WU strebt bessere soziale Durchmischung unter Studierenden an

Wien (OTS) - Seit Oktober 2015 ist Edeltraud Hanappi-Egger Rektorin der Wirtschaftsuniversität Wien. Bereits zu Beginn ihrer Amtszeit hat sie angekündigt, an der WU für mehr Heterogenität unter den Studierenden sorgen zu wollen. Um dies zu erreichen, hat die WU ihr Angebot im Rahmen des „WU@School“-Programms verstärkt und mit dem Pilotprojekt „WU4You“ Stipendien geschaffen, um begabten Schülerinnen und Schülern aus einkommensschwachen Familien ein Studium zu ermöglichen.

„Die WU wird sich stärker mit der Frage beschäftigen, wie wir zu einer besseren sozialen Durchmischung der Studierenden kommen. Hier spielt vor allem Inklusion eine Rolle. Wir planen ein Projekt, um sozial benachteiligte Jugendliche vermehrt anzusprechen. Das beginnt mit der Kontaktaufnahme von Schulen mit einem hohen Anteil an sozial benachteiligten Schülerinnen und Schülern und endet mit einem WU-Stipendiensystem“, sagte WU-Rektorin Edeltraud Hanappi-Egger im November 2015 bei einem Pressegespräch. Mittlerweile hat diese Ankündigung Formen angenommen.

Information, Begleitung und Abschluss

In Österreich prägt die soziale Herkunft nach wie vor die Bildungslaufbahn. Laut dem Institut für höhere Studien sind Bildungsaufstiege in unserem Land selten - nur jede/r Fünfte der 25-bis 34-Jährigen, die nicht mehr in Ausbildung sind, erreicht einen höheren Bildungsabschluss als die Eltern. An der WU zeigt sich das sehr deutlich. Der Großteil der Studierenden kommt aus der hohen und gehobenen Schicht, lediglich 8% der Studierenden sind einer niedrigen sozialen Schicht zuzuordnen. „Wir wollen keinesfalls auf motivierte und talentierte Studierende mit hohem Potential verzichten. Ich sehe es als gesellschaftliche Aufgabe von Universitäten junge Menschen, die für ein Studium geeignet sind, sich das aber vielleicht noch gar nicht überlegt haben, oder aber nicht leisten könnten, zu fördern. Auch der Übergang von der Schule zur Universität muss für so genannten ‚First Generation Students‘ – also Personen, deren Eltern nicht studiert haben - erleichtert werden, damit diese das Studium nicht vorzeitig abbrechen, sondern einen Abschluss machen“, erklärt Edeltraud Hanappi-Egger. Hier setzen die neuen Maßnahmen an:
Information der Angebote und Erleichterung des Ein- bzw. Übertritts, um einen Abschluss zu erhalten.

WU@School mit erweitertem Angebot: Meet the Alumni/the Prof & Pre-Study-Workshops

Ausgeweitet wurde das Engagement in Sachen Vorinformation, vor allem um SchülerInnen, die noch gar nicht daran gedacht haben ein Studium an der WU zu beginnen, dafür zu begeistern. Im Rahmen des Projekts „WU@School“ besuchen WU-BotschafterInnen AHS- und BHS-Schulen (11./12. Schulstufe), aber auch SchülerInnen der 7./8. Schulstufe von Neuen Mittelschulen, um ihnen das Studienangebot vorzustellen. Schulen kommen auch regelmäßig auf den Campus, um sich vor Ort zu informieren. Dieses Grundangebot wurde um weitere Aktivitäten ergänzt. „Wir wollen die WU und ihre Angebote nicht nur in einem Vortrag vorstellen, sondern den Schülerinnen und Schülern ein WU-Studium ‚begreifbar‘ machen“, so die Rektorin. Welche Studienrichtungen werden an der WU angeboten und welche Karrierewege sind mit einem WU-Abschluss möglich? Solche Fragen werden in Zukunft von jenen beantwortet, die es am besten wissen: Unter dem Titel „Meet the Alumni“ erzählen WU-AbsolventInnen SchülerInnen etwas über ihre Erfahrungen, ihre Studienzeit und den Einstieg ins Berufsleben. Bei „Meet the Prof“ stehen ProfessorInnen für ein persönliches Kennenlernen zur Verfügung, berichten über ihre Forschungsarbeiten, ihre Lehrveranstaltungen und beraten bei Bedarf bei Schulprojekten.

