Bilanz der Kieferorthopäden nach einem Jahr Gratiszahnspange: „Gute Idee, schlecht umgesetzt“

Umfrage unter Mitgliedern des Verbandes Österreichischer Kieferorthopäden: Kritik am massiv gestiegenen bürokratischen Aufwand

Wien (OTS) - Ein Jahr nach der Einführung der sogenannten Gratiszahnspange in Österreich zieht der Verband Österreichischer Kieferorthopäden (VÖK) eine zwiespältige Bilanz. Grundlage ist eine Mitgliederbefragung zur Krankenkassen-Zahnspange, die von trigger research durchgeführt wurde. „Fast 60 Prozent unserer Mitglieder halten die Krankenkassen-Zahnspange für eine gute Idee, die aber schlecht umgesetzt wurde“, erklärt VÖK-Vizepräsidentin Dr. Doris Haberler. So gaben 71 Prozent der ÄrztInnen an, dass die Einführung chaotisch verlaufen sei.

Weitere Ergebnisse: 91 Prozent der Befragten klagen, dass der bürokratische Aufwand seit Juli 2015 massiv gestiegen sei. Darüber hinaus fühlen sich nur 26 Prozent zu allen Details der Krankenkasse-Zahnspange bestens informiert. Lediglich 38 Prozent sagen, dass die IOTN-Einstufung einwandfrei funktioniere. Mit dieser Skala von eins bis fünf wird die Schwere der Fehlstellung bewertet.

Profitiert haben von der Einführung der Krankenkassen-Zahnspange neben den betroffenen PatientInnen auch die VertragskieferorthopädInnen: Bei 81 Prozent von ihnen sind die Neuanfänge seit Juli 2015 gestiegen, während nur 18 Prozent der KieferorthopädInnen ohne Vertrag über mehr Behandlungsstarts berichteten.

Ein zusätzlicher Wermutstropfen für den VÖK ist die fehlende soziale Staffelung. Generalsekretärin DDr. Silvia Silli: „Die Leistung erfolgt nur nach medizinischen Kriterien. Unser Vorschlag für eine Bezuschussung mit Staffelung nach medizinischen und sozialen Kriterien wurde nicht aufgenommen.“

Über den VÖK

Gemeinsam mit den Universitäten Graz, Innsbruck und Wien kämpft der VÖK seit seiner Gründung im Jahr 1997 im Sinne des PatientInnenschutzes für die Einführung des Fachzahnarztes für Kieferorthopädie in Österreich. Der VÖK vertritt 352 kieferorthopädisch tätige ZahnärztInnen in Österreich. Öffentlichkeitsarbeit, PatientInneninformation und Qualitätssicherung sind die Hauptziele des Verbandes.

Die gesamte Pressemeldung und die wichtigsten Ergebnisse der Umfrage finden Sie auf
http://www.wikopreventk.com/2016/06/09/bilanz-der-kieferorthopaeden-nach-einem-jahr-gratiszahnspange-gute-idee-schlecht-umgesetzt/

Rückfragen & Kontakt:

Ulrich Müller
wikopreventk
Tel. 0699 16020012
ulrich.mueller@wikopreventk.com

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | WKG0001