OECD-Bericht – Hammerschmid: „Kinder in Mittelpunkt stellen und gemeinsam beste Lösungen für Bildungssystem entwickeln“

„OECD-Schulressourcenbericht 2016“ empfiehlt gemeinsame Schule und verschränkte Ganztagsschule – Bildungsministerin sieht sich im Kurs bestätigt

Wien (OTS/SK) - Bildungsministerin Sonja Hammerschmid hat heute, Donnerstag, gemeinsam mit OECD-Bildungsdirektor Andreas Schleicher die Ergebnisse des „OECD-Ressourcenberichts 2016“ vorgestellt. Der OECD-Bericht, der den Einsatz und das Management von Schulressourcen genau unter die Lupe nimmt, empfiehlt Österreich u.a. eine Reform der Schulverwaltung, eine gemeinsame Schule der 10- bis 14-Jährigen und einen Ausbau der verschränkten Ganztagsschule. Ministerin Hammerschmid, die sich durch die Empfehlungen der OECD in ihrem Kurs bestätigt sieht, ortet im OECD-Bericht eine „gute Grundlage, um gemeinsam intensiv an der weiteren Verbesserung des Bildungssystems zu arbeiten. Wenn wir die besten Chancen für alle Kinder in den Mittelpunkt stellen, werden wir es schaffen, die besten Lösungen für das Bildungssystem zu entwickeln“, sagte Hammerschmid. ****

Insgesamt hat der OECD-Bericht „Review zu Schulressourcen“ drei Schwerpunkte untersucht, Stärken und Herausforderungen analysiert und Empfehlungen aufgelistet. Untersucht wurden - wie OECD-Bildungsdirektor Schleicher betonte – die drei Bereiche „Finanzen und Governance der Schulbildung“, „Organisation des Schulangebots“ sowie „Organisation und Management der Lehrerschaft“.

In Sachen Finanzierung der Schulbildung hält der Bericht fest, dass es im österreichischen Schulwesen eine gute Finanzausstattung und erkennbaren politischen Reformwillen gebe, was sich etwa durch das neue LehrerInnen-Dienstrecht und die Einführung der Neuen Mittelschule widerspiegelt. Eine zentrale Herausforderung sei aber die effiziente Ressourcennutzung, schließlich gebe es laut Bericht hohe Bildungsausgaben, aber nur eher durchschnittliche Bildungsleistungen. Auch der Einfluss des sozialen Hintergrunds auf Bildungsleistungen sei nach wie vor zu hoch, eine weitere Herausforderung seien die Doppelstrukturen in der Schulverwaltung. Der Bericht empfiehlt daher u.a. mehr Schulautonomie und die „Erprobung von formelbasierten Finanzierungsmodellen“, sagte Schleicher. Wichtig sei es aber auch, Ausgaben- und Aufgabenverantwortung in eine Hand zu legen.

Für Ministerin Hammerschmid ist das eine Bestätigung für die bereits begonnene Stärkung der Schulautonomie: „Ich bin zutiefst überzeugt, dass wir den Bildungsbereich stark verbessern können, wenn wir den Schulen mehr Autonomie in finanzieller, personeller, organisatorischer und pädagogischer Hinsicht geben“, sagte Hammerschmid. Von zentraler Bedeutung sei hier auch, dass die SchulleiterInnen bei der Auswahl der PädagogInnen mehr Mitspracherecht bekommen. Angesichts der „beklemmenden Tatsache, dass Bildung noch immer vererbt wird“ plädierte die Ministerin – so wie die OECD – für eine chancenindexierte Ressourcenverteilung, um Schulstandorte und Klassen punktgenau zu fördern.

Im Bereich „Organisation des Schulangebots“ kommt die OECD zum Schluss, dass Österreich mit der Einführung von Neuen Mittelschulen und Ganztagsschulen wichtige Schritte zu einem längeren gemeinsamen Lernen gesetzt habe. Angesichts des Weiterbestehens der frühen Selektion empfiehlt die OECD die Einführung einer gemeinsamen Schule der 10- bis 14-Jährigen. Außerdem müsse die verschränkte Form der Ganztagsschule ausgebaut werden. Ministerin Hammerschmid machte hierzu klar, dass es ihr um mehr Chancengleichheit gehe. Daher wolle sie die Ganztagsschule in verschränkter Form besonders fördern. „Wir müssen die Talente und Begabungen jedes einzelnen Kindes nützen“, sagte Hammerschmid, die darauf verwies, dass auch die Neugestaltung der Schuleingangsphase ein wichtiger Beitrag gegen die soziale Selektion im Schulsystem sei.

In Sachen „Organisation der Lehrerschaft“ spricht der OECD-Bericht von einem guten Potential, das durch die PädagogInnenbildung NEU und das neue Dienstrecht gegeben sei. Es brauche allerdings eine Weiterentwicklung einer neuen Vision für den Lehrberuf, aber auch eine Stärkung der Schulleitung. Ministerin Hammerschmid unterstrich dazu, dass die Wertschätzung für den Lehrberuf von entscheidender Bedeutung sei. Hieran gelte es genauso weiterzuarbeiten wie an der Ausbildung und Weiterbildung der PädagogInnen, so Hammerschmid, die sich bei OECD-Bildungsdirektor Schleicher für den Bericht bedankte, der valide Daten für das Bildungssystem biete.

SERVICE: Weitere Informationen zum Bericht „OECD-Review zu Schulressourcen“ gibt es unter http://tinyurl.com/z83ghgl (Schluss) mb/up

Rückfragen & Kontakt:

SPÖ-Bundesorganisation, Pressedienst, Löwelstraße 18, 1014 Wien
01/53427-275
http://www.spoe.at/impressum

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NSK0001