Schulen haben zusätzlich die Möglichkeit, Pre-Study-Workshops zu buchen. Einer zielt darauf ab, SchülerInnen auf das Verfassen ihrer vorwissenschaftlichen Arbeit - von der Literaturrecherche über Zitierregeln – vorzubereiten. Hier gibt es bereits eine große Nachfrage. Ein zweiter Workshop dient der Vermittlung der Unterschiede von Schule und Universität und Fachhochschule und Universität.

Pilotprojekt: Stipendienprogramm WU4You

Auf Initiative der Rektorin wurde auch das Stipendienprogramm „WU4You“ ins Leben gerufen. Das Programm, das heuer als Pilotprojekt gestartet ist, dient der Förderung begabter SchülerInnen aus Familien mit niedrigem Einkommensstatus, die ein Bachelorstudium an der WU beginnen wollen. Gerade solche Studierende arbeiten häufiger nebenbei, um sich das Studium leisten zu können. Das Stipendium soll die angehenden Studierenden ökonomisch absichern, damit sich diese voll auf das Studium konzentrieren können. „Wir testen das Stipendienprogramm heuer erstmals. Mit finanzieller Unterstützung von Sponsoren ist es uns möglich, maximal 12 Stipendien ab Oktober 2016 zu vergeben“, freut sich die Rektorin. Die StipendiatInnen erhalten eine finanzielle Unterstützung von 500 Euro/Monat für maximal sieben Semester. Der Betrag stellt sicher, dass keine anderen Stipendien und/oder Familienbeihilfe verloren werden. Gestartet wurde das Stipendienprogramm mit vier ausgewählten Schulen, die in Frage kommende Personen nominieren durften und ein Empfehlungsschreiben ausgestellt haben, damit sich die SchülerInnen bewerben können. „Wir hatten bereits im Vorfeld sehr positive Rückmeldungen von den Schulen und breite Unterstützung durch die Direktionen erhalten, was uns in unserem Tun auch bestärkt hat. Wenn das Projekt erfolgreich ist, werden wir es weiterführen und in Folge hoffentlich auch ausweiten können“, so die Rektorin und sagt weiter: „Um weiterhin jungen Menschen dabei zu helfen, trotz schwieriger Voraussetzungen ein Studium zu absolvieren, hoffen wir auf Unterstützung durch die Wirtschaft und Privatpersonen.“

Die StipendienbezieherInnen erhalten außerdem Unterstützung während ihrer Zeit an der WU. „Gerade zu Beginn eines Studiums kommen viele ungewohnte Situationen und auch viel Bürokratie auf Neuankömmlinge zu, das kann mitunter auch entmutigen und dazu führen, dass ein Studium frühzeitig abgebrochen wird. Hier haben ‚First Generation Students‘ verstärkt Bedarfe, auch weil ihr Lebenslauf sie bisher nicht auf das System Universität vorbereitet hat. Diese Bedürfnisse wollen wir abdecken“, sagt Edeltraud Hanappi-Egger. Daher nehmen die StipendiatInnen nicht nur am Mentoring@WU-Programm (höhersemestrige Studierende begleiten StudienanfängerInnen) teil, sondern werden bei Bedarf von einer Universitätslehrenden auch individuell betreut, um einen Drop-out zu verhindern. „Als sogenannten Senior-Mentorinnen und -Mentoren haben wir bewusst auch emeritierte oder pensionierte Professorinnen und Professoren angefragt. Viele davon sind gerne bereit, sich sozial für die WU zu engagieren und wollen junge Menschen auf ihrem Weg begleiten“, erklärt die Rektorin ihre Idee des „Seniors for Juniors“-Projekts.

Strategie zur Förderung Sozialer Inklusion

Die WU arbeitet derzeit an einer umfassenden Strategie und sichtet Maßnahmen, um das Thema „Soziale Inklusion“ in all seinen Dimensionen voranzutreiben. „Es ist aber natürlich vor allem Aufgabe der Politik dafür zu sorgen, dass das Stipendiensystem ausgebaut wird, um den Zugang zu einer Hochschulbildung für sozial Schwächere zu ermöglichen“, so die Rektorin abschließend.

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Wirtschaftsuniversität Wien
Mag. Cornelia Moll, Pressesprecherin
+43 1 31336-4977
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