Kaske zu Industriellen-Kapsch: „Gegnerschaft bringt Österreich nicht weiter“

Kritik an Arbeitszeit- und Sozialpartnerschafts-Forderungen des IV-Präsidenten: „Ein Zurück ans Ende des 19. Jahrhunderts wird es mit uns nicht geben“

Wien (OTS) - „Wenn es nach dem neuen alten IV-Präsidenten geht, geht die Reise nicht in die Zukunft, sondern in die Vergangenheit“, kritisiert AK Präsident Rudi Kaske die Äußerungen des IV-Präsidenten Georg Kapsch zu Sozialpartnerschaft und Arbeitszeit: „Am liebsten wären ihm rechtlose Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, die dann zur Verfügung stehen, wenn es dem Industriellen Kapsch passt“, so Kaske zu Kapschs einseitigen Flexibilisierungs-Wünschen. „Vereinbarkeit von Beruf und Familie und Gesundheit der Beschäftigten sind für ihn scheinbar Nebensache. Jederzeit verfügbar sein, wenn geht, ist sein Retromodell. Die flexibelsten Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer wären Taglöhner. Ein Zurück ans Ende des 19., Anfang des 20. Jahrunderts, wird es mit uns nicht geben.“

„Gegnerschaft bringt Österreich nicht weiter“, erinnert Kaske den IV-Präsidenten an bisher gemeinsame Initiativen. „Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer haben ein Recht auf Mitbestimmung, und wir finden auch immer konstruktive Lösungen, auf der Betriebs-, auf der Kollektivvertrags- und auf der überbetrieblichen Ebene.“

Auch Kapschs „dauernde Angriffe und Verunglimpfungen gegen die Sozialpartnerschaft“ würden durch Wiederholung nicht wahrer: „Wenn Sie als Industriellenvereinigung zum Beispiel nicht mehr im Arbeitsmarktservice vertreten sein wollen, so ziehen Sie Ihre Leute zurück. Wir wollen die Interessen der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer unseres Landes in jeder Institution gewahrt sehen, auch im Arbeitsmarktservice.“

Die Sozialpartnerschaft habe in Österreich zu sozialer Stabilität und Sicherheit beigetragen, so Kaske an Kapsch: „Sie gehören seit geraumer Zeit zu den ‚Zündlern‘ gegen die Sozialpartner in der Republik. Rufen Sie sich Beispiele wie Frankreich, Griechenland und andere Länder in Erinnerung. Dort wollen wir nicht hin.“

Kaske lädt Kapsch ein, „konstruktiv die Zukunft mitzugestalten. Wir stehen für partnerschaftliche Lösungen. Am Erfolg Österreichs werden wir hart arbeiten – mit Ihnen oder ohne Sie. Da werden wir uns von der Industriellenvereinigung nicht aufhalten lassen.“

Rückfragen & Kontakt:

Arbeiterkammer Wien
Peter Mitterhuber
(+43-1) 501 65-2347
peter.mitterhuber@akwien.at
http://wien.arbeiterkammer.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | AKW0004