Wildtiermorde in Zistersdorf: Wiener Tierschutzverein fordert harte Strafe für Täter

Tier-Vergiftungen in NÖ: WTV und andere österreichische Tierschutzvereine fordern zusammen strenge Bestrafung für die Verantwortlichen. Bisher drei Verdächtige ausgeforscht.

Vösendorf (OTS) - Mysteriöse und äußerst brutale Tötungen von Wildtieren und Haustieren in Zistersdorf beschäftigen aktuell die Behörden: Bereits Mitte März wurden im Raum Gösting zahlreiche Tierkadaver entdeckt, darunter zwei Katzen, drei Füchse, drei Marder, sechs Mäusebussarde, ein Rotmilan, zwei Kolkraben, ein Seeadler und mehr. Die zum Teil streng geschützten Tiere kamen allesamt durch mit roten Pulver bestreute Giftköder qualvoll ums Leben. Insgesamt beläuft sich die Zahl der getöteten Tiere auf 36. Des Weiteren wurden zahlreiche Tierskelette festgestellt.

Wie sich später herausstellte, handelte es sich bei dem Pulver um das Insektizid Carbofuran, dessen Einsatz seit 2007 EU-weit streng verboten ist. Seit 2008 sind auch der Besitz und die Anwendung in Österreich untersagt. „Dieses Gift führ nachweislich zu einem schmerzhaften, qualvollen Tod. Ein Tier damit zu vergiften, ist eine unmenschliche Grausamkeit sondergleichen und ein Verbrechen gegen die Umwelt und eine vorsätzliches Gefährdungsdelikt – gegen Mensch, Tier und Natur“, sagt WTV-Präsidentin Madeleine Petrovic.

Verbrecherische Tierquäler räumen „tierische Konkurrenz“ aus dem Weg

Es hat jedenfalls den Anschein, als würde es sich bei diesen brutalen Vergiftungsfällen um den nächsten Skandal in der Jägerschaft handeln. „Sehr wahrscheinlich ist, dass es hier um die Vernichtung von „Jagdkonkurrenz“ geht. Viele Jäger betrachten Wildtiere als ihr Eigentum und dulden auch tierische „Rivalen“ nicht“, sagt Hans Frey, WTV-Vorstandsmitglied und Leiter der Eulen- und Greifvogelstation Haringsee (EGS). Petrovic ergänzt: „Unliebsame Rivalen aus der Tierwelt vom „jagdbaren Wild“ fernzuhalten, ist eine unsagbare Barbarei und einer redlichen Jägerschaft längst nicht mehr würdig“.

Nach Bekanntwerden des Falles wurde jedenfalls umgehend das Landeskriminalamt eingeschaltet und die heimische Tierschutzbewegung forderte vom Landesjagdverband Konsequenzen, die aber bislang ausblieben. „Es reicht. Immer wieder bleiben jagdliche Übergriffe ohne Konsequenzen. Es ist höchst an der Zeit, dass die gesamte NÖ Landesregierung endlich handelt. Es kann nicht angehen, dass sich manche Jäger immer wieder über das Gesetz stellen und dafür nicht belangt werden“ sagt Petrovic. Der niederösterreichische Landesjagdverband habe jedenfalls, obwohl er Mittel und Wege dazu hätte (Stichwort Ehrengericht), nichts unternommen, um die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen, so Frey dazu.

LKA ermittelt auf Hochtouren - drei Verdächtige

Die LKA-Ermittlungen laufen indes auf Hochtouren und brachten bereits Ergebnisse. Aktuell wird gegen drei Personen ermittelt. Hinweise aus der Bevölkerung sind weiterhin erbeten. „Auch aus der redlichen Jägerschaft selbst“, ergänzt Petrovic.

Tierschutzvereine fordern unisono harte Strafe

Das Gros der österreichischen Tierschutzbewegung fordert daher unisono eine Verurteilung nach Paragraph 222 StGB und nach den einschlägigen Verboten - vorsätzliche Gemeingefährdung und vorsätzliche Gefährdung des Tier- und Pflanzenbestandes. „Denn diese Taten gehen weit über Tierquälerei hinaus“, sagt Petrovic. Außerdem spricht sich der WTV angesichts dieser brutalen Vorfälle - sobald die Ermittlungen zu einem positiven Abschluss kommen - für die Ausschöpfung der strafrechtlichen Maximalrahmen aus. „Derartige Brutalitäten und Grausamkeiten gefährden nicht nur die Tiere und die Natur, sondern die Rechtsstaatlichkeit an sich und die Wahrung rechtlich geschützter Werte“ so Petrovic abschließend.

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