeier.

Kirchen zeigen Skepsis: Australien als Vorbild im Umgang mit Flüchtlingen?

Die australische Regierung verfolgt seit rund zwei Jahren eine restriktive Asylpolitik. Boote mit illegalen Migranten werden auf hoher See abgefangen und zur Umkehr gezwungen. „Illegale“ Flüchtlinge, egal ob Männer, Frauen oder Kinder, werden in Lagern auf Inseln vor Australien untergebracht – teils unter menschenunwürdigen Bedingungen. Ein Zusammenschluss von rund 70 australischen Kirchengemeinden prangert diesen Umgang mit Asylsuchenden an und rät Europa dringend davon ab, dieses „Modell der Härte“ zu übernehmen. Doch Österreichs Außenminister Sebastian Kurz scheint das anders zu sehen: Wenn man den Blick nach Australien richte, dann werde deutlich, dass es möglich sei, illegale Einwanderung zu unterbinden. Dem hält der Vorsitzende der Österreichischen Bischofskonferenz, Kardinal Christoph Schönborn, die Position der katholischen Kirche entgegen: Beim Umgang mit Flüchtlingen gehe es um eine Frage der Menschenrechte: „Wirklich Schutzbedürftige sollen Schutz erhalten“, sagt der Kardinal. Unterstützen will er aber den Vorschlag von Kurz, den Ausbau von sogenannten humanitären Korridoren zu forcieren. Flüchtlinge, angedacht sind rund 15.000 pro Jahr, könnten so direkt auf legalem Weg nach Österreich kommen. Das illegale Schlepperwesen soll so bekämpft werden. Bericht: Marcus Marschalek, Mitarbeit:
Raimund Löw, Thomas Weber.

„Marsch für Jesus“: Ökumenisches Fest in Wien

Mehr als 12.000 Menschen werden am Samstag zum „Marsch für Jesus“ in Wien erwartet. Die ökumenische Veranstaltung wird von verschiedenen christlichen Kirchen getragen. Ein Motor ist der „Weg der Versöhnung“, ein Zusammenschluss von Personen aus evangelikalen Freikirchen, der katholischen und der evangelischen Kirche. Bereits im Vorfeld wurde von Seiten der Organisatoren betont, der „Marsch für Jesus“ sei keine Veranstaltung „gegen etwas, sondern für den Glauben“. Kardinal Christoph Schönborn wird erwartet, der evangelisch-lutherische Bischof Michael Bünker wird via Video die Teilnehmerinnen und Teilnehmer begrüßen, auch Vertreter der orthodoxen Kirche nehmen teil. Der freikirchliche Pastor Gerhard Kisslinger ist organisatorischer Leiter des Events. Er meint, am kommenden Samstag wolle man zeigen, „dass der Name Jesus Christus verbindend ist, auch wenn Christen verschiedene Traditionen und Kulturen haben“. Bericht: Sandra Szabo.

Die Sendung ist nach der TV-Ausstrahlung sieben Tage auf der Video-Plattform ORF-TVthek (http://TVthek.ORF.at) als Video-on-Demand abrufbar.

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