Gerti, ELGA und die Telenurse: Das österreichische Gesundheitssystem braucht mehr Mut zur Veränderung

Hitzige Diskussionen beim IIR Gesundheitskongress Forum Spital

Wien (OTS) - Österreich hat viele Krankenhäuser und etliche davon stehen in strukturschwachen Gegenden. Was für die ländliche Bevölkerung gute Versorgung bedeutet, kommt dem Steuerzahler teuer. Denn Wirtschaftlichkeit und effizienten Ressourceneinsatz fördert dieses Modell nicht. 

Um das Ziel, nämlich eine qualitativ hochwertige und flächendeckende Versorgung, sicherzustellen, gehen viele europäische Länder mitunter ganz andere Wege: In England erfolgt die Versorgung großteils über Pflegekräfte, in Sachsen wird auf Telemedizin bei der Wundversorgung gesetzt und in den Niederlanden funktioniert die Primary Health Care als Gatekeeper.  

Gesundheitsreform in der Steiermark

Auch in Österreich gibt es spannende Initiativen. Beim IIR Gesundheitskongress Forum Spital am 15. und 16. Juni 2016 hat der steirische Landesrat Christopher Drexler ein Modell speziell für strukturschwache Regionen in der Obersteiermark vorgestellt. Dieses sieht eine telefonische Erstkonsultation und Rufbereitschaft sowie eine Vor-Ort-Versorgung durch niedergelassene Ärzte vor. Bis 2035 will die Steiermark eine umfassende Reform umgesetzt haben, die auch Spitalsschließungen beinhaltet.  

Die vorhandenen Ressourcen müssen effizienter eingesetzt werden

Dass eine effiziente und qualitativ hochwertige Versorgung der Bevölkerung abseits der Ballungsräume auch außerhalb der Krankenhäuser möglich sein muss, darin waren sich alle Experten bei der anschließenden Podiumsdiskussion einig. Darin, dass es dafür aber einiger Änderungen bedarf, auch. Die vorhandenen Ressourcen müssen besser eingesetzt werden. So könnten beispielsweise qualifizierte Pflegekräfte die Ärzte unterstützen. Voraussetzung dafür wäre allerdings eine Ausweitung der rechtlichen Befugnisse des Pflegepersonals. In dieser Hinsicht könnte sich Österreich noch viel von England abschauen. Gerade die Akademisierung der Pflegeberufe würde hier die fachlichen Grundlagen schaffen. 

Was Gerti kann, kann ELGA noch lange nicht                                               

Auch die fortschreitenden technischen Möglichkeiten wie eMedikation, Telenurse, TEWEB, ELGA u.v.m. helfen bei effizienterem Ressourceneinsatz. Jedoch gibt es hier noch viele Hindernisse. Besonders bei der ELGA scheitern die durchaus nachweisbaren Vorteile noch an Datenschutzbedenken und der Skepsis der Ärztekammer. So meinte ein Allgemeinmediziner im Publikum, dass seine Sprechstundenhilfe „Gerti“ die eigentlichen Aufgaben der ELGA, wie zB Befundbeschaffung, übernimmt. Das liegt jedoch nicht an seiner mangelnden Bereitschaft ELGA zu nutzen, sondern an den im Moment noch eingeschränkten Möglichkeiten. 

Forum Spital 2016 vs. König Fußball

Das und viel mehr waren die Themen beim Forum Spital von 15. bis 16. Juni 2016 in der Eventpyramide in Vösendorf. Dieses Jahr wurde das Forum Spital von zahlreichen Infizierten heimgesucht. Das Fußballfieber machte auch vor vielen österreichischen Gesundheitsexperten, die am Kongress teilnahmen, nicht halt. So gab es neben spannenden Diskussionen und kontroversen Meinungen zu brennenden Fragen des Gesundheitssystems am Ende der Veranstaltung auch die Möglichkeit, die aktuellen Spiele zu verfolgen.

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