Offener Brief von Umweltlandesrat Rolf Holub an den Kärntner Bauernbund zu Natura-2000

LR Holub: Natur gemeinsam schützen! Landwirtschaftskammer und ÖVP haben bis heute Entschädigungen für Grundstückseigentümer nicht zugestimmt

Klagenfurt (OTS) - Sehr geehrte Funktionärinnen und Funktionäre des Kärntner Bauernbundes,

einige von ihnen haben am Dienstag bei der Enquete des Kärntner Landtages zum Thema „Natura 2000 – Artenvielfalt in Kärnten“ ihr Demonstrationsrecht wahrgenommen. Demonstrationen sind wichtig und richtig. Sie dienen der Meinungsäußerung und des Protests.

Ihr Protest richtete sich am Dienstag gegen das „Drüberfahren“ des Landes bei Ausweisungen von Natura-2000-Schutzgebieten in Kärnten. Ihr Protest richtete sich gegen Einschränkungen beim Bewirtschaften des Grund und Bodens, wenn dieser als Schutzgebiet ausgewiesen ist. Und ihr Protest richtete sich gegen „Enteignungen“, die Grundstückseigentümer in Zukunft erleiden würden.

Ihren Protest muss ich jedoch als Wahlkampfgetöse des Bauernbundes im Vorfeld der Landwirtschaftskammerwahl zurückweisen. Er ist in allen drei Punkten widerlegbar:

1) Wie Sie sicherlich wissen, ist die Ausweisung von zusätzlichen Schutzgebieten auf Grund eines EU-Vertragsverletzungsverfahrens notwendig. Vergangene Naturschutzreferenten haben sich vor Ausweisungen gedrückt. Mir ist unsere Natur zu wichtig, ich drücke mich nicht davor. Auch den Grundeigentümern liegt unsere Natur am Herzen, denn wie ich immer wieder öffentlich betone: Es ist erst die wertvolle Arbeit des Grundeigentümers, die seinen Boden so schützenswert macht. Daher gibt es bei den Ausweisungen von Schutzgebieten die klare Ausrichtung des Landes Kärnten, die Sorgen der Grundeigentümer wahrzunehmen, gemeinsam über eine Ausweisung zu sprechen und damit eine gangbare Lösung für beide Seiten zu finden. Diese kommunikative Vorgangsweise funktioniert bei den Ausweisungen besser, als es der Bauernbund wahrhaben will. Natürlich wissen Sie das. Leider behaupten Sie das Gegenteil.

2) Die zeitgemäße Bewirtschaftung des Bodens ist auch in einem Natura-2000-Schutzgebiet immer möglich. Natürlich wissen Sie das. Leider behaupten Sie das Gegenteil.

3) Es gibt im Zuge von Natura-2000-Ausweisungen keinerlei Enteignung von Grund und Boden, welcher Art auch immer. Im Gegenteil – ich möchte Entschädigungen im neuen Naturschutzgesetz verankern, wenn dem Grundstückseigentümer wirtschaftlicher Schaden durch Natura-2000 entsteht. Die Landwirtschaftskammer und die ÖVP haben dieser positiven Regelung für die Grundstückseigentümer bis heute nicht zugestimmt. Natürlich wissen Sie das. Leider behaupten Sie das Gegenteil.

Ich fordere Sie eindringlich auf, nicht aus Wahlkampftaktik wichtige Entwicklungen für Kärnten zu blockieren. Wir alle schätzen und lieben unsere Kärntner Natur. Sie ist ein Lebensraum, der von unschätzbarem Wert ist und der für kommende Generationen geschützt gehört. Ich lade Sie nochmals ein, gemeinsam - im Konsens zwischen Allgemeinheit und Grundeigentümern - unsere Natur zu schützen!

Ich bleibe kooperationsbereit und setze auf Zusammenarbeit.

Mit besten Grüßen,
Landesrat Rolf Holub

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